Magyar Vizsla

ein kluger Gefährte mit viel Ausdauer

Magyar Vizsla liegt auf wiese

Alles im Überblick

Der Magyar Vizsla ist fleißiges Arbeitstier. Im Gegensatz zu vielen anderen Hunderassen wird der ungarische Vizsla heute noch immer in seinem traditionellen Funktionsbereich, der Jagdbegleitung, eingesetzt. Der Trend geht jedoch zunehmend in Richtung Familienhund, da er einen guten Draht zu Kindern hat.

Steckbriefe von Magyar Vizsla

Geschichte und Herkunft des Magyar Vizsla

Der Vizsla blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, deren Ursprung etwa auf das 13. Jahrhundert datiert werden kann. Zu diesem Zeitpunkt reisten die Magyaren (ein ungarisches Wandervolk) mit der Jagdhundrasse in die europäischen Nationen ein.
Dort fanden dann Zufallskreuzungen, beispielsweise mit den pannonischen Jagdhunden, den Sloughis und den türkischen Vorsteherhunden statt.
Während der Vizsla heutzutage vermehrt als Begleithund fungiert, wurde er traditionell zum Vorstehen (Beute aufspüren und anzeigen) eingesetzt.
Die ersten Zucht Bemühungen wurden bereits im 17. Jahrhundert unternommen. Allerdings brachen die Bestände (beispielsweise aufgrund der Weltkriege oder durch das Aufkommen konkurrierender Hunderassen) mehrmals ganz erheblich ein.
Nach einer Rettungsaktion 1916 wurde die Zucht 1920 wieder im großen Rahmen aufgenommen.
1936 wurde zunächst die glatthaarige Variante und 1965 schließlich auch der Drahthaar-Vizsla von FCI als zwei eigenständige Rassen anerkannt.
Seit 1977 wird die Vizsla-Szene zusätzlich tatkräftig von dem Verein Ungarischer Vorsteherhunde unterstützt, sodass mittlerweile ein jährlicher Zuwachs von knapp 200 Nachkommen verzeichnet werden kann.

Magyar Vizsla pointiert

Wesensmerkmale eines Magyar Vizslas

Der ungarische Vizsla ist ein bewegungsfreudiges Arbeitstier. Das Jagdinteresse, der Wunsch nach Beschäftigung und die Kooperationsbereitschaft gegenüber seinem Halter, machen seinen Hauptcharakter aus.
Neben der körperlichen Komponente verlangt der Vizsla auch nach kognitiven Aufgaben, da er sowohl neugierig als auch intelligent ist und ohne Herausforderungen zur Langeweile neigt.
Übrigens: Der Vizsla ist darauf trainiert zu bellen, wenn er ein Beutetier erspäht. Deshalb ist es auch bei gutem Training eher unüblich, dass dieses instinktive Reaktionsmuster vollständig aufgehoben werden kann.
Unter der Voraussetzung, dass der Vizsla gut erzogen und ausgelastet ist, kann er auch eine Reihe familientauglicher Facetten präsentieren. Dazu gehören das ausgeprägte Nähebedürfnis, sein (kinder-) freundliches Wesen und die allgemein gute Sozialverträglichkeit. Letztere schließt sowohl Menschen jeder Altersklasse als auch Artgenossen und andere Haustiere mit ein.

Wie halte ich einen Magyar Vizsla?

Die Tatsache, dass der Vizsla zu den Jagdhunden zählt, führt dazu, dass er in einem Jäger-Haushalt am besten aufgehoben ist.
Unter der Voraussetzung, dass er erzogen, sozialisiert und beschäftigt wird, kann er sich jedoch auch mit dem Dasein als Familienhund arrangieren. Durch die gute Verträglichkeit, kommt der ungarische Jagdhund auch mit Katzen und Kleinkindern zurecht.
Aufgrund des hohen Aktivitätslevels, ist der Vizsla in erster Linie für große Gartengrundstücke zu empfehlen. Die Wohnungshaltung kann aber auch funktionieren, sofern er sich täglich mehrere Stunden außerhalb des Gebäudes bewegen kann.
Die Unterbringung im Zwinger oder die Arbeit als reiner Wachhund sind jedoch ausgeschlossen, da der Vizsla eine komplexe Auslastungsform und Familienanschluss braucht. Einseitige Beschäftigung und das Leben in Isolation sind potenzielle Auslöser, aufgrund derer es zu Verhaltensproblemen kommen kann.

