Wie lange kann man eine Katze allein lassen?

Katze allein lassen

Alles im Überblick

Die Katze alleine lassen – geht das einfach so? Viele Katzenhalter lassen ihre Katze mehrere Stunden täglich allein und denken über die möglichen Folgen gar nicht richtig nach, schließlich gilt die Katze als unabhängiges Tier. Studien haben nun aber gezeigt, dass Katzen mit Verhaltensauffälligkeiten auf Trennungen reagieren.
Wovon hängt es ab, ob die Katze die Einsamkeit verträgt und wie lange kann sie alleine sein?

Ab wann kann eine Katze allein bleiben?

In den ersten Wochen fordert die Katze viel Aufmerksamkeit. Sie braucht einige Wochen, um sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen und Vertrauen zu dir herzustellen. Stelle dich auf eine Eingewöhnungszeit von mindestens vierzehn Tagen ein.
Wie schnell die Katze Fortschritte macht, ist eine Frage der Persönlichkeit. Charakterstarke Katzen finden sich eher in der neuen Umgebung zurecht und haben mit dem Alleinsein seltener ein Problem, als Katzen, die schüchtern sind.
Doch selbst wenn du eine selbstbewusste Katze hast, sollte sie vor ihrem vierten Lebensmonat nicht lange alleine sein. Du musst also etwa einen Monat überbrücken, da man viele Katzen schon ab einem Alter von drei Monaten erwerben kann.
Nutzt die intensive Anfangszeit, um an der Sauberkeit zu arbeiten und einander kennen- und einschätzen zu lernen. Außerdem solltest du deiner Katze zeigen, welche Objekte sie benutzen darf und welche lieber nicht.

Kitten allein

Wie lange kann man Katzen allein lassen?

Studien haben belegt, dass Katzen die Abwesenheit ihres Halters schwer zu schaffen macht.
Durch die Einsamkeit können Auffälligkeiten wie

  • Unsauberkeit,
  • Materialschäden
  • Lethargie und
  • Klagelaute

entstehen.
Die Katze kann das Alleinbleiben aber lernen, wenn du sie schrittweise daran gewöhnst. Allerdings ist eine Abwesenheit von mehreren Tagen auch bei einer gut geschulten Katze nur dann zu empfehlen, wenn es Kontrollbesuche gibt und eine Aufsichtsperson für das Wohlergehen des Tieres sorgt.
Die Alternativen zum Alleinsein sind die Daueranwesenheit oder eine Tierpension. Allerdings lässt sich ersteres kaum realisieren und zweiteres schadet der Katze noch mehr, als in der ihr vertrauten Umgebung allein zu sein. Deshalb ist es ratsam, einen Tiersitter bereits dann zu engagieren, wenn du arbeitest und die Katze mehr als 6 Stunden täglich allein sein muss.
Spätestens ab dem dritten Tag des Fernbleibens sollte eine menschliche Aufsichtsperson zugegen sein.

Katze alleine wartet auf Besitzer

Wann kann ich meine Katze allein lassen?

