Meerschweinchen

Wie alt werden sie?

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Inhalt - Alles im Überblick

Wie alt werden Meerschweinchen und was kannst du für ein langes Leben tun?
Wer ein eigenes Meerschweinchen hält, wird sich darum bemühen, dass die Lebenszeit seines Haustieres möglichst lang und glücklich ist. Doch kannst du das Leben deines Meerschweinchens tatsächlich verlängern und was genau musst du dafür tun?

Wie lange leben Meerschweinchen?

Meerschweinchen werden durchschnittlich etwa acht Jahre alt. Die Altersspanne kann jedoch in Abhängigkeit verschiedener Faktoren (u. a. die Rasse, die Haltungsbedingungen, die Gesundheit) stark variieren. Weibliche Meerschweinchen in der Zucht brauchen ihre physikalischen Kräfte eher auf und sterben deshalb vergleichsweise früh.

Es lässt sich übrigens nur erahnen, wie alt ein Meerschweinchen wirklich ist. Zumindest ab dem Zeitpunkt, ab dem es das Erwachsenenalter erreicht. Typische Altersgebrechen, wie ein unsicherer Gang, kündigen meist kein hohes Alter an, sondern deuten auf eine Krankheit hin.

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Wie berechnet man das Meerschweinchen Alter in Menschenjahren?

Wenn man bei den Meerschweinchen ein durchschnittliches Lebensalter von acht Jahren zugrundelegt und davon ausgeht, dass eine deutsche Frau rund 84 und ein deutscher Mann 79 Jahre lebt, ist ein Meerschweinchen-Lebensjahr etwa 10,5 (bezogen auf die Frau) oder 10 Jahre (bezogen auf den Mann) Menschenjahre wert.
Ein einjähriges Meerschweinchen ist also als Teenager anzusehen und ein siebenjähriges Tier ist bereits ein alter Greis.
Allerdings weicht die Lebenserwartung der Menschen in den unterschiedlichen Teilen der Welt stark voneinander ab. Sierra-Leoner bilden die Untergrenze und sterben in einem Durchschnittsalter von 50 Jahren, Japaner stehen an der Spitze und werden 87 Jahre alt. Der globale Durchschnitt liegt bei 71,5 Lebensjahren, wodurch neun Menschenjahre im weltweiten Vergleich einem Meerschweinchenjahr entspricht.

Wie alt werden Meerschweinchen in Außenhaltung?

Die Lebensbedingungen sind maßgeblich daran beteiligt, wie alt das Meerschweinchen wird. Befindet sich das Tier in artgerechter Haltung und ist es gut umsorgt, so stehen die Chancen gut, dass es ein langes Leben führt.

Obwohl auch innerhalb der Wohnräume eine bedarfsgerechte Haltungsform erzeugt werden kann, gilt vor allem die Außenhaltung als tierfreundlich und artgerecht. Vorausgesetzt, du beachtest folgende Faktoren:

  • Rückzugsorte
  • Ausreichend Bewegungsfläche
  • Gruppenhaltung
  • Schutz vor Zugluft, Nässe und extremen Temperaturen
  • Frisches Wasser und qualitatives Futter
  • Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Unbedenkliche Einstreu

Jede Haltungsart birgt eigene Gefahren und wirkt damit auf die Lebensdauer deines Meerschweinchens ein.

Lebensverkürzende Risiken in der Außenhaltung:

  • Raubtiere, von den Seiten (Katze, Hund), von unten (Fuchs) oder aus der Luft (Greifvogel).
  • Giftiges Gewächs, das in großen Mengen abführend wirkt (Klee) oder bereits in geringen Mengen lebensbedrohlich ist (Eisenhut).
  • Ausgerissene Meerschweinchen sind meist unwiederbringlich fort.
  • Hitze, Kälte und Feuchtigkeit können für die kleinen Nager tödlich sein.

Tödliche Gefahren in der Wohnung:

  • Auch innerhalb der Wohnung werden giftige Pflanzen zur potenziell tödlichen Gefahr.
  • Meerschweinchen knabbern Stromkabel oder Einrichtungsgegenstände an, wodurch es zu einem Stromschlag, einer Vergiftung oder einer offenen Verletzung im oder am Mund kommen kann.
  • Ungesicherte Türen verursachen einen lebensbedrohlichen Schlag.
  • Bei freilaufenden Meerschweinchen besteht jederzeit eine versehentliche Trittgefahr.
  • Haustiere und kleine Kinder können eine weitere Gefahrenquelle sein.

Neben der Unterbringungsart existieren eine Reihe allgemeiner Faktoren, die bei der Lebenserwartung der Meerschweinchen entscheidend sind:

  1. Tiere aus privater Hand können vorerkrankt oder bereits deutlich älter sein, als es zunächst den Anschein erweckt. Ein verantwortungsvoller Züchter züchtet nur mit gesunden Tieren und bietet auch nur diese Tiere zum Weiterverkauf an.

