Maine Coon

Der sanfte Riese unter den Hauskatzen

silberne Maine Coon Katze

Alles im Überblick

Geschichte und Herkunft der Maine Coon

Über die Herkunft der Maine Coon ranken sich viele Geschichten. Eine erzählt davon, dass bereits die französische Königin Marie Antoinette Ende des 18. Jahrhunderts die Katzen gezüchtet hat. Andere vermuten, dass Katzen mit Waschbären gekreuzt wurden, wovon sich auch der Name „Coon“ vom dem englischen Wort „Racoon“ für Waschbär ableiten soll. Als gesichert gilt, dass die Katzen auf den Schiffen, die die Siedler im 19. Jahrhundert nach Amerika brachten, besonders groß und robust sein mussten, um die Schiffe rattenfrei zu halten. Auch die Siedler wussten diese Eigenschaften auf ihren Farmen zu schätzen. Das halblange Fell kam den Katzen in den kalten Wintern im Nordosten der USA an der Grenze zu Kanada zugute.

Die ersten Nachweise über die Existenz der sogenannten Zottelkatzen stammen aus dem Jahr 1860. Im Jahr 1895 gewann eine Main Coon die New Yorker Katzenausstellung. Doch in Züchterkreisen geriet die Katze mehr und mehr in Vergessenheit. Andere Rassen wurden modern, allen voran die orientalischen Rassen wie die Perserkatze oder die Siamkatze. Einzig die Farmer schätzten die Besonderheiten ihrer „Coony“, wie sie oft liebevoll genannt wird. Sie waren fest davon überzeugt, dass ihre Katzen intelligenter waren als alle anderen. Oft brachten sie ihnen Kunststücke bei, die sie ihren Nachbarn und auf Volksfesten vorführten.

Selbstverständlich wollte jeder zeigen, dass er die klügste und beste Main Coon hat. Sie gilt daher als Amerikas erste Showkatze. Im Jahre 1950 wurde der Central Maine Cat Club gegründet und von da an begann der rasante Aufstieg der Main Coon. 1973 wurde die Main Coon als eigenständige Rasse vom amerikanischen Zuchtverband anerkannt, 1983 erfolgte die Anerkennung durch den Weltverband FiFe. Dadurch wurde die Rasse auch in Europa bekannt und beliebt. Sie gehört heute zu den beliebtesten Katzenrassen weltweit.

Wesensmerkmale und Charaktereigenschaften Maine Coon

Main Coon sind gute Jäger und in den USA werden sie immer noch als „Working-Cats“ betitelt. Meist werden sie heute nicht mehr Haus und Hof von Mäusen und Ratten freihalten müssen. Sie möchten jedoch nach wie vor aktiv sein und benötigen daher viel Beschäftigung. Wenn du eine Main Coon nur bei dir im Haus oder der Wohnung leben und keinen Freigang erhalten soll, dann musst du dafür sorgen, dass sie sich trotzdem austoben kann. Main Coons sind sehr anhänglich und menschenbezogen. Sie fordern Nähe und Spieleeinheiten nötigenfalls lautstark ein. Sie sind sehr sozial, freundlich und offen. Sie sind prima Kinderkumpel, da sie bis ins hohe Alter gerne spielen. Mit anderen Katzen und Hunden verstehen sie sich in der Regel gut. Du kannst den intelligenten Main Coons Kunststücke beibringen. Manche von ihnen haben sogar das Apportieren gelernt. Kein Wunder also, dass sie oft auch als Hund unter den Katzen bezeichnet wird. Im Gegensatz zu anderen Haus- und Rassekatzen mögen Main Coons Wasser.

Wie halte ich eine Maine Coon?

Main Coons sind anders als andere Katzen. Sie haben deshalb auch spezielle Bedürfnisse.

Als Freigänger oder reine Wohnungskatze halten?

Du kannst eine Maine Coon als reine Wohnungskatze halten. Oft wird sogar dazu geraten, die wertvollen Tiere nicht auf die Straße zu lassen. Du musst aber bedenken, dass deine Maine Coon einen hohen Bewegungsdrang hat und dein Haus oder deine Wohnung entsprechend mit Klettermöglichkeiten und Kratzbäumen einrichten, damit sie sich austoben kann. Beim Einrichten musst du auch darauf achten, dass Maine Coons größer und meist schwerer sind als Durchschnittskatzen. In der Regel ist eine Maine Coon am liebsten in Gesellschaft und bei ihren Menschen, es wird sie daher nicht so sehr nach draußen ziehen, wie andere Katzen. Was viele Maine Coons aber mögen, ist ein Spaziergang mit ihren Menschen. Du kannst ihr dabei eine Katzenleine anlegen, doch sie wird dir auch ohne hinterher laufen.

