Dein Hund frisst nichts?

Das könnte die Ursache sein

Hund verweigert Futter

Inhalt - Alles im Überblick

Dein Hund frisst nichts, doch warum? Obgleich Hunde 25 Tage ohne Futter überleben können, brauchen sie tägliches Futter, um mit Nährstoffen versorgt zu werden und leistungsfähig zu sein. Trotzdem kommen Schwankungen im Futterbedarf immer wieder vor und sind bis zu einem gewissen Grad unbedenklich und normal.
Wir erklären dir, welche Ursachen die Appetitlosigkeit deines Hundes haben kann und ab wann es kritisch wird.

Dein Hund will nicht fressen – Ursachen

Die Ursachen für die Appetitlosigkeit deines Hundes können vielfältig sein:

  • Das Auslassen einzelner Mahlzeiten oder die reduzierte Futteraufnahme sind ganz normal. An Tagen, an denen sich der Hund weniger bewegt, hat er einen geringeren Energiebedarf. Er braucht also weniger Futter, um an die nötige Energieversorgung heranzukommen, als an Tagen, an denen er sich viel bewegt.
  • Es kann sein, dass der Hund in einer Stresssituation (Beispiel: Umzug oder Verlust einer Bezugsperson) weniger frisst. Sensible, alte, zurückhaltende oder routinierte Hunde brauchen eine Zeit, bis sie sich mit Veränderungen arrangieren. Sie haben weniger Appetit, weil sie primär mit der Umstellung beschäftigt sind.
  • Hormonelle Veränderungen können der Grund für ein verändertes Fressverhalten sein. So kann es vorkommen, dass eine läufige Hündin oder ein an ihr interessierter Rüde vorübergehend weniger frisst. Auch die Pubertät oder die Scheinträchtigkeit verursachen vereinzelt Appetitlosigkeit.
  • Appetitlosigkeit kann einen organischen Ursprung haben und Symptom der verschiedensten Krankheiten sein:
    • Organerkrankung
    • Verdauungsstörung
    • Parasitenbefall
    • Viruserkrankung
    • Verstopfung
    • Vergiftung
    • Entzündung
    • Allergie
    • Tumor
  • Das Futter kann aus verschiedenen Gründen für den Appetitverlust deines Vierbeiners verantwortlich sein. Mehr dazu im Unterpunkt Hund frisst schlecht – kann es am Futter liegen?
  • Wenn sich der Nahrungsverzicht hauptsächlich auf Trockenfuttermittel konzentriert, könnte ein Zahnproblem dafür verantwortlich sein. Hunde, die unter einem Zahnproblem leiden (Beispiel: Zahnfleischentzündung oder Zahnverlust), vermeiden das Fressen bestimmter Futter- und Kauartikel, weil es schlicht zu schmerzhaft für sie ist.
  • Daneben gibt es eine Reihe weiterer Ursachen, die für die Appetitlosigkeit verantwortlich sind. Dazu zählen heiße Temperaturen oder ein Verhaltensproblem.
Hund frisst nichts. Traurig

Mein Hund frisst nichts und ist schlapp – was kann dahinter stecken?

Wenn der Hund schlapp ist und nicht fressen mag, kann das Wetter oder ein Stimmungstief dafür verantwortlich sein. Vielleicht ist oder wird dein Vierbeiner aber auch krank.
Du solltest die Mundschleimhaut (sie sollte rosa sein) deines Hundes und seine Temperatur (Sollwert: etwa 39 Grad) kontrollieren. Achte außerdem darauf, dass dein Hund nicht dehydriert. Weil schlappe Hunde keine weiten Strecken gehen, sollten der Futter- und Wassernapf vorübergehend in unmittelbarer Nähe zu seinem Schlafplatz stehen.
Sofern das Fieber nicht steigt und keine Symptome hinzutreten, sollte die Appetitlosigkeit von selbst innerhalb der nächsten zwei Tage vorübergehen. Vereinbare anderenfalls einen Termin beim Tierartz.

Welpe frisst nichts – woran kann das liegen?

Hunde haben, genau wie wir Menschen, zunächst ein Milchzahngebiss. Das tauschen sie ab dem vierten Lebensmonat (kleine Hunderassen zahnen eher) gegen ihr Dauergebiss ein. Dieser Prozess kann Schmerzen verursachen, weshalb sich die konsumierte Futtermenge bei einigen Hunden merklich reduziert.
Du kannst deinem Hund den Zahnwechsel erleichtern, indem du ihm verschiedene Kauartikel zur Verfügung stellst. Das Kauen auf einem Knochen oder einem Gummispielzeug fördert die Durchblutung und massiert das Gewebe, rund um den neuen Zahn. Außerdem verhindert das gezielte Kauen, dass der Hund Dinge zerbeißt, die für diesen Zweck nicht vorgesehen sind (etwa Schuhe).
Für Hunde, die die Nahrungsaufnahme komplett verweigern, kann Nassfutter eine temporäre Alternative sein, so baut der Hund kein Gewicht ab und bleibt ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

Welpe frisst nichts

Alter Hund frisst nicht mehr – was kannst du tun?