Wichtig beim Kauf eines Magyar Vizslas

Du interessierst dich für einen Vizsla, doch worauf ist zu achten und wo kannst du einen reinrassigen Vizslawelpen herbekommen?
Bei der Suche nach einem Vizsla mit gesicherter Herkunft, kannst du den Verein für Ungarische Vorsteherhunde kontaktieren. Dadurch, dass die Rasse recht selten ist, stehen die Chancen am besten, auf diesem Wege an ein tolles Tier zu kommen. Allerdings achten die Züchter auf gute Anlagen zur Jagdtauglichkeit. Stelle dich also darauf ein, dass du den Hund für die Jagd gebrauchen oder eine ähnliche Beschäftigungsform für ihn finden musst.
Hinweis: Um sicherzugehen, dass der zukünftige Halter mit dem Vizsla fertig wird, geben einige Züchter ihre Hunde grundsätzlich nur an passionierte Jäger ab.
Abgesehen davon ist es wichtig, dass
• du die Aufzuchtstätte/den Wurf mitsamt der Mutter nach Absprache besichtigen kannst,
• seitens des Züchters eine gründliche Gesundheitsvorsorge betrieben wird,
• es Abstammungspapiere ohne Doppelnennungen gibt und
• du dich nicht von Niedrigpreisen und lukrativen Onlineangeboten locken lässt.
Obgleich die ungarische Jagdhundrasse im Tierschutz nicht sehr häufig anzutreffen ist, vermitteln einige Vereine (wie „Vizsla in Not“) reinrassige- oder Mischlingshunde aus zweiter Hand. Bei diesen Hunden kann – je nach Vorgeschichte – jedoch ein hohes Erziehungserfordernis bestehen. Falls du dich für einen Vizla aus dem Tierschutz entscheidest, solltest du dieser Herausforderung gewachsen und am besten bereits hundeerfahren sein.
Übrigens: Während die kurzhaarige Variante noch vergleichsweise häufig nachgezüchtet wird, sind drahthaarige Exemplare und Rassemixe eine echte Seltenheit.

Drahthaar Magyar Vizsla im Profil

Erscheinungsbild Magyar Vizsla

Die Leidenschaft für körperliche Aktivitäten ist dem Vizsla bereits anzusehen. Er hat einen geraden Rücken mit einer windschnittigen, athletischen Gesamtstatur. Auf den ersten Blick wirkt er fast schon unreal, weil seine Proportionen so symmetrisch sind.
Da die Tradition des Kupierens (Amputation) des Schwanzes mittlerweile fast überall verboten ist, tragen die ungarischen Jagdhunde heutzutage eine voll ausgebildete Rute, die etwa so lang wie zwei Drittel der Hinterbeine ist.
Während der übrige Körper faltenfrei ist, hat der Vizsla eine leicht zerfurchte (an Sorgenfalten erinnernde) Stirn.
Die V-förmigen Schlappohren sind auffallend groß und hängen seitlich am Kopf herab.
Die wachen Augen der erwachsenen Vizslas sind braun und passen damit wunderbar ins einheitliche Farbkonzept.
Vizslas haben keine Unterwolle. Ihr Fell ist kurz, dicht, drahtig oder glatt.
Die Fellfarbe ist in der Regel semmelgelb. Kleine, weiße Abzeichen dürfen vorkommen, rote oder braune Abstufungen sind jedoch unerwünscht.

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Vizslas gelten als leicht erziehbar und bringen mit ihrer schnellen Auffassungsgabe und der Bereitschaft, Signale umzusetzen, bereits tolle Eigenschaften mit.
Demgegenüber haben sie jedoch auch Anlagen, wie Sensibilität und Stressanfälligkeit, die das Vertrauen zum Halter auf eine Probe stellen können. Die Erfolgsfaktoren in der Erziehung sind deshalb Souveränität und Empathie.
Ein weiterer Erziehungsschwerpunkt liegt auf der Sozialisation. Hundeschulen sind Orte, an denen Hundebegegnungen geübt werden können und empfehlen sich deshalb für die kontrollierte Sozialarbeit.
Die größte Herausforderung liegt jedoch im Jagdinstinkt. Mit konsequentem Rückruf- und Jagdersatztraining lässt sich der ungarische Jagdhund jedoch so gut kontrollieren, dass der Freilauf möglich ist. Selbst das harmonische Zusammenleben mit Katzen kann auf der entsprechenden Erziehungsgrundlage funktionieren.
Bei einer aktiven Hunderasse, wie dem Vizsla, ist es ebenfalls wichtig, dass der Hund Ruhe halten kann. Hunde, die nicht gelernt haben, ihre Impulse zu kontrollieren, sind nämlich sehr reizoffen, was die Nerven des Hundehalters auf eine harte Belastungsprobe stellen kann.