Wie viele Aktivitäten braucht die Maine Coon täglich?

Wie lange du dich täglich mit deiner Main Coon beschäftigen musst, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt vom individuellen Charakter der Katze ab, vom Alter, davon, welche anderen Möglichkeiten ihr zur Verfügung stehen und ob sie eventuell Artgenossen hat, mit denen sie spielen und sich beschäftigen kann. Doch eines steht fest: Sie benötigt mehr Aktivitäten und Beschäftigung als andere Katzen.

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Fellpflege und Ernährung der Maine Coon

Die Fellpflege ist nicht so aufwändig, wie es dir vielleicht auf den ersten Blick scheint. Es reicht, wenn du deine Maine Coon einmal pro Woche bürstest, in der Zeit des Fellwechsels gegebenenfalls auch öfter. Bei Freigängern kann es nötig sein, dass du Laub und Schmutz aus dem Fell entfernst. Besonders in den Sommermonaten solltest du das Fell gründlich nach Zecken und anderen Parasiten absuchen.

Eine so große und aktive Katze wie die Maine Coon benötigt natürlich viel Energie. Du solltest deshalb besonders auf hochwertiges Futter achten. Zucker sollte dabei auf keinen Fall enthalten sein.

Gesundheit und Pflege der Maine Coon

Main Coons sind sehr robuste Katzen, dennoch können bei ihr größenbedingte Krankheiten auftreten. So treten zum Beispiel häufig Dysplasien auf, Gelenkerkrankungen, die man sonst nur von großen Hunden kennt. HCM ist eine angeborene Erkrankung der Herzmuskulatur, die oft zu Atemnot führt. Maine Coons können auch an spinalen Muskelatrophie, kurz SMA, leiden, einer Erkrankung der Nervenzellen. Es ist daher besonders wichtig, dass du dich nach einem seriösen Züchter umschaust, wenn du dir eine Maine Coon als Genossen ins Haus holen möchtest. Er wird alle nötigen Untersuchungen durchführen und nur mit gesunden Tieren züchten. So wird das Risiko für Krankheiten minimiert und einem langen, glücklichen Katzenleben steht nichts im Wege. Oder schaue dich doch einmal in Tierheimen oder bei Katzenhilfen um. Leider schützt der Stammbaum einer Rassekatze nicht davor, abgegeben zu werden.

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Ist die Maine Coonfür mich geeignet?

Maine Coons möchten Abenteuer erleben und spielen. Sie brauchen Menschen, die viel Zeit mit ihnen verbringen. Viel Trubel macht ihnen in der Regel nichts aus und sie gilt als die ideale Familienkatze. Doch du solltest ihr auch Rückzugsmöglichkeiten bieten und deine Kinder sollten verstehen können, dass auch die verspielteste Katze einmal Ruhe benötigt. Maine Coons sind anhänglich und brauchen Gesellschaft. Wenn sie öfter alleine bleiben muss, dann sollte sie mit einem Artgenossen zusammenleben dürfen. Wenn sie keinen Freigang hat und ab und an alleine bleiben soll, dann ist das unerlässlich. Es muss aber keine andere Maine Coon sein, sie vertragen sich mit allen anderen Katzen auch, wenn diese ebenfalls sozial und mit Artgenossen verträglich sind.

Besonders während des Fellwechsels können Maine Coons auch einmal ihre Haare in der ganzen Wohnung verteilen. Daran darfst du dich nicht stören.

Interessante Fakten über die Maine Coon

Main Coons bleiben lange ein Kitten. Erst im Alter von drei bis vier Jahren sind sie ausgewachsen.

Die Main Coon wurde 1985 zur Staatskatze des Bundesstaates Maine ernannt, dessen Name sie trägt.
Zum Filmstar wurde Maximus, ein Maine Coon-Kater, der in den Harry Potter-Verfilmungen in die Rolle der „Mrs. Norris“ schlüpfte, der Katze des stets grantigen Hausmeisters Argus Filch.

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