Der Idealfall sieht vor, dass du bei deiner Katze zu Hause bist.
Unter folgenden Voraussetzungen kann die Katze aber auch mal alleine sein:
Freigängerkatzen: Wenn es die situativen Umstände erlauben und die Katze Freigänger ist, kann sie auch mal alleine sein. Mithilfe einer Katzenklappe kann sie selbst entscheiden, ob sie sich außerhalb der Wohnung oder lieber im geschützten Innenraum aufhalten will. Bitte deine Nachbarn darum, dich bei Auffälligkeiten zu kontaktieren.
Mehrkatzenhaushalt: Katzen, die einen Artgenossen haben, langweilen sich nicht so schnell und sind trotz der Abwesenheit des Menschen nie allein. Diese Katzen kommen also besser mit persönlichen Entbehrungen zurecht, als ein Einzeltier. Allerdings ist wichtig, dass sich die Katzen gut verstehen. Neuzugänge brauchen mehrere Wochen, bis sie sich an ihren Spielkumpan gewöhnen. Vor der gegenseitigen Akzeptanz sollten sie unter strenger Beobachtung sein, weil Rangkonflikte bei Katzen häufig sehr gefährlich sind.
Rasse- und Persönlichkeitsmerkmale: Einige Katzen passen sich flexibel an die Alltagsrhythmen ihres Halters an, anderen fällt das aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur (Beispiel: schüchtern, unsicher, introvertiert) vergleichsweise schwer. Außerdem gibt es Rassen, die sich stark an ihrem Menschen orientieren und nur sehr ungern alleine sind (z. B. die Maine Coon), während andere Rassekatzen eigenständige Entscheidungen treffen und sich bewusst von ihrem Halter distanzieren (wie die Hauskatze).
Achte also darauf, dass deine Katze unabhängig und selbstsicher ist.
Katzensitter: Wenn die obige Auflistung nicht zu deinen Lebensumständen passt, solltest du für deine Abwesenheit einen Haustierbetreuer engagieren. Er kümmert sich um das tierische Wohlergehen und füllt einen Teil der interaktiven Lücke auf.

Wann sollte ich meine Katze nicht allein lassen?

Bei der Frage, ob die Katze allein sein kann, geht es um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Einige Katzen haben eine sensible Persönlichkeit und leiden in der Abwesenheit ihres Halters unter Trennungsschmerz. Außerdem gibt es verschiedene Rassen, die zu starken Sehnsuchtsgefühlen tendieren (beispielsweise die Heilige Birma), weil sie sehr anhänglich sind.
Katzen, die keinen Zugang zum Außenbereich haben, langweilen sich schnell. Das gilt besonders dann, wenn sie keinen Artgenossen haben und komplett alleine sind.
Außerdem dürfen sehr junge, frisch eingezogene, sehr alte und kranke Katzen nicht lange ohne Aufsicht sein.

Fressende Katze allein

Was braucht eine Katze, wenn sie allein ist?

Katzen haben gegenüber Hunden den Vorteil, dass man sie im Urlaub zu Hause lassen kann.
Mit diesen Vorkehrungen kannst du die Versorgung deiner Katze trotz Abwesenheit garantieren:
Futter und Wasser: Richte mehrere Futter- und Wasserbehälter her. Damit stellst du sicher, dass deine Katze trinken und fressen kann, auch wenn einer der Behälter verunreinigt oder umgefallen ist.
Lasse genügend Wasser und Futter zuzüglich einer angemessenen Reserve da. Die Katze teilt sich die Menge nach Gutdünken ein, was dazu führen kann, dass sie sich verkalkuliert und in den letzten Tagen nichts mehr fressen kann.
Wasserspender und Futterautomaten können praktische Hilfsmittel sein, weil sie mehr Futter und Wasser enthalten, als die Katze konsumiert. Trotzdem solltest du deiner Katze auch in diesem Fall Ersatznäpfe zur Verfügung stellen.
Achte außerdem darauf, dass es bei längerer Abwesenheit nur Trockenfutter gibt. Nassfutter wird schnell schlecht und zieht Fliegen an. Bei trockenen Futtersorten gibt es dieses Risiko nicht.
Katzenklo: Katzen nehmen es mit der Reinlichkeit genau. Deshalb sollte die Toilette immer sauber sein. Vergiss nicht, das Katzenklo zu reinigen, bevor du das Haus verlässt und stelle eine Zweit- oder Dritttoilette bereit. So verhinderst du, dass die Katze sich selbst eine geeignete Stelle sucht, an der sie ihr Geschäft verrichten kann. Außerdem kann es hilfreich sein, das Katzenklo mit einer großzügigen Menge an Einstreu zu befüllen. Das beugt Gerüchen vor und nimmt eine größere Menge der Ausscheidungen auf, sodass die Katze das Klo für eine möglichst lange Zeit benutzt.
Betreuung: Am Sichersten ist es, einen vertrauenswürdigen Katzensitter zu engagieren. Dieser kann die Reinigung der Katzentoilette übernehmen und die Näpfe täglich frisch befüllen. Außerdem bist du über das Wohlergehen deiner Katze im Bild und hast die Gewissheit, dass jemand auf Notfälle reagiert.
Raumklima: Der Sommer ist die beliebteste Urlaubszeit. Als Katzenhalter musst du in den Sommermonaten aber gewährleisten können, dass die Temperaturen für deine Katze auszuhalten sind. Mache dir Gedanken dazu, wie du die Wohnung in deiner Abwesenheit belüften willst (Achtung bei geöffneten Fenstern: Potenzielle Verletzungs- und Einbruchsgefahr) und installiere bei Bedarf ein Kühlsystem.
Risiken: Entferne sämtliche Gefahrenquellen. Bringe alle gefährlichen Objekte in ein Zimmer (Beispieloption) und schließe es sicherheitshalber ab. Denke auch daran, dass die Katze möglicherweise Türen öffnen kann. Sichere alle Gefahrenquellen katzensicher ab.

