Samojede

menschenbezogen und freundlicher Familienhund

samojede steht im Wald und blick in die Kamera

Alles im Überblick

Der Samojeden Hund war einst in Sibirien als Arbeits-, Zug- und Jagdtier gebräuchlich, sodass sein Name auf das Volk der Samojeden zurückzuführen ist. Heute sind diese Tiere aufgrund ihrer freundlichen, pflegeleichten Art insbesondere bei Familien beliebt. Trotzdem ist auf ihre typischen Eigenschaften und Bedürfnisse einzugehen, damit sich das Tier wohlfühlt und gesund bleibt. Wenn du dich mit dieser Hunderasse befasst, viel aktiv und bereit bist, ausreichend Zeit mit dem Vierbeiner zu verbringen, so wirst du damit viel Freude haben.

Steckbriefe mit Infos über den Samojede

Geschichte und Herkunft des Samojeden

Der sibirische Volksstamm der Samojeden (Nenzen) hielt diese robuste Hunderasse zum Hüten von Rentieren sowie als zuverlässige Arbeitstiere. Auch zum Ziehen von Schlitten, bei der Jagd und der Verteidigung gegenüber Raubtieren waren sie geschätzt. Gleichzeitig waren diese Hunde aber auch schon früher eng an den Menschen gebunden. So wärmte ihr warmes Fell in den kalten Nächten und das Zusammenleben war ziemlich nah. Nach England kamen die Tiere im Jahr 1889 durch den britischen Zoologen Ernest Kilburn Scott. Außerdem erwähnte sie der norwegische Forschers Fridtjof Nansen fünf Jahre später als strapazierfähige Schlittenhunde, woraufhin sie bei Expeditionen am Nord- und Südpol zum Einsatz kamen. Als eigen Rassen wurden die Samojeden 1913 anerkannt. Die Zucht wurde Mitte des 20. Jahrhunderts intensiviert und breitete sich aus.

Samojede Nahaufnahme im Schnee

Wesensmerkmale Samojeden

Da die Rasse schon für die Nomaden nicht nur als Arbeitskraft diente, sondern in die Familie integriert war, ist sie noch heute sehr menschenbezogen. Die Hunde sind nicht gerne alleine und recht aufgeschlossen. Ihr freundliches, kinderliebes und aktives Wesen ist nicht für den Zwinger geeignet und sie werden schnell zum Familienmitglied, das überall neugierig mitmacht. Ein wenig eigenwillig ist der Samojede Hund aber trotzdem, sodass er sich zum Blindenhund beispielsweise weniger eignet. Bei der Erziehung und dem täglichen Umgang benötigst du etwas Fingerspitzengefühl und freundliche Strenge. Aber auch der angeborene Jagdtrieb lässt sich mit dem richtigen Training unter Kontrolle bringen.

Wie halte ich einen Samojeden?

Aufgrund seiner typischen Eigenschaften benötigt die Samojede Hunderasse jede Menge Bewegung und geistige Herausforderung. Die Vierbeiner sind bei jedem Wetter gerne draußen unterwegs, was du als Mensch ebenso lieben solltest. Neben viel Auslauf sollten bei dir aber auch regelmäßige Kuscheleinheiten auf der Tagesordnung stehen. Der richtige Mix aus Ruhe und Aktivität ist ein wichtiger Bestandteil des Alltages mit dem Tier. Vergesse nie, dass dein Tier einst ein Arbeitstier war, das sinnvolle Beschäftigung sucht. Kontakte zu Menschen und anderen Hunden sind äußerst wichtig. Dies sollte bereits für die Welpen selbstverständlich sein, um ihnen eine positive Sozialisation mit auf den Weg zu geben. Ist der Samojede entgegen seines eigentlichen Wesens nicht an Menschen gewöhnt, so könnte dies später Probleme geben.

Wichtig beim Kauf eines Samojede

Wenn du einen Samojeden beim Züchter kaufst, solltest du sicher sein, dass er dort artgerecht gehalten wurde. Das heißt, dass er nicht aus dem Zwinger kommt und auf den Menschen geprägt wurde sowie ausreichend Bewegung hatte. Gehe also den Bedingungen seines Aufwachsens auf den Grund. Ist das Tier beim ersten Kontakt scheu, apathisch oder aggressiv, so ist dies ein schlechtes Zeichen. Der Preis von Samojeden liegt beim Züchter bei circa 1.300 € und mehr.
Für Samojeden aus dem Tierheim sind dieselben Punkte zu beachten. Mit ausreichend Zeit und Erfahrung, ggf. auch dem Besuch einer Hundeschule, kannst du aber trotzdem noch einiges erreichen und das Tier wird es dir zurückzahlen.

Erscheinungsbild Samojede

Der Samojede sieht mit seinem schrägen Augenansatz und dem Winkel der Lefzen, die etwas nach oben zeigen, stets aus, als würde er lächeln. Sein üppiges, weißes Fell ist ebenso auffällig. Bei den männlichen Tieren wird es schnell zu einer Art Mähne um die Schultern und den Hals, während das Fell am Kopf recht kurz ist. Das Fell hält im Winter gut warm, was auch in den kalten sibirischen Nächten der Fall war und der ganzen Familie zugutekam. Die Tiere kühlen sich gerne ab, können sich aber auch der Witterung anpassen. Die buschige Rute ist hoch angesetzt und ist oft gebogen zu sehen. Die Größe des ausgewachsenen Samojeden liegt durchschnittlich bei bis zu 57 bei Rüden und 53 cm bei den Weibchen. Sie kann aber auch bei nur 48 cm oder maximal 60 cm liegen. Das Gewicht ist entsprechend der Größe, nämlich zwischen 16 und 30 kg.

