Eigenen Hund bei anderen aggressiven Hunden verteidigen

Aggressive Hunde: Wie verteidige ich meinen Vierbeiner?

Hund beschützen

Inhalt - Alles im Überblick

Normalerweise verläuft der Spaziergang mit deinem Hund harmonisch und entspannt. Manchmal kommt es aber vor, dass durch aggressive Hunde Gefahr droht. Du hast schon ein mulmiges Gefühl, wenn du siehst, dass sich ein Hund knurrend und mit aufgestellten Haare dir und deinem Hund nähert. Diese Begegnung wird wahrscheinlich nicht freundlich verlaufen. Auch dein Hund ist beunruhigt. Angst und Panik kommen auf. Natürlich kann auch die umgekehrte Situation vorkommen. Dein Hund greift einen anderen Hund an. Wie kannst du reagieren, um die Situation zu entspannen?

Dein Hund greift andere Hunde an: Was sind die Ursachen?

Normalerweise verhalten sich Hunde in einem Rudel friedlich. Streitigkeiten verbrauchen nur Energie und werden möglichst vermieden. Ist die Rangordnung innerhalb des Rudels einmal festgelegt, kommt es höchstens noch zu kleinen Reibereien. Hunde, die mit Menschen zusammenleben, haben allerdings nicht oft die Möglichkeit, ihr natürliches Sozialverhalten auszuleben. Das Wesen vieler Hunde ist auch durch die Erziehung beeinflusst. Hat dein Hund als Welpe nicht gelernt, wie er sich anderen Hunden gegenüber verhalten soll, wird er später Probleme bei seinen Hundebegegnungen haben.

Gründe, warum ein Hund aggressiv ist

Deine Stimmung überträgt sich auf deinen Hund. Wenn du angespannt und gestresst bist, reagiert auch dein Hund so. Erhält dein Hund zu wenig Schlaf oder hat er kaum die Möglichkeit, sich im Freien auszupowern, ist er nicht mehr ausgeglichen. Aggressive Verhaltensweisen können die Folge sein. Dein Hund begegnet auf seinem Spaziergang einer großen Menschenmenge. Viele laute Geräusche sind zu hören. Die Reizüberflutung verursacht Stress bei deinem Hund. Um diesen Stress abzubauen, reagiert er eventuell aggressiv.

Deine Stimmung überträgt sich auf deinen Hund. Wenn du angespannt und gestresst bist, reagiert auch dein Hund so. Erhält dein Hund zu wenig Schlaf oder hat er kaum die Möglichkeit, sich im Freien auszupowern, ist er nicht mehr ausgeglichen. Aggressive Verhaltensweisen können die Folge sein. Dein Hund begegnet auf seinem Spaziergang einer großen Menschenmenge. Viele laute Geräusche sind zu hören. Die Reizüberflutung verursacht Stress bei deinem Hund. Um diesen Stress abzubauen, reagiert er eventuell aggressiv.

Schmerzen sind häufig ein Auslöser für aggressives Verhalten

Hunde zeigen Schmerzen nicht immer deutlich. Manchmal weist nur eine Veränderung des Verhaltens darauf hin, dass sich dein Hund nicht wohlfühlt. Sind zum Beispiel Berührungen beim Streicheln schmerzhaft, weicht dein Hund der Hand aus. Wird er weiter bedrängt, reagiert er aggressiv.

Wegen mangelnder Sozialisation kann dein Hund andere Hunde angreifen

Der Hund ist zu früh von seiner Mutter und den Geschwistern getrennt worden. Die Hundesprache hat er nicht gelernt. Begegnet dein Hund jetzt auf dem Spaziergang einem Artgenossen, ist er völlig überfordert. Er ist unsicher und fühlt sich bedroht. Um den vermeintlichen Angriff abzuwehren, greift er lieber den anderen Hund an.

Ressourcen werden gegen andere Hunde verteidigt

Dein Hund beansprucht das Revier für sich. Er will nicht mit Artgenossen teilen. Dabei geht es nicht immer um einen Ort, sondern oft um Futter oder deine Zuwendung. Um den Artgenossen zu vertreiben, verhält sich dein Hund aggressiv und droht.

