Shiba Inu

Der eigenwillige und aktive Japaner

Shiba Inu im Portrait

Alles im Überblick

Der Shiba Inu zählt in seiner Heimat Japan zu den beliebtesten Hunderassen und wurde sogar zum „Nationalen Naturdenkmal“ deklariert. Hierzulande trifft man den Shiba Inu Hund eher selten an. Wissenswertes zu dem wunderschönen, zuweilen eigenwilligen Japaner erfährst du in folgendem Beitrag.

Steckbrief shiba inu

Geschichte und Herkunft des Shiba Inu

Der Shiba Inu stammt aus den Berggegenden Japans, eventuell aus der Präfektur Nagano, da sein Name auf den dort gelegenen Ort „Shiba-mura“ verweisen könnte. Übersetzt bedeutet „shiba“ „klein“ und „inu“ heißt „Hund“. Andere bringen den Namen Shiba Inu mit der rotbraunen Farbe seines Fells in Verbindung, was im Japanischen „shiba-aka“ heißt.
In Japan diente der Shiba früher ausschließlich als Wach- und Jagdhund, der vor allem bei der Jagd auf Vögel und Kleinwild seinen Spürsinn unter Beweis stellte. Die Hunderasse Shiba blieb bis ausgangs des 19. Jahrhunderts urtümlich. Erst mit Eintreffen der Engländer wurde die Rasse mehr und mehr mit westlichen Jagdhunden vermischt, sodass der Shiba Hund nahezu ausgestorben war.
Erst 1928 begann man den Shiba Inu wieder reinrassig und dann ab 1934 nach Rassestandard zu züchten. Der heutige Shiba Hund ist größer und stämmiger als seine Vorfahren. Die Hunderasse Shiba Inu trägt die FCI-Standard Nr. 257 und gehört zur FCI-Gruppe 5 ″Spitze und Hunde vom Urtyp″, Sektion 5 ″Asiatische Spitze und verwandte Rassen″.

Shiba Inu schläft unter Decke

Erscheinungsbild Shiba Inu

Der rötliche Shiba Inu, der hierzulande am häufigsten anzutreffen ist, erinnert auf den ersten Blick an einen Fuchs. Seltener sieht man den Shiba Inu schwarz oder creme. Shiba Inus weisen an einigen Fellregionen den „Urajiro“ auf, was weißes Haar bedeutet, mit dem sie auf Hundeausstellungen glänzen können. Den „Urajiro“ zeigt der Vierbeiner seitlich am Fang, an Kehle, Bauch, Rute und der Innenseite der Gliedmaßen. Mit der Shiba Inu Größe von 36,5 bis 41 cm gehört die japanische Schönheit zu den mittelgroßen Hunden. Er erscheint mit einer muskulösen, stämmigen Statur und kleinen, dreieckigen, aufrecht stehenden Ohren. Seine dicke Rute trägt der Shiba Inu meist eingerollt über dem Rücken, allenfalls sichelförmig. Der japanische Spitz blickt aus kleinen, treuen, schwarzen, dreieckigen Augen. Markant ist auch seine Stirnfurche.

Wesensmerkmale Shiba Inu

Der Shiba Inu Charakter ist von Selbstbewusstsein und einem eigenen Willen geprägt. Der intelligente Vierbeiner hat nicht den hundeüblichen „Will to please“. Will heißen, er ordnet sich nicht unter, um Herrchen oder Frauchen zu gefallen. Sein Besitzer muss sein Vertrauen gewinnen und sich ihm als würdiger Rudelführer erschließen. Dann zieht er es zumindest in Erwägung, zu gehorchen, wenn ihm ein Befehl als sinnvoll erscheint. Hat der Shiba Inu seine Bezugsperson ins Herz geschlossen, ist er ein treuer, anhänglicher und liebenswerter Begleiter.
Der charakterstarke Hund, den Unwissende zuweilen als dickköpfig bezeichnen, ist als ehemaliger Jagdhund sehr agil. Er ist nur bei ausreichender körperlicher und vor allem sinnvoller Beschäftigung ein zufriedener, ausgeglichener Vierbeiner. Dann genießt er zu Hause Schmusestunden und auch Spielen mit den Kindern, sofern sein Rudel welche hat. Die Fellnase fordert sich aber einen gebührenden Respekt im Umgang mit ihm ein. Der Shiba bleibt dabei stets gelassen und ist niemals aggressiv. Sein Rudel verteidigt der äußerst wachsame Shiba sehr zuverlässig und lässt sich durch nichts und niemanden dabei ablenken. Er verfügt auch über einen ausgeprägten Instinkt und kann sehr wohl einschätzen, ob Gefahr droht oder nicht. Fremden gegenüber verhält er sich sehr zurückhaltend.
Das Shiba Inu Wesen ist dem des Wolfes durchaus ähnlich, sowohl vom Instinkt, der Unabhängigkeit und als auch vom territorialen Verhalten her. Deswegen kann es durchaus zu Problemen mit anderen Hunden in seiner Nähe kommen. Auch Haustiere duldet der Shiba nur, wenn er von klein auf an sie gewöhnt wurde. Eine frühe gute Sozialisierung ist unabdingbar.