  2. Einige Meerschweinchen können genetisch bereits vorbelastet sein, ohne, dass es ihnen anzumerken ist oder man es optisch sieht.

  3. Bei einer falschen Gruppenkonstellation oder zu vielen Tieren auf zu engem Raum, töten sich die Meerschweinchen manchmal auf kannibalische Weise selbst.

Obgleich du den Tod nicht abwenden und manchmal nicht einmal hinauszögern kannst, kannst du dennoch etwas dafür tun, dass die Lebenserwartung deines Meerschweinchens steigt.

Allerdings kannst du die Gründe für einen natürlichen Tod selbst unter optimalen Haltungsbedingungen nicht umgehen:

  • Der gewöhnliche Alterungsprozess
  • Chronische und unentdeckte Krankheiten
  • Plötzlicher Schlaganfall oder Herzinfarkt
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Meerschweinchen hohes Alter: Dies muss man bei den Senioren beachten

Wenn das Meerschweinchen älter wird, solltest du mit diesen Anpassungen auf die Senioren-Bedürfnisse deines Haustieres reagieren:

Nässe und Kälte: Viele Meerschweinchen verlieren im Alter Fell. Sie sind dann nicht mehr so gut gegen extreme Temperaturen und Niederschlag geschützt. Überarbeite den Außenbereich, indem du den Wetterschutz erhöhst oder hole die Tiere rein.

Seniorengerechte Einrichtung: Im Alter lässt die Sinneskraft allmählich nach. Alte Meerschweinchen können schlechter sehen. Außerdem stellen sie sich nur noch langsam auf Veränderungen ein und können ihre Kräfte nicht gut dosieren. Deshalb besteht bei alten Meerschweinchen eine erhöhte Verletzungs- und Sturzgefahr. Stelle die Einrichtungselemente nun nicht mehr um und baue erhöhte Objekte, wie Aussichtsplattformen ab oder richte eine Sicherung ein.

Ernährungsumstellung: Alte Meerschweinchen brauchen Ruhe. Weil sie sich weniger bewegen, nehmen sie an Körpermasse zu. Eine geringe Gewichtszunahme ist noch kein tragisches Problem. Dennoch solltest du aufmerksam sein und im Zweifelsfall den Tierarzt kontaktieren. Er kann dir erklären, ob dein Haustier gesund ist oder eine Futteranpassung braucht.

Kontrollbesuche beim Veterinär: Alte Meerschweinchen leiden unter einer Immunschwäche und werden aufgrund dessen eher krank. Die Tierarztbesuche nehmen im Laufe des Lebens deshalb für gewöhnlich zu.

Praxisorientierte Planung: Je älter dein Meerschweinchen ist, desto näher rückt dessen Tod. Auch wenn das ein unangenehmes Thema ist, solltest du dich frühzeitig damit befassen und die wichtigsten Aspekte im Voraus planen. Da die Einzelhaltung von Meerschweinchen dem Tierwohl schadet, darf durch den Tod eines Tieres keine Lücke entstehen. Du musst dir also Ersatz besorgen (dafür kannst du dir auch ein Meerschweinchen leihen, das du mit dem Tod des letzten eigenen Tieres wieder zurückgeben kannst) oder das verbliebene Meerschweinchen in einer neuen Familie unterbringen, die bereits andere Meerschweinchen hat.
Wenn das ranghöchste Tier als erstes stirbt, kann es außerdem zu Auseinandersetzungen darüber kommen, wer die offene Leitposition übernimmt. Im schlimmsten Fall musst du die Gruppe teilen und neu zusammenstellen.

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Wie alt ist das älteste Meerschweinchen geworden?

Das älteste Meerschweinchen wurde beinahe 15 Jahre alt. „Snowball“ erreichte damit fast das doppelte Lebensalter, das ein Meerschweinchen durchschnittlich erwarten kann.

Allerdings sind innerhalb der Familie der Meerschweinchen ohnehin gravierende Unterschiede in Bezug auf die Lebenserwartung der insgesamt 14 Meerschweinchen-Arten bekannt:

  • So wird das Felsen-Meerschweinchen in freier Wildbahn meistens drei Jahre alt, in Gefangenschaft wird es sogar elf.

  • Das Südliche Zwergmeerschweinchen wird in der Natur ebenfalls drei, in der Gefangenschaft meistens acht.

  • Und das Wieselmeerschweinchen wird selbst unter den besten Haltungsbedingungen nicht einmal vier.

Es ist also davon auszugehen, dass Snowball kein Wieselmeerschweinchen, sondern vielleicht ein weißes Sheltie oder ein Rosetten-Meerschweinchen war.

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