Die meisten Halter eines Freigängers kennen die unterschwellige Sorge, dass die Katzen entlaufen ist. Häufig kehren die Ausreißer jedoch nach kurzer Zeit von selbst wieder zurück. Doch leider ist das nicht immer so. Dann ist Eile geboten, denn die Katze steckt vielleicht in großer Not.
Die nachfolgende Auflistung soll dir als Leitfaden dienen, damit du beim Verlust deiner Katze nichts Entscheidendes vergisst:
Melderegister: Rufe die Onlineformulare der einschlägigen Haustierdatenbanken (TASSO/FINDEFIX) auf und setze sie darüber in Kenntnis, dass deine Katze verschwunden ist. Alternativ dazu geht das auch per APP. Hinweis: Die Suche kann mit vorheriger Registrierung zwar erfolgreicher sein, zwingend erforderlich ist das aber nicht. Du kannst die Haustierverzeichnisse also auch ohne eigenes Nutzerkonto in die Suche involvieren.
Örtliche Anlaufstellen: Informiere außerdem die nächstgelegenen Tierheime und Tierschutzvereine, die lokalen Tierärzte, die Stadt oder die Gemeinde, das Ordnungsamt und die örtliche Polizei. Sende ihnen per Mail auch den Steckbrief deiner Katze zu. So können sie dich bei einem Fund schneller kontaktieren.
Internet: Nutze weitere Suchanzeigen im Internet (Beispiel: Foren oder Social Media) und rufe die Leserschaft zur Mithilfe oder zum Teilen des Beitrags auf.
Steckbrief: Vermisstenplakate sind wesentlich, weil du damit zahlreiche Menschen (auch Personen mit eingeschränkter Internetnutzung) in deinem unmittelbaren Wohnumfeld erreichen kannst. Diese Details sollten dem Steckbrief zu entnehmen sein:
Verspreche keinen Finderlohn, da anderenfalls das Risiko von Betrugsversuchen steigt. Du kannst den Finder zwar entlohnen, das sollte allerdings keine feste Erwartung, sondern eine Überraschung sein.
Schütze den Steckbrief mit einer nach unten geöffneten Folie, damit er auch bei Regen noch gelesen werden kann.
Tipp: Du musst das Suchplakat nicht selbst entwerfen. Über die Melderegister hast du die praktische Möglichkeit, kostenlose und vorgefertigte Steckbriefe zum Download bekommen.
An diesen Orten kannst du den Steckbrief verteilen:
Die Suche nach einer entlaufenen Katze ist eine komplexe Angelegenheit. Die nachfolgenden Tipps erklären dir, wie du die Suche strategisch richtig planst:
Der eigene Wohnbereich: Katzen können sich zusammenkauern, sie können sich in kleine Öffnungen zwängen, sie sind Kletterkünstler und können sehr gut springen. In einer Wohnung gibt es also kaum einen Ort, den die Katze nicht erreichen kann. Schließe bei deiner Suche auch die Stellen ein, die auf den ersten Blick so absurd sind, dass sie eigentlich nicht infrage kommen (Beispiel: große Vase, eine geschlossene Schublade, ein Kochtopf).
Der Nahbereich: Wenn die Suche in der Wohnung ergebnislos geblieben ist, kannst du die nähere Umgebung mit einbeziehen. Suche zunächst die beliebtesten Aufenthaltsorte deiner Katze ab. Rufe dabei ihren Namen (ohne verängstigt zu schreien) oder mache ein vertrautes Geräusch (mit der Futterpackung rascheln), in der Hoffnung, dass es sie zur Heimkehr motiviert. Die Suche ist dadurch erschwert, dass sich die Katze in allen Ebenen fortbewegen kann. Vergiss also nicht, auch unter Gegenstände (geparkte Autos etc.) und in die Baumwipfel zu schauen.
Die Nachbarschaft: Katzen sind neugierig und flink. Deshalb wurde deine Katze womöglich versehentlich irgendwo eingesperrt. Bitte deine Nachbarn darum, ihre Gärten, Gartenhäuser, Garagen und Dachböden zu kontrollieren. Sucht alle Bereiche, die durch offene Fenster oder Türen im Zeitpunkt des Verschwindens zugänglich waren, ab. Alternativ dazu sollten die möglichen Rückzugsorte für eine Weile offenstehen, sodass die Katze ihr Versteck in einem unbeobachteten Moment wieder verlassen kann.