Aktivitätslevel des Shiba Inu

Die Shiba Hunderasse besitzt als Jagdhund ein hohes Aktivitätslevel. Die Fellnase braucht jeden Tag viel Auslauf und sinnvolle Beschäftigung. Du kannst lange und abwechslungsreiche Spaziergänge mit deinem Shiba unternehmen. Ebenso kannst du versuchen, mit ihm zu joggen oder Fahrrad zu fahren. Auch Hundesport kannst du ausprobieren. Jeder Shiba hat andere Vorlieben und du musst einfach testen, was ihm am besten gefällt.

Shiba Inu am Strand

Wie halte ich einen Shiba Inu?

Die japanische Hunderasse Shiba Inu ist gerne draußen in der freien Natur. Deshalb wäre es schön, wenn Wald und Flur nicht weit entfernt von seinem Zuhause sind. Er freut sich besonders über einen eigenen Garten, in dem er sich ohne Leine frei bewegen darf. Natürlich zieht die Fellnase auch mit dir in eine Stadtwohnung ein, wenn sie jeden Tag mehrmals an die frische Luft darf und zur Genüge ausgelastet wird.
Die Shiba Inu Haltung nimmt schon viel Zeit in Anspruch. Du musst deinem Vierbeiner viel körperliche und geistige Auslastung bieten, damit er sich bei dir wohlfühlt. Außer abwechslungsreichen, ausgedehnten Spaziergängen kannst du probieren, den Shiba als Sportbegleiter beim Joggen oder Fahrradfahren mitzunehmen. Der Jagdhund ist mit Sicherheit ein hervorragender Ausdauerläufer, er muss aber auch Gefallen daran finden. Das Gleiche gilt für Hundesport. Am besten einfach ausprobieren. Jeder japanische Charakterkopf hat seine eigenen Vorlieben.
Wenn dein japanischer Hund Shiba Inu gut erzogen und sozialisiert wurde, kannst du ihn auch mit in Aktivurlaub nehmen. Wintersport mit viel Schnee wird dem Vierbeiner mit dem dicken Pelz sicherlich gut gefallen.

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Der zwar eigenwillige, aber ansonsten tolle Shiba Inu ist kein Hund für Hundeanfänger. Er gehört in die Hände erfahrener Hundekenner, die ihn mit dem nötigen Know-How, Fingerspitzengefühl und Selbstsicherheit erziehen können. Shiba Welpen müssen zwar mit Konsequenz, aber dennoch mit Geduld und Liebe erzogen werden. Zu grobes, inkonsequentes oder ungerechtes Behandeln verzeihen sie so schnell nicht und werden dann nicht mehr gehorchen wollen.
Die kleine Fellnase ist sehr schlau und kann schnell lernen, wenn sie denn will. Du solltest deinem Shiba vor allem viel Abwechslung bieten, damit ihm nicht langweilig wird. Die Welpen- und anschließende Junghundeschule sollte der kleine Japaner auf jeden Fall besuchen. Dort lernt er im Umgang mit anderen Vierbeinern, sich gut zu sozialisieren.
Der Shiba Charakter macht es auch notwendig, schon vom Welpenalter an „normale“ Dinge wie Fell-, Körper- und Zahnpflege, Autofahren sowie Tierarztbesuche zu üben. Ansonsten wird der Dickkopf nicht einsehen, warum er gewisse Gepflogenheiten mitmachen soll. Schwierig wird es bei dem Jagdhund wohl mit dem Freilauf werden. Sein ausgeprägter Jagdtrieb gepaart mit seiner Eigenständigkeit wird ihn beim Geruch von Wild wohl jeden Rückruf-Befehl standhaft ignorieren lassen. Mit einer Langlaufleine gibst du deinem Shiba genügend Freiraum, ohne die Kontrolle über ihn zu verlieren.

