Mit den steigenden Temperaturen werden die lästigen Plagegeister, die Zecken, wieder aktiv. Einige Arten lauern im Gras und auf Büschen, andere machen sich aktiv auf die Suche nach einem Wirt. Du solltest Zecken schnell entfernen, da die Parasiten während des Saugakts Krankheiten beim Hund übertragen. Entferne die Zecke beim Hund mit den richtigen Instrumenten, damit nicht Teile der Parasiten in der Haut zurückbleiben. Zusätzlich solltest du deinen Hund durch verschiedene Mittel vor einem Befall mit Zecken schützen.
Um eine Zecke bei deinem Hund zu entfernen, gibt es verschiedene Methoden. Du kannst dazu die Finger oder verschiedene Hilfsmittel benutzen. Wichtig ist, dass du immer vorsichtig am Körper der Zecke ziehst, damit der Kopf nicht abreißt und in der Haut zurückbleibt.
Du fixierst den Körper der Zecke mit dem Zeigefinger und dem Daumen und ziehst vorsichtig daran. Dabei musst du gut aufpassen, dass du den Körper nicht quetscht. Drückst du zu stark, überträgt die Zecke Krankheitserreger auf deinen Hund. Einfacher ist es, die Zecke mit Hilfsmitteln zu entfernen.
Diese Methode hat den Vorteil, dass du die Zecke während der Entfernung nicht ständig festhalten musst. Durch Druck auf einen Knopf im hinteren Bereich der Zeckenzange öffnen sich die beiden Zangen. Streich die Haare deines Hundes zur Seite und schieb die Zangen über die Zecke. Jetzt kannst du den Knopf loslassen. Die Zangen schließen sich automatisch und fixieren die Zecke. Du musst den Parasiten nur mehr herausziehen.
Hier schiebst du eine Schlinge über den Körper der Zecke. Die Schlinge wird zusammengezogen und fixiert die Zecke. Du kannst sie nun herausziehen.
Der Haken wird knapp über der Haut angesetzt und umschließt den vorderen Körperteil der Zecke. Entferne den Parasiten vorsichtig durch Ziehen an dem Haken. Eventuell kannst du den Haken leicht drehen. Die meisten Zecken lassen dann automatisch los.
An der Karte befindet sich eine V-förmige Aussparung, die unter den Körper der Zecke geschoben wird. Du hebelst die Zecke einfach aus der Haut heraus.
Du kannst die Zecke mit einer Küchenrolle zerdrücken oder in Chlorreiniger oder Alkohol ertränken. Spüle die entfernte Zecke nicht einfach in der Toilette hinunter. Zecken können gut schwimmen und tauchen. Sie sind in der Lage 40 Minuten lang unter Wasser zu überleben. Die Zecke schwimmt einfach durch die Kanalisation und begibt sich wieder auf die Suche nach einem neuen Wirt.
Tropfe vor der Entfernung der Zecke beim Hund kein Öl und keinen Alkohol auf die Zecke. Auch Klebstoff oder Wachs sind für die Entfernung nicht geeignet. Die Zecke erstickt und gibt während ihres Todeskampfes Krankheitskeime an deinen Hund ab.
Es ist auch wenig sinnvoll, die Zecke aus der Haut zu drehen. Sie hat sich auch nicht wie ein Bohrer in die Haut geschraubt. Besser ist ein leichter Zug. Dabei hast du die größten Chancen, die Zecke vollständig zu entfernen.
Nach dem Stich der Zecke dauert es einige Zeit, bis die ersten Krankheitserreger abgegeben werden. Zuerst sondert die Zecke mit ihrem Speichel eine Substanz ab, die die Blutgerinnung hemmt und die Stichwunde lokal betäubt. Dadurch wird die Zecke für längere Zeit nicht von ihrem Wirt bemerkt. Danach beginnen die Parasiten Blut zu saugen. Erst nach zehn bis zwölf Stunden werden Krankheitskeime an das Blut deines Hundes abgegeben. Eine Ausnahme ist, wenn die Zecke bereits kurz vorher an einem anderen Hund gesaugt hat. Jetzt sind die Keime in den Speicheldrüsen der Zecke bereits aktiviert und können sofort übertragen werden. Du solltest die Zecke also direkt nach dem Bemerken entfernen.
In Deutschland kommen vor allem Schildzecken vor. Die einzelnen Arten sind bei verschiedenen Temperaturen aktiv. Dein Hund kann also fast das ganze Jahr über von Zecken befallen werden.
Gemeine Holzbock
Auwaldzecke
Braune Hundezecke
Hyalomma marginatum
Die Auwaldzecke ist bereits im Frühjahr ab einer Temperatur von sechs Grad Celsius aktiv. Etwas später wird auch der gemeine Holzbock (Ixodes rizinus) aktiv. Die braune Hundezecke benötigt wärmere Temperaturen und befällt vor allem in den Sommermonaten Juni bis September ihre Wirte. Durch den Klimawandel ist es einer subtropischen Zeckenart, der Hyalomma gelungen, die milden Winter in Deutschland zu überleben und sich fortzupflanzen.
