Hundeerziehung - wichtige Tipps und Tricks!​

Der Familienhund: Tipps und Tricks bei dessen Erziehung

Hundeerziehung

Inhalt - Alles im Überblick

Endlich ist der Tag da, an dem Dein Hund, das neue Familienmitglied bei dir einzieht. Ob dieser nun aus einer Zucht stammt oder eine lustige Promenadenmischung ist, die Freude ist in jedem Fall groß. Wenn du dir ein Tier aus einem Tierheim holst, tust du einerseits ein gutes Werk, weil ein herrenloser Hund nun sein Zuhause gefunden hat, und andererseits kannst du sicher sein, dass der Gesundheitszustand des Tieres überprüft wurde, bevor Du diesen bekommst.

Nach einer Eingewöhnungsphase in seinem neuen Heim sollte es dann auch schon mit der Erziehung losgehen. Wer seinen Hund nicht ordentlich erzieht, aus eigener Bequemlichkeit oder falsch verstandener Toleranz, tut weder dem Tier noch sich selbst einen Gefallen. Denn auf deinen Hund musst du dich immer verlassen können und dir sicher sein, dass er die wichtigsten Kommandos auch befolgt. Leinenführigkeit ist beispielsweise ein wichtiger Punkt, denn ein an der Leine zerrendes Haustier ist sehr anstrengend. Außerdem sollte man das Tier zu jedem Zeitpunkt an die eigene Seite zurückrufen können, denn sonst besteht ein Risiko für andere Verkehrsteilnehmer oder Wildtiere und du bringst dich und deinen Hund auch selbst in Gefahr.

Hundeerziehung, liebevoll, aber konsequent

Womit man bei der Hundeerziehung beginnt, hängt davon ab, wie alt der Vierbeiner ist und welche Kommandos er eventuell schon beherrscht. Bei einem kleinen Welpen von acht Wochen steht natürlich die Sauberkeitserziehung an allererster Stelle. Auch sollte man diesen möglichst früh an ein Hundegeschirr und eine Leine gewöhnen. Natürlich wird der Welpe noch nicht an der Leine laufen, aber es geht einfach erst einmal darum, dass dieser an das Befestigen eines Hundegeschirrs mit Leine gewöhnt wird. Zur Eingewöhnung gehört außerdem, dass dieser eine schonende Fellpflege und Ohrenreinigung akzeptiert. Mit einer allmählichen Erziehung kann erst langsam nach einem halben Jahr begonnen werden.

Fehler bei der Hundeerziehung vermeiden

Das sind die größten Fehler:

  • Den Hund niemals anschreien oder schimpfen. Denn wenn das mit der Erziehung nicht gleich so klappt, dann liegt das meist daran, dass der Mensch es seinem Vierbeiner nicht hundgerecht erklärt hat. Denn Hunde ticken anders als Menschen und manche brauchen halt etwas länger, um zu verstehen, was sein Mensch von ihm möchte. Was heute nicht funktioniert, klappt eben morgen oder übermorgen.
  • Inkonsequenz: Was du dem Hund an einem Tag nachsieht, dafür darfst du ihn am nächsten Tag nicht rügen. Das verunsichert jedes Tier.
  • Nicht nur schimpfen: Wenn der Hund etwa gut gemacht hat, dann solltest du ihn auch loben. Denn ein Vierbeiner will immer seinem Besitzer gefallen und freut sich riesig, wenn er ein Lob erhält. Macht er etwas nicht gut, dann solltest du das einfach übergehen und ihn nicht tadeln. Einfach immer wieder erneut üben. Dazu musst du nicht groß eine Übungsstunde einberaumen. Das kann auch in die täglichen Spaziergänge mit eingebaut werden.
  • Beachte, die Kommandos müssen immer gleich lauten. Das ist oft ein Problem, wenn mehrere Familienmitglieder die Befehle geben. Denn bei jedem klingt das meist anders oder ist sogar oft vom Wortlaut verschieden. Das irritiert deinen besten Freund natürlich. Mit einem Clickertraining kann dieses Problem gut umgangen werden. Wenn man die wichtigsten Befehle mit ein, zwei oder drei Clicks belegt, dann klingt das bei jedem Familienmitglied gleich und der Hund weiß Bescheid.
Hund erziehen