Je nach Rasse gilt ein Tier ab 6 Jahren bereits als alter Hund. Diese sogenannten Seniorhunde haben häufig einen veränderten Futterbedarf.
Das hängt unter anderem mit der verminderten Sinneskraft zusammen. Das Futter riecht nicht mehr so stark, also regt es auch den Appetit nicht an. Du kannst das Futter wieder schmackhaft machen, indem du geruchsintensive Zutaten untermischst (Beispiel: Thunfischsaft aus der Dose) oder es leicht erwärmst.
Viele alte Hunde haben außerdem ein unvollkommenes Gebiss. Die Zähne sind abgenutzt, einige fehlen vielleicht sogar ganz. Trockenfutter lässt sich in diesem Zustand gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen konsumieren. Du kannst deinem Hund helfen, indem du ihm nasse oder halbfeuchte Futtersorten zur Verfügung stellst.
Manche Hunde verlieren im Alter an kognitiver Leistungskraft oder erleiden eine neurologische Krankheit wie Demenz. Im Zuge dessen kann es sein, dass der Hund das Fressen einfach vergisst oder keinen Gefallen mehr an der Nahrungsaufnahme hat.
In biologischer Hinsicht ist es sogar genau richtig, dass Senioren weniger fressen. Sie stellen die Nahrungsaufnahme nämlich auch aus dem Grunde ein, dass sie die Energie nicht mehr über Bewegung kompensieren. Fräßen sie die gleiche Menge wie zuvor, litten sie schnell unter Übergewicht – mit allen Nebenwirkungen, die dazu gehören.
Am besten stellst du deinen in die Tage gekommenen Hund in regelmäßigen Abständen bei deinem Tierarzt vor. Er kann den Gesundheitszustand deines Schützlings kontrollieren und frühzeitig erkennen, ob du die Fütterungsgewohnheiten deines Hundes ändern musst.

Hund frisst nicht und ist Krank

Hund frisst schlecht oder gar nicht – wann zum Tierarzt?

Appetitlosigkeit kann mit harmlosen Faktoren, wie dem Wetter zusammenhängen. Die verminderte Nahrungsaufnahme ist phasenweise also ganz normal. Allerdings kann auch eine ernstzunehmende Ursache dahinter stecken, weshalb du in bestimmten Situationen zum Tierarzt gehen musst:
• Die Appetitlosigkeit hat einen (vermeintlich) medizinischen Grund.
• Der Futterverzicht hält bereits zwei Tage an.
• Du bist dir nicht sicher, ob du die gesundheitliche Lage deines Hundes richtig einschätzen kannst.
• Außerdem solltest du immer zum Tierarzt gehen, wenn der Hund neben der Appetitlosigkeit weitere Symptome zeigt:
• Fieber
• Apathie
• Durchfall
• Erbrechen
• Berührungsschmerz
• Verhärteter oder aufgeblähter Bauch
• Gewichtsreduktion
• Blasse Mundschleimhaut
• Kreislaufzusammenbruch
• Orientierungslosigkeit
• Zittern und/oder Muskelkrämpfe
• Motorische Einschränkungen
Der Tierarzt wird den Fall mit allen ihm zur Verfügung stehenden Methoden (Beispiel: Bluttest, Ultraschall) eruieren und dann entscheiden, wie weiter zu verfahren ist. Manchmal reicht eine Futteränderung, in anderen Fällen braucht der Hund einen chirurgischen Eingriff oder eine bestimmte Medizin.

Dünner Hund auf der Straße

Hund frisst schlecht – kann es am Futter liegen?

Einige Hunde verschmähen bestimmte Futtersorten, weil sie wählerisch (geworden) sind. Bei Hunden, denen viele schmackhafte Snacks angeboten werden, ist das häufiger der Fall. Sie lassen ihr Hauptfutter stehen und hoffen auf etwas Besseres.
Die Appetitlosigkeit kann auch mit einer Umstellung des Futters zusammenhängen. Geschmäcker sind verschieden und nicht jeder Hund akzeptiert das neue Futter gleich.
Auch die Fütterungsroutine kann ausschlaggebend sein. Im direkten Vergleich hat sich herausgestellt, dass Hunde besser fressen, wenn es konkrete Fütterungszeiten gibt. Sie entwickeln dann ein Gespür für die Abläufe und orientieren sich an ihrer inneren Uhr. Außerdem sind sie zum Fressen motiviert, weil sie wissen, dass es in den nächsten Stunden keine Fütterung mehr gibt.
Hunde stellen zwischen verschiedenen Ereignissen Zusammenhänge dar. Die Verknüpfung von mehreren Faktoren ist ein wichtiger Lerneffekt. Allerdings kann es auch zu Fehlverknüpfungen kommen. Wenn ein Hund, während er krank ist, ein bestimmtes Futter frisst, kann er das mit seiner Krankheit in Verbindung bringen. Die schlechte Erinnerung an die Krankheit in Verbindung mit dem Futter führt dann zum Verzicht.
Jeder Hund hat seinen individuellen Energiebedarf, der manchmal unwissentlich überschritten wird. Der Trockenfutterbedarf kleiner Hunderassen beträgt pro Tag etwa 90 Gramm (exemplarisch). Zum Vergleich: Eine Mandarine wiegt genauso viel. Wenn der Hund zwischendurch Leckerlies bekommt, ist der Richtwert schnell erreicht. Der Hund hat folglich keinen Appetit, weil sein Bedarf bereits erreicht oder überschritten ist.
Einige Futtersorten kommen generell besser bei Hunden an, als ein vergleichbares Alternativprodukt. So bevorzugen Hunde Futtermittel mit einem niedrigen Ballaststoffgehalt. Außerdem ziehen sie frisches und feuchtes Futter trockenen Futtermitteln vor, weil es einfach intensiver riecht. Zudem lassen sie altes Futter manchmal stehen, weil es ranzig geworden ist und ihnen nicht mehr schmeckt.
Der Hund kann das Futter meiden, wenn er falsch gefüttert wird. Es ist wichtig, dass sich das Hauptfutter an den Bedürfnissen des Tieres (Beispiel: Alter, Krankheit oder Unverträglichkeit) orientiert und den Energie- und Nährstoffbedarf (Beispiel: Ein Leistungshund hat häufig einen höheren Energiebedarf, als ein Familienhund) vollständig deckt.

Hundekrankheiten

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