Shiba Inu in Natur

Gesundheit und Pflege des Shiba Inu

Gesundheit

In den Genen des Shiba Inu steckt noch viel Urtümliches, sodass er sehr robust ist. Die Shiba Lebenserwartung liegt bei 12 bis 15 Jahren. Wenn du deinen Shiba Inu artgerecht auslastest und gesund ernährst, wird er bestimmt lange fit bleiben. Bei der Hunderasse Shiba Inu kommen zuweilen ein paar typische Erkrankungen vor. Der Vierbeiner kann von Patellaluxation, einer Verschiebung der Kniescheibe, die zu Lahmen des Hundes führen kann, betroffen sein. Ebenso kamen schon der Grüne Star, eine Augenerkrankung, sowie Hüftgelenkdysplasie, eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die den Hund beim Bewegen einschränkt, vor.

Pflege

Die Shiba Inu Rasse ist sehr reinlich; fast wie Katzen putzen die Vierbeiner ihr Fell. Sie verströmen deshalb auch keinen typischen Hundegeruch. Dennoch solltest du deinen Shiba des Öfteren bürsten, damit sein Fell nicht verfilzt. Vor allem in Zeiten des Fellwechsels und im Sommer ist das wichtig. Denn er besitzt eine dichte, weiche Unterwolle, die ihn zwar im Winter draußen zuverlässig vor Wind und Wetter schützt, aber im Sommer schwitzen lässt.
Dreckige Pfoten nach dem Spaziergang kannst du einfach mit einem feuchten Tuch abwischen. Kontrolliere auch regelmäßig seine Krallen, damit sie nicht zu lang werden. Insbesondere Hundesenioren muss man eventuell die Krallen kürzen, damit die Vierbeiner nicht damit irgendwo hängenbleiben.
Des Weiteren ist die Zahnpflege auch bei einem Hund Shiba Inu sehr wichtig. Er sollte täglich einen Kauknochen bekommen, mit dem er selbst Zahnstein reduziert, und du solltest ihm mehrfach in der Woche die Zähne mit Hundezahnpasta putzen.

Ernährung

Da der Shiba Inu sehr agil ist, benötigt er ein Energie lieferndes, qualitativ hochwertiges Futter – egal ob trocken, nass oder mit Barfen. Fertigfutter sollte einen hohen Fleischanteil besitzen, keine Geschmacksverstärker, chemischen Zusätze, Zucker und bestenfalls kein Getreide enthalten. Denn Getreide kann Allergien auslösen.
Achte auf eine angepasste Fütterungsmenge und wiege deine Fellnase regelmäßig, damit sie nicht übergewichtig wird. Denn Übergewicht begünstigt die Anfälligkeit für Krankheiten. Nach dem Fressen gönnst du deinem Shiba eine ausreichend lange Ruhepause, damit der agile Japaner keine gefährliche Magendrehung erleidet.

Wichtig beim Kauf eines Shiba Inu

Du solltest deinen Shiba Welpen nur bei seriösen Züchtern mit Papieren kaufen. Aus einer seriösen Zucht kosten Shiba Welpen zwar zwischen 1.000 und 2.000 Euro, aber die Investition lohnt sich. Gute Züchter befolgen bei ihrer Zucht Rassestandards, werden kontrolliert und sind nicht nur gewinnorientiert. Sie verkaufen ihre Welpen nur an für die Hunderasse Shiba Inu geeignete Hundeliebhaber. Ihren Nachwuchs geben seriöse Züchter nur geimpft, gechippt, mehrfach entwurmt und gesundheitlich gecheckt ab der 8. Lebenswoche ab.

Ist der Shiba Inu für mich geeignet?

Bist du hundeerfahren, selbstsicher und besitzt das nötige Fingerspitzengefühl, den starken japanischen Charakterkopf konsequent und liebevoll zu erziehen, dann kann der Shiba Inu dein richtiger Partner mit der kalten Schnauze sein. Du solltest auch bedenken, dass die Shiba Inu Lebenserwartung bei bis zu 15 Jahren liegt und du dich damit lange Jahre bindest. Du musst täglich viel Zeit haben, die Fellnase ausreichend körperlich und geistig auszulasten – bei Wind und Wetter. Vor allem muss dein treuer Gefährte auf vier Pfoten mit deinem Beruf vereinbar sein. Kein Hund sollte länger als fünf Stunden allein zu Hause auf Frauchen oder Herrchen warten müssen. Für Hundeanfänger und Senioren ist der Shiba Inu auf keinen Fall geeignet.

Shiba Inu blickt in Kamera

Interessantes und Wissenswertes über den Shiba Inu

In den sozialen Medien ist der Shiba Inu seit Jahren schon berühmt. So zum Beispiel „Maru“ aus Japan, der schon weit über 2 Millionen Follower zählt. Ziel seines Besitzers war es, mit den schönen Bildern seines treuen Shiba Inu die Opfer der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahre 2011 etwas aufzumuntern.

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