Katze beschäftigen - wie es geht und warum es wichtig ist

Katze beschäftigen

Alles im Überblick

Da ein Großteil der Katzen in der Wohnung lebt, ist es wichtig, sich darüber zu informieren, wie man seine Katze beschäftigen kann. Natürliche Beschäftigungsquellen, wie das Klettern, Jagen und Kämpfen kommen im Alltag einer Hauskatze nicht vor. Deshalb brauchen sie einen gleichwertigen Ersatz.
Wir zeigen dir, wie eine artgerechte Alternative aussehen kann.

Katzenbeschäftigung – so hat deine Katze sicher keine Langeweile mehr

Gelangweilte Katzen schlafen viel, entwickeln stereotype Auffälligkeiten oder sonstiges Störverhalten, beispielsweise ein Aggressionsproblem. Deshalb ist es wichtig, dass du mehrmals täglich (bei einer reinen Wohnungskatze etwa dreimal am Tag) für Ablenkung sorgst.

Auf diese Art kannst du deine Katze beschäftigen:

  • Bewegungsspiele

  • Versteckspiele

  • Fangspiele

  • Intelligenzspiele

  • Futterspiele

  • Klickertraining

Katzen beschäftigen DIY – Ideen zum Selbermachen

Der Markt an Katzenspielzeug ist unermesslich groß. Du musst aber nicht zwangsläufig Geld in die Beschäftigung deiner Katze investieren. Um deinen Stubentiger zufriedenzustellen, reichen selbstgemachte Spielzeuge vollkommen aus:

  • Du kannst alte Regale oder Leitern einfach zu Kletterelementen umfunktionieren, indem du die einzelnen Bretter/Stufen mit Sisal umwickelst oder mit altem Teppich beklebst.

  • Bewahre Pakete oder Umzugskisten auf und lasse die Katze damit spielen. Indem du verschiedene Öffnungen ausschneidest oder die Kiste mit zerknülltem Zeitungspapier befüllst, kannst du verhindern, dass es der Katze zu eintönig wird.

  • Falls du eine leere Chipsrolle hast, kannst du diese mit kleinen Löchern versehen. Diese sollten etwas größer als die Lieblingssnacks deiner Katze sein. Fülle die Chipsrolle nun mit kleinen Leckereien auf und lasse die Katze damit spielen. Indem sie die Packung über den Boden rollt, kommt sie an die Leckerchen heran.

  • Hebe die intakten Bestandteile auf, wenn die Spielzeuge deiner Katze beim Toben kaputtgegangen sind. Sobald du genügend Einzelteile beisammen hast, kannst du daraus ein neues Spielzeug kreieren (du kannst beispielsweise zwei alte Spielzeugmäuse mit einem Glöckchen und Füllmaterial befüllen und zu einem Fantasietier zusammennähen). Die Methode der Wiederverwertung ist nachhaltig und abwechslungsreich.

  • Nicht alle Katzen haben die Möglichkeit, tagsüber in der freien Natur zu sein. Bringe deiner Katze deshalb ruhig ein paar natürliche Gegenstände, wie einen Ast zum Kratzen oder eine Wühlkiste mit Walderde oder Laub, von draußen mit. Diese natürliche Beschäftigungsform ist nicht nur abwechslungsreich und artgerecht, sondern auch umsonst.

Beschäftigung für Katzen ist ein MUSS – das sind die Gründe

Freilebende Katzen nutzen das Spiel vor allem als Vorbereitung auf die echte Jagd. Nur weil domestizierte Wohnungskatzen von ihrem Halter versorgt werden, heißt das aber nicht, dass dieser auf die Bereitstellung von Beschäftigungsangeboten verzichten kann. Denn das gemeinsame Spiel trägt dazu bei, dass:

  • sich beide Spezies besser kennenlernen

  • keine Langeweile, keine stereotypen Verhaltensmuster und keine Zerstörungswut entstehen

  • die Katze körperlich beweglich und geistig leistungsfähig bleibt

Katze beschäftigen

Spielzeug für Katzen zur Selbstbeschäftigung – wie und wo findest du das Richtige?

Katzenspielzeug gibt es in vielen Supermärkten, in Zoogeschäften und im Internet. Die angebotene Ware unterscheidet sich hinsichtlich der Liefer- und Zahlungsmodalitäten, der Qualität und auch im Preis.

Einige der Spielzeuge sind zwar günstig, sie können aber potenziell lebensbedrohlich sein und sind womöglich ungesund.

Achte darauf, dass das Katzenspielzeug folgende Kriterien erfüllt:

  • Gefärbte Materialien, wie Federn, müssen frei von giftigen Farbstoffen sein. Außerdem solltest du Produkte mit chemischen Zusätzen (Konservierungsmittel, Formaldehyd, Chrom-VI, Säuren, pflanzliche Gifte, Laugen) umgehen.

  • Ökologisch produzierte Katzenspielzeuge (beispielsweise aus Naturmaterialien wie Schafwolle, Baldrian, Leinen, Katzenminze, Holz oder Dinkelspelz) sind eine ungefährliche Alternative, mit der du die Gesundheit deiner Katze schützen kannst.