Nächtliche Suche: Die Suche bei Nacht kann erfolgversprechend sein, weil du das Maunzen deiner Katze in der Stille besser hörst. Außerdem führt die Ruhe dazu, dass sich so manch verängstigte Katze aus ihrem Versteck hervorzukommen getraut. Wenn du eine Taschenlampe benutzt, kannst du außerdem die reflektierenden Augen sehen. So findest du die Katze möglicherweise in einem Versteck, das dir bei Tageslicht verborgen bleibt.
Umzug: Nach einem Umzug verspüren Katzen immer noch eine starke Verbindung zu dem alten Haus. Es besteht also die Möglichkeit, dass sie an eurer alten Adresse oder auf dem Weg dahin zu finden ist.
Duftmarke: Ziehe das Bettlaken ab und schleppe es auf allen infrage kommenden Wegen so hinter dir her, dass es Boden, Büsche und Bäume berührt. Das Bettlaken eignet sich besonders gut, da du beim Schlafen entspannt bist und die Katze mit einer entspannten Emotionslage positive Gefühle verknüpft. Decke mit dieser Technik alle möglichen Routen zwischen den möglichen Aufenthaltsorten deiner Katze und deinem Zuhause in einem Radius von rund einem Kilometer ab. Anschließend ist das Gebiet mit deinem Duft und einem „Wegweiser“ zu eurem Haus markiert. Hinweis: Achte während du das Bettlaken hinter dir herziehst darauf, nur auf der Geruchsspur zu gehen, da du sonst irreführende Signale verteilst.
Tonaufnahme: Falls du mehrere Katzen hältst, kannst du die andere Katze indirekt in die Suche involvieren. Zeichne die Laute der Zweitkatze auf und spiele die Tonaufnahme an verschiedenen Orten ab. Vielleicht hört der vermisste Vierbeiner die vertrauten Geräusche und reagiert darauf.
Wenn die Suche ergebnislos verläuft, solltest du die obigen Schritte beizeiten wiederholen. Schließlich kann die Katze – solange es keine gegenteiligen Informationen gibt – noch oder wieder in deiner Nähe sein.
Da die Katzen ursprüngliche Wildtiere sind, ist es durchaus üblich, dass sie natürliche Reize faszinieren. Ein gewisser Hang zum Abenteuer liegt ihnen also in den Genen. Deshalb kommen Ausbruchsversuche oder kurze Abwesenheiten immer wieder vor. Doch ab wann solltest du auf die Suche gehen?
Die empfohlene Wartezeit hängt von zahlreichen Faktoren ab:
Je besser der Allgemeinzustand der Katze, desto länger kann sie von ihren angefutterten Reserven zehren. Kranke, alte und in sonstiger Form geschwächte Katzen, sollten besser nicht zu lange draußen sein.
Auch das Wetter ist ein Faktor, den es zu beachten gilt. Schließlich trocknet die Katze im Hochsommer eher aus und kann im Winter sogar erfrieren. Außerdem sind im Winter weniger Beutetiere verfügbar, sodass sie nur ein vermindertes Nahrungsangebot aus der Natur beziehen kann. Gerade bei niedrigen Temperaturen ist es ungewöhnlich, wenn sie sich für einen längeren Zeitraum von ihrem geschützten Wohnumfeld entfernt.
Die Paarungszeit ist ein weiteres Indiz. Katzen und Kater, deren Sexualverhalten nicht unterbunden wird (beispielsweise durch eine Kastration), reißen zwecks Fortpflanzung häufig von zu Hause aus. In so einem Fall kehren die Katzen meist von selbst wieder zurück. Bis es so weit ist, können aber Tage und Wochen des quälenden Wartens vergehen.
Sofern die entlaufene Katze ein Freigänger ist, brauchst du dich nicht sofort zu sorgen, da sie bereits Strategien entwickelt hat, mit denen sie sich in der Außenwelt zurechtfinden kann. Warte mit der aktiven Suche ruhig noch bis zum nächsten Tag.
Die (Überlebens-) Fähigkeiten einer reinen Wohnungskatze sind jedoch auf den häuslichen Bereich beschränkt. Deshalb solltest du bei Abhandenkommen deines Stubentigers unverzüglich auf die Suche gehen.
Je nach Allgemeinzustand kommt die Katze bis zu sieben Tage ohne Wasser und bis zu sechs Wochen ohne Futter aus. In freier Natur stehen die Überlebenschancen also gar nicht mal zu schlecht, da sie theoretisch nicht einmal eine Wasserquelle braucht. Einen Großteil der benötigten Feuchtigkeit kann die Katze nämlich im Wege der Nahrungsaufnahme beziehen.
Dir ist eine Katze zugelaufen? So findest du den Eigentümer raus: