Wenn der Hund humpelt, gehen bei seinem Menschen die Alarmglocken an. Dabei kann die Ursache ein harmloser Muskelkater sein. Leider können aber auch bedenkliche Auslöser, wie ein schweres Trauma oder eine Nervenkrankheit dahinter stecken. Im Folgenden schauen wir uns die möglichen Ursachen an und erklären dir, woran du ein verletztes Bein erkennst.
Dafür, dass der Hund humpelt, können unterschiedliche Ursachen verantwortlich sein. Dementsprechend vielseitig ist auch das anschließende Verhaltensbild.
Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass der Hund eine Beinverletzung hat:
Plötzliche Veränderung im Gangbild:
Mache bei der nächsten Gelegenheit ein kurzes Video von deinem Hund. So kannst du die Bewegungstechniken deines Hundes zu einem späteren Zeitpunkt gegenüberstellen und genau beschreiben, wie sich sein Gangbild verändert hat
Berührungsschmerzen: Der Hund schnappt oder quiekt auf. In diesem Fall solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt gehen. Dem gegenüber scheint es sich um ein leichtes Trauma zu handeln, wenn er deine Berührungen toleriert. Sofern sich die Symptomatik nicht verschlimmert, kann ein schmerzfreier Hund die Verletzung zu Hause und ohne ärztliche Anweisung auskurieren
Bedenke aber, dass Hunde ihren Schmerz nicht zwangsweise kommunizieren. In der Tierwelt wird Schmerz mit Schwäche assoziiert, weshalb es im Umgang mit Artgenossen zu Rangkonflikten kommen kann.
Schwellungen: Du kannst eine Schwellung ertasten oder sogar mit dem bloßen Auge sehen. Schwellungen deuten darauf hin, dass dein Hund ein behandlungsbedürftiges Trauma erlitten hat. Du solltest zum nächst möglichen Zeitpunkt zum Tierarzt gehen.
Entzündungssymptome: Die betroffene Stelle ist geschwollen, rot und warm. Der Hund hat Schmerzen und ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.
Lahmheitsuntersuchung beim Arzt: Der Tierarzt tastet den Hund ab, nutzt das Röntgengerät oder den Ultraschall. So kann er die Erkrankung des Hundes besser klassifizieren und herausfinden, in welchem Stadium sie ist.
Sichtbare Verletzungen: Sogenannte offene Traumata sind an sichtbaren Verletzungen der Haut zu erkennen.
Wesensänderung: Hunde, die unter Schmerzen leiden, reagieren auf die Annäherungsversuche ihrer Artgenossen oft gereizt. Statt zu spielen, ziehen sie sich lieber in die Isolation zurück und bleiben in sicherer Distanz.
Krepitation: Wenn sich der Hund bewegt, ist ein Knirschen zu hören. Die Verletzung des Hundes scheint schwerwiegend zu sein, er leidet wahrscheinlich an einem Knochenbruch.
Sonstiges: Hunde, die eine Beinverletzung haben, putzen die schmerzende Stelle intensiv und fixieren sie mit ihrem Blick, manchmal zwicken sie sich selbst ins Bein. Außerdem gibt es Tiere, die sensibel auf Wetterumschwünge reagieren.
Je nachdem, ob der Hund vorne oder hinten humpelt und wie genau er sich verhält, kannst du Rückschlüsse auf das ursächliche Leiden ziehen.
Auch bei einer vermeintlich harmlosen Verletzung muss sich der Hund vollständig auskurieren. Der Hund nimmt sonst eine Schonhaltung ein, die oft der Ursprung einer chronischen Entzündung ist. Für den Hund bedeutet das eine körperliche Beeinträchtigung, dauerhaften Schmerz und eine Minderung der Lebensqualität.
Deshalb ist es so wichtig, dass du die Verletzung deines Hundes ernst nimmst und angemessen darauf reagierst.
Lahmheiten können an den Vorder- und Hinterbeinen aus den gleichen Gründen entstehen:
Daneben gibt es krankhafte Merkmale, die ausschließlich an den vorderen Beinen entstehen:
Der Hund kann sich die Hinterbeine, genauso wie vorne, im Spiel verletzen. Er kann sich einen Splitter eintreten, an einer Prellung leiden und sich Schnittverletzungen zuziehen. Weitere potenzielle Ursachen sind ein Wirbelsäulenproblem, Arthrose, eine Nervenkrankheit oder eine Fraktur.
Daneben gibt es verschiedene Krankheitsbilder, die der Hund ausschließlich an seinen Hinterbeinen erleiden kann:
Was die Hinterbeine von den Vorderbeinen unterscheidet, ist neben dem unterschiedlichen Aufbau auch das Knie. Weil innerhalb davon die Kreuzbänder liegen, kann es nur an den Hinterbeinen zu Kreuzbandverletzungen kommen.
Generell treten Knieverletzungen (beispielsweise Kniescheiben-Verrenkungen) nur an den hinteren Beinen auf.
Einige Hunderassen, wie der Deutsche Schäferhund, neigen zur Hüftdysplasie. Eine Begleiterscheinung dieser Erkrankung ist, dass sich der Hund hüftabwärts nur noch eingeschränkt bewegen kann, Schmerzen hat und lahmt.
Wenn der Hund das Humpeln nur sporadisch zeigt, können folgende Ursachen dahinterstehen:
Einige Hunde humpeln nicht permanent, sondern vor allem dann, wenn sie gerade aufgestanden sind. Der Grund für die anfängliche Steifbeinigkeit kann ein schwerer Muskelkater sein. Dieser entsteht, wenn sich der Hund überanstrengt oder auf neue Art bewegt. Durch die Überlastung ist der Muskel von feinen Rissen übersät. Der Hund muss sich über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen von den Mikroverletzungen regenerieren. In dieser Zeit sollte er bei den körperlichen Aktivitäten nicht ans Limit gehen.
Eine weitere Erklärung für die morgendliche Schwerfälligkeit können Gelenkprobleme sein. Hunde ab sieben Jahren leiden mit einer 80 %igen Wahrscheinlichkeit daran. Der Gelenkknorpel nutzt sich im Laufe der Jahre ab. Das führt dazu, dass sich der Hund nur noch unter Schmerzen bewegen kann. Deshalb fährt er sein Aktivitätslevel runter und stellt einige Bewegungsabläufe vollständig ein.