Alle Zeckenarten sind als Überträger von Krankheiten für Hunde gefährlich
Zecken übertragen während des Saugakts verschiedene Krankheiten auf deinen Hund.
Anaplasmose: Haftet die Zecke mehr als 30 Stunden an deinem Hund, werden Anaplasmen übertragen. Die Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen und verursachen Fieber, Entzündung der Gelenke und vergrößerte Lymphknoten.
Borreliose: Borrellia burgdorferi wird 24 Stunden nach dem Zeckenstich übertragen. Dein Hund leidet an Fieber und einer schmerzhaften Schwellung der Gelenke. Lebst du mit deinem Hund in einem Gebiet mit vielen infizierten Zecken, kannst du ihn vorbeugend gegen Borreliose impfen lassen.
Babesiose: Babesia canis ist ein Einzeller, der die roten Blutkörperchen zerstört. Babesien verursachen Fieber, Absatz von rotem Harn und ein Versagen der Nieren. Die Erkrankung verläuft ohne Behandlung tödlich.
Ehrlichiose: Das Bakterium Ehrlichia canis verursacht Erbrechen, Krämpfe, Blutungen und eine Vergrößerung der Milz. Die Gelenke schwellen an.
Krim Kongo Fieber: Das hämorrhagische Fieber wird durch ein Bunyavirus verursacht. Bei Hunden kann das Virus die Herzklappen schädigen.
Suche nach jedem Spaziergang das Fell deines Hundes nach Zecken ab. Besonders bei Rassen mit langem Fell, wie der Afghanische Windhund Je früher du die Parasiten entfernst, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bereits Krankheitserreger übertragen wurden. Hat eine Zecke deinen Hund bereits gestochen, entferne sie sofort. Die Einstichstelle wird anschließend mit einem Desinfektionsmittel desinfiziert. Beobachte die Einstichstelle über die nächsten Tage. Tritt eine Rötung der Haut durch eine Entzündung auf, solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen.
Um einen Zeckenstich zu verhindern, solltest du deinen Hund vorbeugend mit einem Zeckenmittel behandeln. Dabei kannst du dich zwischen verschiedenen Präparaten entscheiden.
Wenn dein Hund bei dir im Bett schläfst, solltest du das Zeckenhalsband in der Nacht abnehmen, damit du nicht zu lange mit den Stoffen in Kontakt kommst.
In deinem Haushalt lebt auch eine Katze? Dann musst du besonders vorsichtig sein. Für viele Katzenrassen ist ein Zeckenhalsband stark giftig. Sie sollten nicht an dem Zeckenhalsband kauen.
Du musst nicht immer sofort eine Chemiekeule anwenden. Bei typischen Stadthunden wie dem Chihuahua genügt es oft, ein alternatives Zeckenmittel zu verwenden.
Kokosöl gegen Zecken verwenden, ist ein bewährtes Mittel. In Kokosöl ist Laurinsäure enthalten, die auf Zecken abschreckend wirkt. Lass einen Teelöffel Kokosöl zwischen deinen Fingern schmelzen und verteile es gleichmäßig im Fell. Im Tierhandel ist auch ein Spray mit Kokosöl erhältlich.
Ein weiteres Mittel ist Schwarzkümmelöl gegen Zecken zu verwenden. Dieses hat nämlich einen unangenehmen Geruch für die Blutsauger. Das konzentrierte ätherische Öl wirkt abschreckend. Du kannst es innerlich (1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) oder äußerlich anwenden. Damit dein Hund das Schwarzkümmelöl nicht sofort wieder ableckt, tropfst du drei bis vier Tropfen in seinen Nacken.
Sollte sich eine Katze in deinem Haushalt befinden, darf sie das Schwarzkümmelöl nicht von Fell deines Hundes ablecken. Das ätherische Schwarzkümmelöl ist für Katzen giftig.
Du kannst für die Abschreckung der Zecken eine Bernsteinkette oder einen Bernsteinanhänger verwenden. Durch die Reibung an den Haaren werden ätherische Öle freigesetzt, die auf Zecken abschreckend wirken. Die Bernsteinkette lädt die Haare elektrostatisch auf und stört dadurch das Festsetzen von Flöhen und Zecken.
Lavendelöl, Eukalyptusöl und Citronellenöl sind für Zecken eher unangenehm. Du kannst das Fell deines Hundes mit den ätherischen Ölen einreiben. Achte dabei darauf, dass du nur wenig ätherisches Öl verwendest, damit der Geruchssinn deines Hundes nicht beeinträchtigt wird.
Alle vier bis acht Wochen erhält dein Hund drei bis fünf Globuli. Dreimal täglich angewendet wirkt das Homöopathikum gegen eine bereits vorhandene Borreliose.
Das enthaltene Vitamin B verursacht einen Geruch, der Zecken abschreckt. Leider verändert die Bierhefe auch den Körpergeruch deines Hundes.