Tipps und Tricks, was bei der Hundeerziehung besonders wichtig ist

Der Hund muss auch einmal allein bleiben können. Schließlich kann man diesen nicht überall, wie beispielsweise zum Arzt, mitnehmen. Es ist notwendig, dass er dann ganz unaufgeregt mal ein paar Stunden allein bleibt und sein Mensch in jedem Fall wieder zurückkommt. Denn ein ängstliches Kläffen oder Jaulen könnte schnell für Ärger mit den Nachbarn sorgen.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Man muss den Hund sehen lassen, dass man sich anzieht, die Wohnung verlässt und abschließt. Bei den ersten Malen sollte man innerhalb weniger Minuten wiederkehren, bis der Hund bei der Prozedur ganz ruhig bleibt, weil er weiß, du gleich wieder kommst. Dann kann die Zeitspanne langsam weiter ausgedehnt werden.

Hundeerziehung auf dem Hundetrainingsplatz

Viele Städte haben Hundetrainingsplätze, wo du mit deinem Vierbeiner üben kannst. Auch der Eintritt in einen Hundeverein oder eine Hundeschule bringt dir oft Hilfe, da du dort professionelle Trainer hast, die dir weiterhelfen können und du auch oft Tipps und Tricks von anderen Hundebesitzern erhältst. Außerdem hat dein Hund dort die Möglichkeit, mit anderen Hunden zu spielen, was zur Sozialisation beiträgt. Denn es ist wichtig, dass das Tier den Umgang mit Artgenossen lernt, damit es sich nicht später beim Spazierengehen aggressiv auf jeden entgegenkommenden Hund stürzt. Schließlich bist du für dein Tier verantwortlich.

Folgende Kommandos muss der Hund unbedingt lernen

Kommandos müssen immer wieder geübt werden, bis sie dein Hund einwandfrei beherrscht. Und vergiss nicht, stetes Üben macht den Meister. Denn viele Hunde vergessen schnell wieder das Erlernte, wenn es nicht regelmäßig wiederholt wird.

„Sitz“ oder „Platz “

Das soll den Hund in zahlreichen Alltagssituationen zur Ruhe bringen. Ob beim Anleinen, an der Ampel oder vor dem Supermarkt, mit diesem Kommando geht das leichter.

Tipp:
Führe an einem ruhigen Ort mit ausgestrecktem Zeigefinger und Leckerli in der Hand, diese langsam über den Kopf des Hundes. Will er das Leckerli nicht aus den Augen verlieren, wird er den Kopf nach oben recken. Das zwingt diesen automatisch in die Sitzposition. Sobald er sitzt, gibst du ihm das Leckerli.

„Platz“

In manchen Situationen, wie beispielsweise in Bus und Bahn oder im Café, ist ein Ablegen sinnvoll und auch notwendig.

Tipp:
Führe deine flache Hand mit einem Leckerli langsam vor den Augen des Hundes zu Boden. Die allermeisten Hunde legen sich dabei selbst ab. Sobald Hinterteil und Hundebrust den Boden berühren, sagst du „Platz“ und lobst und belohnst den Hund mit dem Leckerli. Diese Haltung darf er nur mit einem von dir gewählten Auflösesignal wieder verlassen.

„Nein“

Den Befehl sehr kurz und bestimmt aussprechen. Diesen solltest du auch nicht zu oft verwenden, nur wenn der Hund wirklich etwas nicht darf. Zum Beispiel unterwegs Dinge vom Boden aufnehmen oder gar fressen, zu Hause an Tischbeinen oder an Schuhen kauen usw.

Tipp.
Nimm ein Leckerli in deine offene Hand. Versucht der Hund das Leckerli aus deiner Hand zu bekommen, sagst du bestimmt „Nein“. Wiederhole den Vorgang, solange, bis der Hund den Blickkontakt mit dir sucht und deine Hand nicht mehr anstupst. Dann sagst du „Nimm“ und erlaubst ihm, den Leckerbissen zu fressen.