Warum wird dein Hund ständig angegriffen?

Hier ist die Situation umgekehrt. Dein Hund verhält sich friedlich und wird von einem fremden Hund angegriffen. Das kann mehrere Ursachen haben.

Dein Hund ist nur scheinbar friedlich. Vielleicht ist dir nicht aufgefallen, dass er begonnen hat, aus seiner sicheren Position heraus den anderen Hund direkt anzustarren. Das ist eine deutliche Provokation. Der andere Hund wird darauf vielleicht mit Aggressionen reagieren und drohen.
Dein Hund hat vielleicht die Hundesprache nicht richtig gelernt. Bei der Begegnung mit einem anderen Hund kann er nicht die richtigen Beschwichtigungssignale (Calming Signals) aussenden. Die Situation eskaliert.

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Der Körpergeruch ist für die Hundesprache wichtig

Vielleicht hat sich der Körpergeruch deines Hundes durch eine Krankheit oder ein Bad verändert. Er wird nicht mehr von den anderen Hunden erkannt und muss wieder um seine Stellung auf der Hundewiese kämpfen.

Dein Hund war immer ein Anführer. Plötzlich ist er durch eine Erkrankung geschwächt. Ein jüngerer Hund nutzt die Situation und versucht, seine Stellung im Rudel zu verbessern.
Auch bei kastrierten Rüden tritt häufig das Problem auf, dass sie von anderen Hunden ständig angegriffen werden. Sie können von ihren Artgenossen aufgrund des fehlenden Testosterons nicht als Rüde identifiziert werden. Eine Hündin sind sie aber auch nicht. Die Folge ist eine unsichere Stellung, die zu einem Angriff führt.

Ein fremder Hund greift deinen Hund an: Was kannst du tun?

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Eine besonders unangenehme Situation: Du gehst mit dem Hund an der Leine spazieren. Plötzlichnähert sich ein unangeleinter Hund und greift an. Jetzt solltest du die Initiative ergreifen. Wenn du nicht mehr ausweichen kannst, schiebe deinen Hund hinter dich und stell dich zwischen die beiden Hunde. Mach dich möglichst groß und sag ruhig „Nein“ zu dem anderen Hund. Ist es dir nicht möglich, die beiden Hunde auseinander zu halten, lass die Leine deines Hundes los. Jetzt kann er ausweichen, deutliche Signale in der Hundesprache aussenden oder eventuell flüchten. Natürlich ist das nur in einem gesicherten Gelände möglich. Mitten im Stadtverkehr solltest du den Hund auf keinen Fall loslassen. Er könnte auf die Straße laufen und einen Unfall verursachen.

Hunde ohne Leine veranstalten meistens einen Schaukampf

Wird während des Streits lautstark gebellt und geknurrt ist die Situation nur halb so schlimm. Beide Hunde zeigen ein deutliches Imponiergehabe, stellen sich auf die Hinterbeine und drehen die Köpfe voneinander weg. Solange gebellt wird, ist es kein richtiger Kampf. Durch das Imponiergehabe wird festgestellt, wer der Stärkere ist. Der unterlegene Hund zieht sich zurück. Anders verhält es sich bei Hunden, die nicht bellen. Hier ist der Streit ernst zu nehmen. Ein blutiger, lautloser Kampf steht kurz bevor.

Was kannst du tun, wenn dein Hund angegriffen wird?

Lass die Leine los und entferne dich von den beiden Hunden. Der andere Hundehalter sollte sich ebenso verhalten. Aus einiger Entfernung kannst du deinen Hund abrufen. Da du die körperliche Nähe zu deinem Hund unterbrochen hast, wird er nicht mehr von dir gestärkt. Er kann nur auf seine eigene Kraft zurückgreifen und wird es sich überlegen, einen echten Kampf zu führen.

Wie kannst du kämpfende Hunde trennen?

Beginnen zwei aggressive Hunde zu kämpfen, solltest du nicht mit den Händen dazwischengehen. Beide Hunde sind darauf konzentriert, den Gegner zu verletzen. Da kann es schnell vorkommen, dass du irrtümlich in den Kampf verwickelt und gebissen wirst.

