Katzengras

Warum deine Samtpfote nicht auf ihre Dosis Gemüse verzichten kann

Katze frisst Katzengras

Fast jede Katze knabbert hier und da an den saftig-grünen Blättern von Katzengras. Freigänger haben dazu öfters die Gelegenheit, doch auch Wohnungskatzen sind keine Kostverächter. Katzenhalter fühlen sich durch dieses Verhalten manchmal irritiert. Warum fressen Katzen Gras? Es ist ihr Instinkt, der sie dazu treibt. Denn diese Nahrungsergänzung ist äußerst wichtig für einen gesunden Verdauungstrakt. Hier erfährst du, weshalb Katzengras nicht nur eine kleine Mahlzeit zwischendurch ist. Es ist auch kein Mittel gegen Langeweile! Im Gegenteil, es ist für die Gesundheit unserer Stubentiger unverzichtbar.

Alles im Überblick

Das richtige Katzengras

Katzengras sollte so beschaffen sein, dass es deine Katze nicht verletzt. Es darf also nicht scharfkantig sein und auch nicht so hart, dass es womöglich in die Nase sticht oder den Rachenraum zerkratzt. In der freien Natur suchen sich unsere Stubentiger ihr Katzengras selbst. Wenn du deine Wohnungskatze mit diesem lebenswichtigen Nahrungszusatz unterstützen willst, solltest du ihr am besten ein weiches, saftiges Katzengras bieten, das in einem Topf am Fenster wächst und gedeiht. Im Fachhandel und online findest du die entsprechenden Produkte einfach und schnell.

Wie oft soll man Katzengras geben?

Eine Überdosierung an Katzengras ist nicht möglich. Deine Mieze weiß im Normalfall genau, wann und wie oft sie sich bedienen möchte. Allerdings sollte es dir zu denken geben, wenn sie ständig am Katzengras nagt. Dieses Verhalten könnte ein Zeichen für Verdauungsprobleme sein, vor allem dann, wenn Mieze ihr richtiges Futter verweigert. Vielleicht tut sie es aber auch nur aus Gewohnheit oder aus Langeweile. Hier ist Beobachten angesagt.

Stelle das Katzengras im Tongeschirr und Übertopf in Reichweite deiner Katze. So kann sie es immer dann genießen, wenn sie ein Bedürfnis danach verspürt. Tongeschirr und Übertopf sind deshalb sinnvoll, damit die Pflanze etwas Gewicht bekommt. So wirft sie dein verspielter Stubentiger nicht so leicht auf den Boden, wenn er genüsslich daran herumkaut.

Nahaufnahme von Katze die Grass frisst

Wieso ist Katzengras gut für die Katze?

Katzen lieben Katzenwäsche. So rutschen täglich unzählige Haare in die Speiseröhre und den Magen unserer Miezen. Auch wenn sie eine Maus oder einen Vogel verspeisen, gelangen Federn und Haarbüschel in ihren Körper. Sie verdichten sich unter Umständen zu unverdaulichen Haarballen, die die Verdauungstätigkeit behindern. Damit sie besser und leichter hochgewürgt werden können, frisst die Samtpfote Katzengras.

Katzengras Wirkung

Durch das Verspeisen von Katzengras gelangen unverdauliche Pflanzenfasern (Zellulose) in den Verdauungstrakt der Samtpfoten. Diese unterstützen Magen und Speiseröhre beim Hochwürgen der unverdaulichen Nahrungsreste. Wer eine würgende Katze schon einmal beobachtet hat, erschrickt. Zu schlimm hören sich die Geräusche an, die sie dabei verursacht. Doch ist dies ein natürlicher Prozess, der dir keine Sorgen bereiten muss. Am Erbrochenen siehst du normalerweise, dass es Haar- oder Federbüschel waren, die die Katzen Eingeweide plagten. Nur wenn deine Katze öfters erbricht, ohne dass solche Überreste zu sehen sind, solltest du deinen Tierarzt um Rat fragen. 

Das Aufnehmen pflanzlicher Fasern scheint eine Instinkthandlung zu sein. Sowohl Freigänger als auch Wohnungskatzen – genauso wie Hunde – machen dies instinktiv. Leider wurde dies manchen Stubentigern bereits zum Verhängnis: In ihrem Bedürfnis können sie manchmal nicht zwischen für sie geeigneten Pflanzen und giftigen Zimmerpflanzen unterscheiden. Deshalb sei vorsichtig, welche Pflanzen deine Katze in der Wohnung erreichen kann.

Perserkatze schnüffelt an Pflanze

Katzengras Pflege Tipps

Beachte, dass Katzengras wie andere Gräser oder Getreide nach dem Keimen rasch in die Höhe wächst. Solange der Stängel und die Blätter noch grün und weich sind, ist es allerdings ein Leckerbissen für deinen Stubentiger.