  • Räume die Katzenangeln nach dem Spielen wieder weg. Wenn die Katze allein mit der Angel spielt, legt sich das Seil sonst schlimmstenfalls um ihren Hals und zieht sich bei dem Befreiungsversuch deiner Samtpfote zu.

  • Die Katze sollte mit Katzenspielzeug, das Kleinteile, wie zum Beispiel kleine Knöpfe oder Glöckchen enthält, nur unter Aufsicht spielen. Falls sich eines dieser kleinen Teilchen löst, ist es wichtig, dass du sofort reagieren kannst, damit sich die Katze nicht daran verschluckt.

Katze beschäftigen

Wohnungskatzen beschäftigen – was ist ein guter Ersatz für den Freilauf?

Einige Katzen streunen frei herum, andere haben stundenweisen Zugang zur Natur und wieder andere – die reinen Wohnungskatzen – können aufgrund der örtlichen Beschaffenheit gar nicht raus. Die Natur ist vielfältig und eröffnet der Katze zahlreiche Beschäftigungsoptionen (Beispiel: klettern, kratzen, jagen, Gerüche wahrnehmen, Sonnenbad). Wohnungskatzen brauchen einen adäquaten Ersatz, weil ihnen diese Dinge fehlen.

So kannst du eine Katze beschäftigen, die 24/7 drinnen ist:

  • Spiele gemeinsam mit deiner Katze (zum Beispiel mit dem Laserpointer oder der Katzenangel) und lege Spielsachen aus – offen oder versteckt -, die sie alleine nutzen kann (zum Beispiel Bälle oder Baldriankissen). Indem du das Spielzeug regelmäßig austauschst, weckst du das Interesse der Katze und sorgst für Varianz.

  • Kratzbäume sind für Wohnungskatzen essenziell. Die bieten der Katze nicht nur eine Kletter- und Kratzgelegenheit, sondern schaffen auch Aussichtspunkte und laden zum Ruhen ein. All diese Beschäftigungen kommen auch im Alltag einer wilden Katze vor und sind damit das Fundament einer artgerechten Haltungsform. Damit der Katze nicht langweilig wird, kannst du die einzelnen Elemente durch andere ersetzen (es gibt beispielsweise Tunnel, Hängematten, Leitern, Plattformen und Kästen) oder neu miteinander kombinieren.

  • Ein katzensicherer Balkon ist ein toller Kompromiss, wodurch die Samtpfote die Jahreszeiten erleben und natürliche Eindrücke (Gerüche, Geräusche) erfahren kann, ohne, dass sie sich dafür in Gefahr begibt. Richte ihr alternativ dazu einen Platz am Fenster ein. So hat sie zwar keinen direkten Kontakt mit der Außenwelt, aber immerhin den visuellen Reiz.

  • Die beste Beschäftigung ist ein gleichgesinnter Spielkamerad. Katzen sind prinzipiell gesellig (die Katzen sollten sich von Anfang an kennen und bestenfalls in einem ähnlichen Alter sein) und lieben es, mit ihren Artgenossen zu interagieren. Der Mensch ist zwar eine soziale Bezugsperson, er ist aber kein gleichwertiger Ersatz. Die Anwesenheit einer zweiten Katze beugt vor allem dann, wenn der Halter außer Haus ist, Trauer, Verhaltensstörungen und Langeweile vor.

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Kitten beschäftigen – so haben auch die Kleinsten ihren Spaß

Kitten testen sich spielerisch aus. Sie nutzen das gemeinsame Spiel, um Kämpfe und die Jagd zu imitieren und eignen sich auf diese Weise überlebenswichtige Fähigkeiten an. Spielzeug, das sich schnell bewegt (beispielsweise eine Katzenangel oder eine aufziehbare Maus), ist für die kleinen Vierbeiner deshalb besonders interessant.

Wichtig ist aber auch, dass die Kitten ihren Körper kennenlernen. Sie brauchen deshalb einen geschützten Rahmen, in dem sie sich artgerecht bewegen, also zum Beispiel klettern, können. Einige Kratzbäume sind extra für kleine Katzen/Kitten konzipiert. Bei diesen Kratzbäumen liegen die einzelnen Etagen dicht beisammen, außerdem sind Kletterbäume für Kitten nicht so hoch. Das soll den Schutz der zunächst noch ungeschickten Kitten im Falle eines Sturzes sicherstellen.

Ansonsten unterscheiden sich die Bedürfnisse von Kitten und adulten Katzen kaum. Selbst die Kleinen fangen schon sehr früh mit dem Krallenwetzen an. Deshalb solltest du ihnen von Anfang an Kratzmatten oder Kratzpappe zur Verfügung stellen. Achte darauf, dass die Katze nur an diesen Stellen kratzt und nur mit ihrem eigenen Spielzeug spielt. Hände und Füße sind tabu. Die Katze muss deine körperlichen Grenzen kennenlernen, damit sie dich oder deine Besucher als ausgewachsene Katze nicht versehentlich verletzt.

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