Was kannst du tun, wenn sich zwei Hunde festgebissen haben?

Das ist eine besonders unangenehme Situation. Die beiden Hunde haben einander gepackt und lassen nicht mehr los. Wenn du das Halsband des überlegenen Hundes ohne Gefahr zu fassen bekommst, kannst du versuchen, dem Hund die Atmung zu erschweren. Er muss loslassen.

Steht dir Wasser zur Verfügung, spritz die beiden Hunde mit kaltem Wasser ab. Die kalte Dusche sorgt schnell für Ernüchterung. Einfacher ist es, den Hunden die Sicht zu nehmen. Nimm eine Decke oder zieh deine Jacke aus. Wirf sie über den Kopf der kämpfenden Hunde. Ohne Sicht werden beide Tiere voneinander ablassen und versuchen, sich neu zu orientieren.

Verteidigung gegen Hunde: Tipps und Tricks

Der beste Kampf ist immer der, dem du mit deinem Hund ausweichen kannst. Behalte die Umgebung bei einem Spaziergang immer genau im Auge. Kommt dir ein Hund entgegen, der sich auffällig verhält, weiche rechtzeitig aus. Halte die Leine deines Hundes nicht straff gespannt. Nur an einer losen Leine hat er die Möglichkeit, einen Bogen zu laufen und mit diesem Calming Signal dem anderen Hund auszuweichen.

Ein Ausweichen ist nicht mehr möglich? Dann kannst du dich mit verschiedenen Tricks verteidigen.

Weglaufen ist keine Lösung

Lauf auf keinen Fall weg. Hunde sind Beutegreifer, die ihren natürlichen Jagdinstinkt auch durch die Domestikation des Menschen nicht verloren haben. Läufst du davon, weckst du den Jagdtrieb des aggressiven Hundes. Er verfolgt dich und du kannst dir sicher sein, dass er auf alle Fälle schneller laufen kann als du.Lauf auf keinen Fall weg. Hunde sind Beutegreifer, die ihren natürlichen Jagdinstinkt auch durch die Domestikation des Menschen nicht verloren haben. Läufst du davon, weckst du den Jagdtrieb des aggressiven Hundes. Er verfolgt dich und du kannst dir sicher sein, dass er auf alle Fälle schneller laufen kann als du.

Ist Treten, Schlagen oder die Anwendung von Pfefferspray sinnvoll?

Eine Verteidigung durch Schläge oder Tritte hat nur bei kleinen Hunden Erfolg. Ein großer Hund wird deine Tritte nicht einmal spüren. Durch den Kampf befindet sich sein Körper in einem Notfallmodus. Es wird verstärkt Kortisol von der Nebennierenrinde ausgeschüttet. Die Schmerzschwelle des Hundes erhöht.

Pfefferspray hat vielleicht Auswirkungen auf dich und deinen Hund. Du bist in der Situation gestresst und ängstlich und vergisst sicher, die Windrichtung zu prüfen. Schnell hast du auch eine Ladung Pfefferspray abbekommen.

Versuche, dich ruhig zu verhalten

Hat der endgültige Angriff noch nicht stattgefunden, kannst du ihn vielleicht noch verhindern. Verhalte dich ruhig. Stell dich seitlich zu dem angreifenden Hund und schau ihm auf keinen Fall direkt in die Augen. Öffne den Mund weit und gähne mehrmals. Hier handelt es sich um ein Calming Signal, mit dem du dem Angreifer zu verstehen gibst, dass du seinen höheren Rang anerkennst.

Hebe deinen Hund niemals hoch, wenn ein aggressiver Hund angreift

In dieser Situation darfst du deinen Hund nicht auf den Arm nehmen. Der Angreifer wird hochspringen und sich in deinen Arm verbeißen. Dein Hund wird trotzdem gebissen und du wirst auch verletzt. Versuche lieber, ein Auto oder einen anderen Gegenstand zwischen dich und den fremden Hund zu bringen. Mit etwas Glück gelingt es dem Halter des aggressiven Hundes, diesen zu sichern und die gefährliche Situation zu beenden.

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