Aktivitätlevel des Magyar Vizslas

Der ungarische Vizsla ist ein anspruchsvoller Hund, der sich mit Standard Spaziergängen nicht so einfach abspeisen lässt. Das hängt mit seinem jagdinteressierten Naturell zusammen. Der Hund ist das Anzeigen und Apportieren von Wildtieren gewohnt.
Das Jagen ist eine komplexe Tätigkeit, die den Hund vor körperliche und mentale Herausforderungen stellt. Er braucht also eine adäquate Ersatzbeschäftigung, falls er seine Jagdambitionen in seinem Zuhause nicht ausleben kann.
Das sind mögliche Beschäftigungsideen:

  • Hundesport (Beispiel: Agility)
  • Nasenarbeit (Beispiel: Mantrailing)
  • Wassersport (Beispiel: Dog Diving)
  • Professionelle Ausbildung (Beispiel: Wasserrettungshund)
  • Gemeinschaftssport (Beispiel: Radsport)
Magyar Vizsla schnüffelt

Gesundheit und Pflege des Magyar Vizsla

Auch wenn die Fütterung der Magyar Vizslas grundsätzlich nicht sehr kompliziert ist, haben diese Hunde meist einen sehr aktiven Lebensstil. Dementsprechend sollte die Nahrung ihren Energiehaushalt decken, also Kohlenhydrate enthalten und proteinhaltig sein.
Da Vizslas keine Unterwolle haben, sind sie in puncto Fellpflege anspruchslos. Selbst bei groben Verunreinigungen reicht die Behandlung mit der Bürste und einem feuchten Lappen in der Regel völlig aus.
Außerdem solltest du dir die regelmäßige Kontrolle der Ohren, Zähne, Krallen und Augen angewöhnen.
Vergewissere dich nach einem Ausflug in die Natur, dass keine Zecken im Fell zurückgeblieben sind.
Vizslas mit erhöhter Inzuchtrate haben häufig Probleme mit Hüftgelenksdysplasie, Tumor- und Hauterkrankungen oder Epilepsie. Hunde von seriösen Züchtern sind demgegenüber meist langlebig (bis 15 Jahre) und gesund. Doch selbst bei einer gründlichen Selektionsarbeit, kann der Hund von der vizsla-typischen Erbkrankheit, der Vizsla Myositis (Muskelschwäche in der Kiefergegend), betroffen sein.

Ist der Magyar Vizsla für mich geeignet?

Der Magyar Vizsla passt zu dir, wenn du den nachfolgenden Aussagen zustimmen kannst:

  1. Du bist Jäger, bist sportlich und/oder im Rettungsdienst aktiv?
  2. Du bist hundeerfahren oder verfügst über die Bereitschaft, die Dienste eines Hundetrainers in Anspruch zu nehmen?
  3. Du bist ausgeglichen, sanftmütig und souverän?
  4. Dein Leben ist so stabil, dass du die Verantwortung für einen Hund in den folgenden 15 Jahren übernehmen kannst?
  5. Du hast einen großen Garten oder Beschäftigungsalternativen außer Haus?
  6. Du kannst und möchtest deinen Vizsla in dein Berufs- und Familienleben integrieren?
Magyar Vizsla entspannt

Interessantes und Wissenswertes über den Magyar Vizsla

Der ungarische Vizsla liefert ein ansprechendes Gesamtpaket. Dadurch, dass er in vielen Punkten (beispielsweise hinsichtlich der Größe und der Belastbarkeit) durchschnittlich ist, kommt er für eine Vielzahl von Familien und Haltungsformen in Betracht. Seine Beliebtheit stieg in den letzten Jahren rapide, weil er bei entsprechender Auslastung auch als Familienhund gehalten werden kann.

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