Warum wächst Katzengras nicht nach?

Katzengras wird nach einiger Zeit hart, da der Stängel verholzt. Wie bei einer Getreideähre kommt es dann zur Bildung eines Strohhalms, der für deinen Stubentiger nicht mehr geeignet ist. Du musst es dann neu aussäen. Am besten säst du nach etwa zwei Wochen in einem neuen Topf neues Katzengras aus, dann ist es hoch genug, sobald die Stängel im ersten Topf anfangen zu verholzen.

Wo stellt man Katzengras am besten hin?

Stelle es an einen hellen Platz, am besten am Fenster, wo deine Katze gefahrlos hingelangen kann. Wenn dein Balkon oder deine Terrasse krisensicher sind, kannst du es in den warmen Monaten natürlich auch ins Freie stellen.

Wie bleibt Katzengras frisch?

Katzengras sollte unter keinen Umständen an einem südseitigen Fenster in der prallen Sonne stehen. So trocknet es schnell aus und wird ungenießbar. Suche einen Platz mit etwas Vormittags- oder Abendsonne und entferne die ersten, verhärtenden Halme. Schneide gelbe und trockene Stellen ab. Diese entstehen vor allem dort, wo deine Katze des Öfteren knabbert.

Wie oft muss ich Katzengras gießen?

Gräser lieben Feuchtigkeit, also gieße das Gras je nach Wärme im Raum und Sonneneinstrahlung. Ertränke es jedoch nicht, dies würde die Wurzeln zerstören und weiteres Wachstum behindern. Wenn du möchtest, kannst du es in einer trockenen Wohnung auch hier und da mit Wasser besprühen.

Wie ziehe ich Katzengras selbst?

Du brauchst nichts anderes als normale Blumenerde für den Topf, in dem du die Katzengrassamen keimen lassen möchtest. Katzengras Samen sind sowohl online als auch im Fachhandel erhältlich.

Graue Katze frisst Katzengras

Welche Sorten an Katzengras gibt es?

Die meisten als Süßgräser bezeichneten Pflanzen eignen sich als Katzengras. Dazu zählen viele bei uns heimische Getreide- und Grassorten. Allerdings trifft dies nur für eine bestimmte Zeit zu. Irgendwann wächst zwischen den länglichen, zarten Blättchen ein harter Halm empor, der einen Blütenstand und später einen Fruchtstand mit Samen bildet. Aus diesen kann man in einem neuen Wachstumszyklus neue Pflanzen ziehen. Die meisten bei uns erhältlichen Katzengras Samen entstehen aus Weizen, Gerste, Roggen, Hirse, Hafer oder einer Mischung aus diesen Getreidesorten.

Im Handel wird oft das Zyperngras Cyperus zumula als Katzengras angeboten. Dies ist nicht zu verwechseln mit Cyperus alternifolius, dem wechselblättrigen, hohen Zyperngras, das viele von uns als Zierpflanze im Haus stehen haben. Unsere Stubentiger lieben es, das kann man an ihrem leidenschaftlichen Nagen und Kauen erkennen. Doch Tierärzte warnen vor diesem Gewächs, da es scharfkantige Blätter hat. Es ist verantwortlich für viele Verletzungen an der Schnauze und im Mund. Es ist genauso wie sein kleiner Bruder Zwerg-Zyperngras, Cyperus nana, nicht als Katzengras geeignet.
Bei Grünlilien scheiden sich die Geister. Stubentiger nehmen sie gerne als Katzengras an. Doch sind sie gleichzeitig gute Luftfilter und nehmen somit einen großen Teil der Schadstoffe aus der Raumluft auf. Katzen sollten besser vor der Aufnahme dieser Schadstoffe geschützt werden. Biete ihnen deshalb eine andere Art von Katzengras an.

Alternativen zum Katzengras

Um die Katzengras-Wirkung zu unterstützen, kannst du deinem Liebling Anti-Haarball-Pasten verabreichen. Dazu zählt beispielsweise Malzpaste, die du online oder im Handel erhältst. Damit sich erst gar nicht so viele unverdauliche Stoffe im Verdauungstrakt des Tieres ansammeln, kämme oder bürste es regelmäßig. Die Haare in der Bürste, im Kamm oder im Fellhandschuh sind besser als die Haare im Magen. Dies gilt besonders während des Fellwechsels. Die Fellpflege wirkt außerdem beziehungs- und bindungsfördernd, wenn du dein Tier langsam daran gewöhnst. Zudem wird dadurch die Durchblutung angeregt und das Einnisten von Parasiten erschwert.

Orangene Katze frisst Katzengras

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