Rottweiler

Ein unerschrockener und treuer Wachhund

Freundlicher Rottweiler

Alles im Überblick

Rottweiler stehen in dem Ruf, gefährlich und aggressiv zu sein. Doch wer das behauptet, tut dem Hund unrecht. Denn das Problem liegt hier, wie so oft, am anderen Ende der Leine: dem Besitzer. Gut sozialisiert und erzogen ist der Rottweiler ein freundlicher, anhänglicher Hund, der bei guter Erziehung sogar zu einem echten Kinderkumpel werden kann.

Steckbriefe Rottweiler

Geschichte und Herkunft des Rottweilers

Der Rottweiler ist bei der FCI unter der Nummer 147 in der Gruppe 2 eingeordnet, in der unter anderem Mollossoide zu finden sind. Die Vorfahren der Rottweiler waren bereits in der Antike bekannt. Schon rund 2.000 Jahre vor Christus wurden auf Abbildungen Hunde dargestellt, die den heutigen Mollossoiden ähneln: groß, kräftig und beeindruckend. Anhand der Darstellungen ist anzunehmen, dass sie Begleiter bei Kriegszügen waren. Ob sie wirklich an Kampfhandlungen teilnahmen oder lediglich die Lager bewachten, ist nicht bekannt. Im Römischen Reich waren die Molosser weit verbreitet. Auch hier dienten sie unter anderem als Militärhunde, allerdings waren sie dabei dafür verantwortlich, die Viehherden, die die Legionäre begleiteten, zu treiben. Sie waren also zu jener Zeit Hüte- und Treibhunde. So gelangten sie auch über die Alpen und in die römische Siedlung Arae Flaviae, dem heutigen Rottweil. Arae Flaviae war um das Jahr 75 nach Christus weit und breit die einzige römische Stadt und somit ein Marktplatz mit einem weiten Einzugsgebiet. Hier blühte auch der Viehhandel und die Vorfahren des Rottweilers erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Sie wurden mit einheimischen Hunden gekreuzt und im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sie sich zu treuen Wach- und Hütehunden, die nicht nur die Herden begleiteten, sondern auch auf den Besitz ihrer Menschen aufpassten. So ist überliefert, dass die Marktleute ihre Geldbörsen um den Hals des Hundes banden, denn Diebe wagten nicht, das Geld von den kräftigen Hunden zu stehlen. Vor allem die Metzger, die für den Viehhandel zuständig waren, wussten die Eigenschaften des Hundes zu schätzen. Sie legten bei der Zucht vor allem Wert auf Ausdauer, Wachsamkeit, Intelligenz und Treibeigenschaften. Die Hunde aus der Stadt Rottweil wurden als Rottweiler Metzgerhunde bekannt. Im späten Mittelalter war der Hund weit über die württembergischen Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Mit dem Aufkommen der Eisenbahnen musste das Vieh nicht mehr über lange Strecken getrieben werden. Es konnte auf einfache Weise mit den Eisenbahnwaggons transportiert werden. Viele Hüte- und Treibhunderassen starben aus. Nicht so der Rottweiler. Die Polizei entdeckte ihn und seit 1910 ist er offiziell als Diensthunderasse anerkannt. Der erste Standard des Rottweilers wurde 1883 von dem Tiermaler Albert Kull erstellt. Um 1900 wurden die ersten Zuchtvereine für Rottweiler gegründet, die sich 1921 zum Allgemeinen Deutschen Rottweiler-Klub zusammenschlossen. Von der FCI wurde die Rasse 1955 anerkannt.

Rottweiler auf Wiese

Wesensmerkmale des Rottweilers

Rottweiler sind weder aggressiv noch böse und gefährlich. Sie werden nur durch Menschen dazu gemacht. Manche Hunde werden durch die Unerfahrenheit ihrer Menschen so, anderen wird die Aggressivität angezüchtet. Der Rottweiler ist treu, anhänglich und liebt seine Menschen. Er wird daher dessen Befehle gehorsam ausführen. Gut erzogen und mit anderen Tieren sozialisiert ist er aber ein prima Kumpel, der mit seiner Familie durch dick und dünn geht. Im Grunde seines Herzens ist er kein bisschen aggressiv, sondern gelassen, freundlich und ausgeglichen, unerschrocken im besten Sinne. Er ist arbeitsfreudig und lernt gerne. Über Lob und Streicheleinheiten kann er sich riesig freuen.

Wie halte ich einen Rottweiler?

Der Rottweiler stellt keine besonderen Ansprüche, doch für eine Etagenwohnung ist er nicht geeignet. Am wohlsten fühlt er sich in einem Haus, in dem er sich freu bewegen kann. An einem Garten, in dem er toben darf, wird er viel Freude haben. Du solltest deinen Garten aber ausbruchsicher gestalten, wenn dein Rottweiler frei darin herumlaufen darf.

Wichtig beim Kauf eines Rottweilers

Da Rottweiler zu erblich bedingten Krankheiten neigen, ist es umso wichtiger, sich nach einem seriösen Züchter umzusehen. Eine gute Übersicht über Züchter, die auf das Wohl der Tiere bedacht sind, erhältst du beim VDH oder beim Deutschen Rottweiler-Klub. Der Deutsche Rottweiler-Klub hat sich auf die Fahnen geschrieben, Erbkrankheiten wie Hüftdysplasie und Ellbogendysplasie zu bekämpfen. Züchter, die diesem Verband angeschlossen sind, werden nicht mit kranken Tieren züchten. Du kannst also sicher sein, dass du einen gesunden Hund bekommst. Außerdem werden sie dir stets mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn du Fragen oder Probleme hast.

Rottweiler entspannt auf Rasen

Erscheinungsbild des Rottweilers

Rottweiler sind groß und kräftig, bepackt mit vielen Muskeln. Sein Rücken ist gerade, seine Brust breit. Kraftvolle Sprunggelenke verhelfen ihm zu Wendigkeit. Sein Fell besteht aus kurzem Deckhaar und Unterwolle, wobei das Deckhaar glatt und dicht ist. Rottweiler sind schwarzhaarig und sie haben rotbraune Abzeichen.

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Rottweiler sind intelligent und lernen daher leicht. Ihr „Will to please“, der Wunsch, seinem Menschen zu gefallen, ist bei ihm jedoch nicht so stark ausgeprägt wie bei anderen Diensthunden. Von blindem Gehorsam hält er nichts. Er möchte der Partner seines Menschen werden. Rottweiler sind sehr selbstbewusst, das zeigt sich bereits bei Rottweiler Welpen. Der kleine Rottweiler benötigt deshalb einen Menschen, der noch selbstbewusster auftritt als er selbst. Was bei allen Hunden gilt, gilt für den Rottweiler besonders: Die Erziehung muss liebevoll, aber konsequent sein.

Aktiver Rottweiler

Aktivitätslevel des Rottweilers

Der Aktivitätslevel des Rottweilers ist hoch, doch er stellt keine besonderen Ansprüche an seine Tätigkeiten. Er ist offen für alles. Ob lange Wanderungen oder Hundesport, solange der Rottweiler mit seinem Menschen zusammen ist, ist er zufrieden. Der intelligente Hund lässt sich auch zum Rettungs- und Fährtenhund oder Mantrailer ausbilden. Freundlich wie er ist, kommt er sogar als Therapiehund zum Einsatz.

Gesundheit und Pflege des Rottweilers

Das dichte, glatte Fell des Rottweilers ist pflegeleicht und muss lediglich einmal in der Woche oder nach Bedarf gebürstet werden. Rottweiler gelten als robust und werden selten krank. Wie alle großen Hunderassen können bei ihnen Ellbogendysplasie und Hüftdysplasie auftreten. Der Deutschen Rottweiler-Klub ist aber bemüht, diese Krankheiten zu bekämpfen. Es ist daher schon aus diesem Grund wichtig, einen Welpen nur bei einem seriösen Züchter zu kaufen. Bei guter Gesundheit und liebevoller Pflege kann ein Rottweiler durchaus auch älter als 10 Jahre werden.

Ist der Rottweiler für mich geeignet?

Der Rottweiler ist kein Hund für Anfänger. Denn das Kraftpaket ist nur zu händeln, wenn er souverän erzogen wird. Er ist auch nicht für Couchpotatos geeignet. Wenn du dir einen Rottweiler wünschst, solltest du bereit sein, viel Zeit mit ihm zu verbringen und sportlich aktiv zu sein.

Rottweiler liegt auf Boden

Interessantes und Wissenswertes über den Rottweiler

Leider wurde der Rottweiler von unverantwortlichen Hundehaltern schlecht erzogen oder gar als Kampfmaschine für Hundekämpfe missbraucht, was zu einem denkbar schlechten Ruf führte. Dieses Image wurde und wird leider durch Filme und in der Werbung weiter vermittelt. Selten spielt ein Rottweiler eine gute Rolle.

Er steht daher in den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf der sogenannten Liste der gefährlichen Hunderassen. Du musst mit besonderen Auflagen und höheren Kosten rechnen. Vor der Anschaffung solltest du dich erkundigen, wie die Regelungen in deinem Bundesland genau sind.

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