„Aus“

Wenn dem Hund etwas ins Maul gerät, was da nicht hingehört, ist es oft gar nicht so leicht, dem Tier diese Beute wieder abzunehmen. Die Befolgung dieses Kommandos ist aber sehr wichtig, da es sich bei der „Beute“ um gefährliche Dinge handeln kann wie spitze Gegenstände oder Giftiges.

Tipp:
In diesem Fall bietest Du dem Hund ein Tauschgeschäft an, das dieser nicht ablehnen kann, wie etwa sein Lieblingsspielzeug oder ein Superleckerli. Während der Hund sein Maul danach öffnet, lässt dieser automatisch die Beute fallen und Du kannst ihm diese abnehmen. Das begleitest Du mit einem bestimmten „Aus“ und dann gibst Du ihm das begehrte Tauschobjekt. Später genügt auch ein dickes Lob.

„Hier“ das Rückrufsignal

Das ist eines der wichtigsten Kommandos überhaupt. Denn zum Schutz von Menschen und anderen Tieren muss es dir immer möglich sein, deinen Hund sofort zu dir zurückzubeordern. Zum Beispiel wenn dieser gerade seinem Jagdtrieb frönen will oder sich auf einen anderen Hund oder Menschen stürzen möchte, die ihm gerade nicht gefallen oder die er zu interessant findet.

Tipp:
Kommt Dein Hund bei „Hier“ auf dich zu, freust du dich überschwänglich und verwöhnst diesen mit Streicheleinheiten und einem Leckerli. Jedes Zurückkommen ist immer sehr positiv zu gestalten, damit sich dieser Rückruf auch wirklich festigt und das Zurückkommen interessanter als die Umgebung ist.

„Bei Fuß“

Mit diesem Kommando willst du erreichen, dass dein Hund auch ohne Leine entspannt an deiner Seite läuft. Das ist wichtig, wenn du beispielsweise an einer viel befahrenen Straße unterwegs bist, denn dann darf er nicht plötzlich auf die Fahrbahn laufen.

Tipp:
Geh locker neben ihm her und wenn er schön bei Fuß geht, steckst du ihm immer mal wieder ein Leckerli zu. Das ist zunächst am besten in einsamer Gegend oder auf einem eingezäunten Grundstück und mit unterschiedlichem Schritttempo einzuüben. Das sollte nur in kurzen Einheiten trainiert werden, da es dem Tier viel Konzentration abverlangt.

„Bei mir“

Im Gegensatz zum „Bei Fuß“ darf hier der Hund in direkter Nähe um dich kreisen. Das gibt diesem eine gewisse Freiheit, ohne dass er aus deinem Bannbereich entlassen wird.

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Tipps und Tricks

Hunde wollen gerne beschäftigt werden und sind allgemein nicht gerne eine Couch-Potato. Deshalb bringe ihm einfach ein paar Tricks bei, die ihm Spaß machen und sein Gehirn auslasten.

  • Bringe deinem Vierbeiner bei, bestimmte Dinge dir zu bringen, die du nur beim Namen nennst. Manche Hunde können dabei viele Begriffe lernen. Natürlich sind auch hier die Lernfortschritte entsprechend zu belohnen.
  • Lasse ihn gewisse Dinge apportieren, beispielsweise ein Wurfholz oder einen Ball.
  • Bringe ihm Tricks wie „Pfötchen geben“ oder „Männchen machen“ bei.
  • Auch Suchspiele beanspruchen das Gehirn deines Hundes und lasten ihn aus. Beispielsweise Dinge im Garten suchen, die der Besitzer in der Hand hatte, wie beispielsweise ein Stofftaschentuch. Denn Hunde sind begeisterte „Schnüffler“.
  • Kaufe dir ein Agility Set und lass deinen Hund über kleine Hürden springen.

Aber da du deinen Hund ja am besten kennst, fallen dir bestimmt noch viele schöne Spiele für ihn ein. Das fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen dir und deinem Vierbeiner.

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