Glückliche Katze allein

Das Alleinsein der Katze angenehm gestalten

Wenn du das Haus nur selten und für kurze Unterbrechungen verlässt, kommt die Katze vermutlich ohne besondere Vorkehrungen aus. Wenn du regelmäßig für jeweils mehrere Stunden unterwegs bist, solltest du die Wohnräume aber im Sinne deiner Katze präparieren:
Kratz- und Kletterangebot: Achte darauf, dass die Katze genügend Kratzgelegenheiten hat. Sonst lässt sie sich womöglich an der Inneneinrichtung aus. Kratzbäume eignen sich hervorragend, weil sie gleich mehrere Beschäftigungsangebote (kratzen, klettern, beobachten, schlafen, spielen) miteinander kombinieren.
Zweitkatze: Zweitkatzen können die Abwesenheit ihres Menschen kompensieren, indem sie sich miteinander beschäftigen, also sich gegenseitig pflegen, miteinander kuscheln oder spielen.
Freigang: Über die Katzenklappe kann die Samtpfote ins Freie gelangen. Dort kann sie sich mit verschiedenen Dingen beschäftigen und mit anderen Menschen oder Katzen interagieren. Falls du einen eigenen Garten hast, kannst du dort Pflanzen setzen, für die sich die Katze interessiert (Katzengras, Katzenminze, Baldrian).
Der Zugang zu einem Balkon ist ein guter Kompromiss, für verkehrsstarke Gegenden oder Wohnungen, bei denen keine Gartenfläche zugänglich ist. Der Balkon muss aber katzensicher sein (deckenhohes Katzennetz).
Falls du deiner Katze keinen Freigang gewähren kannst, sollte sie zumindest die Möglichkeit haben, vor einem Fenster zu sitzen und nach draußen zu schauen.
Beschäftigung: Lege in deiner Wohnung eine Vielzahl unterschiedlicher Spielzeuge aus. Kisten aus Karton, Futterspiele, Plüschtiere an einer Schnur – all diese Dinge sorgen für Abwechslung und sind ein netter Zeitvertreib. Sie sorgen dafür, dass die Katze auf verschiedene Weise stimuliert wird und in Bewegung bleibt.
Kommunikation: Die Kommunikation läuft nicht nur sprachlich ab. Botschaften werden auch mit Berührungen oder über Blicke ausgetauscht. Ohne deine Anwesenheit wird dieser Aspekt fehlen. Wenn du einen Katzensitter engagierst, kann er deine Katze streicheln, mit ihr sprechen oder über das Spiel mit ihr kommunizieren. Eine zweite Katze kann das natürlich auch. Falls menschliche Zuneigung nicht möglich ist, kann es außerdem helfen, wenn das Radio leise läuft.

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