Mäuse und Ratten scheinen, bis auf die unterschiedliche Körpergröße, fast identisch zu sein. Woran mache ich also fest, welches dieser Tiere ich halten will?
Wir erklären dir, welche Unterschiede es zwischen Ratten und Mäusen gibt und welches der Tiere am besten zu dir passt.
Der Kauf von Ratten und Mäusen ist nicht besonders kompliziert.
Es gibt zahlreiche Anbieter, bei denen du deine Wunschtiere kaufen kannst:
Einige Verkäufer gehen jedoch nicht sehr verantwortungsbewusst mit den Nagetieren um. Achte deshalb darauf:
Manche Tierheime bieten ihre Ratten oder Mäuse sogar auf Probe an. Das kann eine sinnvolle Maßnahme sein, die Verträglichkeit des Neuzugangs vorab auszuprobieren, ehe man sich verbindlich festlegen muss. Bei Züchtern und Zoogeschäften hast du diese Möglichkeit normalerweise nicht.
Gewöhnliche Ratten und Mäuse bekommst du zu einem niedrigen Einkaufspreis (durchschnittlich 10 Euro pro Tier). Allerdings kommen noch Kosten für den Käfig und die Einrichtung hinzu. Stelle dich auf Erstausgaben von etwa 150 Euro ein.
Achte auch darauf, dass du die Ratte oder Maus sicher ins neue Zuhause transportierst. Leihe oder kaufe dir dazu eine kleine Box und bedenke, dass der kleine Passagier Kunststoff, Pappe und Holz innerhalb kurzer Zeit zernagen kann.
Mäuse und Ratten unterscheiden sich in vielen Punkten und in mancher Hinsicht sind sie gleich.
Die wichtigsten Unterschiede sind:
In diesen Hinsichten sind Mäuse und Ratten gleich:
Diese Voraussetzungen stellt die Ratte an ihre Unterkunft:
Ratten sind sozial und brauchen den Familienverband. Das Bedürfnis nach einem sozialen Gefüge schließt die Einzelhaltung aus. Du solltest dir also mindestens drei Tiere holen. Falls kein Nachwuchs gewollt ist, sollte die Gruppe gleichgeschlechtlich sein, alternativ dazu kann der Tierarzt deine Ratten auch kastrieren.
Ratten brauchen ausreichend Platz und ein vielfältiges Beschäftigungsangebot. Wenn diese Dinge fehlen, eignen sie sich störendes und stereotypes Verhalten an. Der Käfig sollte nicht kleiner als ein Kubikmeter sein. Zusätzlich solltest du deinen Ratten, nachdem sie zahm sind, regelmäßig Freilauf gewähren. Die Einrichtungselemente sollten Abwechslung bieten und sich an den natürlichen Vorlieben der Ratten orientieren. Ratten klettern gerne (Seile, Zweige, Hängebrücke etc.), bewegen sich auf verschiedenen Ebenen (Rampen, Aussichtsplattformen), knabbern an Dingen herum (Weiderolle oder naturbelassenes Holz) und brauchen Schlaforte (Ratten-Häuschen) und ein sicheres Versteck (ein großes Stück Rinde, ein Tunnel oder ein Haus aus Stein).
Deine Ratten brauchen Zugang zu frischem Wasser, welches du ihnen über eine Nippeltränke anbieten kannst.
In Hinblick auf die Fütterung sind Ratten sehr unkompliziert, weil sie zu den Allesfressern zählen. Du kannst ihnen Mäusefutter (am besten in Pelletform, damit die Ratten das Futter nicht selektieren) geben und zusätzlich Obst und Gemüse servieren. Auch tierische Eiweiße, wie Mehlwürmer, und Milchprodukte, wie das ein oder andere Stück Käse, sind bei den kleinen Nagern gern gesehen.
Da die Nagezähne der Ratte kontinuierlich wachsen, braucht sie einen harten Gegenstand (Holz, durchgetrocknetes Brot), an dem sie sich die Zähne abschleifen kann.