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Fakt ist, dass es Hunderassen gibt, die etwas leichter zu erziehen sind als andere. Zu diesen gehören Samojeden trotz ihrer Freundlichkeit des Wesens jedoch eher nicht. Auch mit mangelnder Intelligenz hat dies nichts zu tun, dass diese Rasse gerne aus der Reihe tanzt. Du solltest wissen, dass diese Hunderasse nicht bereit ist, sich unterzuordnen. Denn seine Instinkte sind noch immer dieselben geblieben. Ehemalige Jagdhunde haben ihre Triebe, die bisweilen wie Sturheit wirken, die es abzutrainieren gilt. Bedingungslose Strenge hilft hier jedoch nicht immer weiter. Vielmehr ist ein Vertrauen zueinander unabdingbar. Vertraut das Tier dir und besteht ein enges Verhältnis, wird es leichter auf dich hören. Eine frühe Erziehung mit Liebe und Geduld ist hier das A und O.

Aktivitätslevel des Samojede

Das Aktivitätslevel dieser Hunderasse ist ziemlich hoch. Denn der Samojede Hund braucht täglich etwa zwei Stunden Bewegung, was du unbedingt in deinen Tagesablauf bzw. dein Leben einplanen solltest. Dazu gehören Spaziergänge, aber auch immer wieder neue Herausforderungen. Neben Outdoor-Spielen, Rennen und spielerischen Jagen solltest du dem Tier auch geistige Abwechslung bieten. Da diese Vierbeiner nicht jedes Spiel unterwürfig mitspielen, benötigt du Ausdauer und Kreativität, um immer wieder neue Herausforderungen zu finden. Hundesport bietet sich ebenso an, damit der Vierbeiner ausgelastet ist. Wenn er außerdem seine Ruhephasen erhält, möglichst mit menschlicher Zuwendung, wird er entsprechend ausgeglichen und zufrieden sein.

samojede rennt durch den Garten

Gesundheit und Pflege des Samojeden Hundes

Eine gesunde Ernährung ist natürlich bei jedem Hund wichtig, so auch bei den Samojeden. Alle wichtigen Nährstoffe sollten ihm regelmäßig zugeführt werden. Dazu zählt viel Fleisch und Fisch, aber auch Gemüse und etwas Getreide. Achte auf die Inhaltsstoffe, wenn du Fertigfutter fütterst, denn diese sollten möglichst wertvoll sein. Das Fell muss außerdem gepflegt werden, da es recht lang ist. Das Tier ein- bis zweimal in der Woche gründlich zu bürsten, ist allgemein ausreichend. Ein spezielles Shampoo benötigst du nur, wenn das Fell beispielsweise nach Tollereien sichtbar schmutzig ist. In der Zeit des Fellwechsels ist sogar tägliches Bürsten ratsam, da die Samojede Haare ansonsten ausfallen und bei dir auf den Möbeln und dem Boden herumliegen. Die Krallen zu schneiden, Ohrenkontrolle sowie die Zahnreinigung sind ebenso wichtig bei diesem Tier. Bei reinrassigen Samojeden sind rassetypische Krankheit eher selten, da die Regeln sehr streng sind. Trotzdem gibt es einige mögliche Erbkrankheiten, beispielsweise Diabetes, Nierenentzündung, Zwergwuchs oder Taubheit. Der Tierarzt ist bei allen Fragen dein Ansprechpartner.

Ist der Samojede für mich geeignet?

Damit das typische und positive Samojede Wesen so richtig ans Tageslicht kommt, solltest du sowohl aktiv sein als auch ruhige, gemeinsame Stunden mit dem Tier verbringen. Die richtige Mischung ist hier wichtig. Ausreichend Zeit und liebevolle Konsequenz sind wiederum bei der Erziehung wichtig, sowohl bei Welpen als auch ausgewachsenen Samojeden. Deshalb ist er trotz aller Freundlichkeit kein Anfängerhund. Als Familienhund ist er nämlich nur dann geeignet, wenn ihm nicht zu langweilig wird und viel Bewegung angesagt ist. Enge Wohnungen sind nicht ideal für die Hunderasse Samojede. Die Lebenserwartung von Samojeden liegt bei zwischen 12 und 14 Jahren, worauf du dich außerdem einstellen solltest.

Interessantes und Wissenswertes über den Samojede

Einst war die Samojede Farbe weiß oder dunkel (braun und schwarz). Heute ist das Tier nach den Zuchtkriterien ganz selbstverständlich weiß bis cremefarben. Im Gegensatz zu anderen Schlittenhunden hat diese Rasse ein recht langes Fell, das es regelmäßig zu bürsten gilt.

Zum Wesen: Wundere dich nicht, wenn der Hund ab und an nicht mitmacht, wie du es gerne hättest. Denn Eigenwilligkeit ist eine typische Eigenschaft der Rasse. Manchmal sind Samojeden auch einfach zu intelligent und der Sinn eines Spieles möchte ihnen einfach nicht einleuchten.

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