Lege den Käfigboden mit verträglicher Einstreu (u. a. Heu, Späne, Stroh oder Toiletten- und Küchenpapier) aus. Darin können die Ratten graben und sich gemütliche Nester bauen. Außerdem absorbiert die Einstreu den strengen Uringeruch. Mit dem richtigen Training werden Ratten sogar stubenrein, sodass du sie an eine Rattentoilette gewöhnen kannst.
Diese Voraussetzungen stellt die Maus an ihre Unterkunft:
Mäuse sind soziale Tiere und fühlen sich in der Einzelhaltung nicht wohl (Ausnahme: die Fettschwanz-Rennmaus lebt gern allein). Eine artgerechte Gruppe sollte aus mindestens drei Individuen bestehen. Allerdings musst du darauf achten, dass die Gruppenmitglieder gleichgeschlechtlich sind, weil sich Mäuse rasend schnell vermehren. Obgleich Mäuse sehr klein sind, gibt es einige Tierärzte, die sie trotzdem kastrieren. Jedoch kommt es aufgrund der geringen Körpergröße häufig zu Komplikationen. Einige Mäuse wachen nach der Narkose nicht wieder auf.
Falls du den Nachwuchs sogar ausdrücklich wünschst, musst du die Tiere natürlich nicht in reine Mädels- oder Jungsgruppen separieren, du solltest dir aber frühzeitig überlegen, was du mit den Nachkommen machst.
Mäuse langweilen sich nicht gerne und brauchen deshalb genügend Abwechslung und ausreichend (für eine Kleingruppe mindestens einen halben Kubikmeter) Platz. Langeweile wirkt sich nachteilig auf die Psyche und das Verhalten der Tiere aus. Achte deshalb darauf, dass die Einrichtungselemente vielseitig nutzbar sind und tausche sie hin und wieder gegen neue Gegenstände aus. Diese Einrichtung ist unverzichtbar und macht den Mäusen Spaß:
Mäuse müssen jederzeit die Möglichkeit haben, frisches Wasser trinken zu können. Nippeltränken haben den Vorteil, dass sie nicht so leicht verschmutzen, wie zum Beispiel ein offener Napf.
Der Fachhandel bietet für Mäuse Vollnahrung an. Lose Futtermischungen haben gegenüber Pellets den Nachteils, dass die Mäuse selektieren, also nicht alle Bestandteile in der gleichen Menge fressen, wodurch es zu Mangelerscheinungen kommen kann. Das Hauptfutter kannst du erweitern, indem du deinen Mäusen hin und wieder frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte und tierisches Protein servierst. Achtung: Mäuse aus trockenen Regionen vertragen nicht so viel Feuchtigkeit. Füttere diese Tiere statt mit frischem lieber mit getrocknetem Obst.
Die Nagezähne der Maus wachsen ein Leben lang. Damit es nicht zu einer Zahnfehlstellung und schmerzhaften Verletzungen kommt, braucht sie Gegenstände (Beispiel: hartes Brot oder spezielle Kauspielzeuge für Mäuse aus dem Zoofachmarkt) an denen sie sich die Zähne kürzen kann.
Entscheide dich für eine Einstreu (du kannst aus einer breiten Produktpalette wählen: Hanf, Baumwolle, Pellets aus Stroh etc.) und lege den Käfigboden damit aus. Die Mäuse können darin wühlen und sich gemütliche Kuschelecken bauen. Außerdem beugt die Einstreu unangenehmen Gerüchen vor. Biete deinen Mäusen, wenn du magst, zusätzlich eine mit Sand gefüllte Ecktoilette an.
Weil es bei Ratten und Mäusen so viele Überschneidungen gibt, fällt die Entscheidung für oder gegen eine der Gattungen nicht leicht.
Folgende Fragen sollen dabei helfen, deiner persönlichen Entscheidungen auf die Spur zu kommen: