Clickertraining mit dem Hund

So geht es richtig

Sie sind klein und handlich, es gibt sie in verschiedenen Farben – und ihre einzige Funktion besteht darin, ein mehr oder weniger lautes, klickendes Geräusch zu machen. Was seltsam und vor allem unnütz klingt, wird (nicht nur) in der Hundeerziehung immer beliebter: Clicker markieren positives Verhalten und helfen dem Hund, genau zu erkennen, welche Dinge sein Besitzer von ihm wünscht – und welche nicht.

Inhalt - Alles im Überblick

Wie geht Clickertraining?

Beim Clickertraining geht es vor allem darum, erwünschtes Verhalten zu markieren und mit dem – vorher positiv konditionierten – Klickgeräusch zu belohnen.

Wie trainiere ich meinen Hund mit dem Clicker?

Zunächst wird das Klicken positiv besetzt: Zum Beginn des Trainings mit dem noch fremden Gerät muss das Geräusch für den Hund mit etwas angenehmen verknüpft werden, damit es später als Belohnung empfunden wird. Daher benötigt man für die ersten Trainingseinheiten lediglich den Clicker, ein paar Snacks oder Trockenfutterstücke oder das Lieblingsspielzeug des Tieres und einen munteren, aufmerksamen Hund.

Nach jedem Klicken bekommt der Hund sofort ein Leckerli oder sein Spielzeug – so empfindet er das Hören des Geräusches nach einer Weile als genauso befriedigend wie eine „echte“ Belohnung. Welche Belohnung für das positive Besetzen des Geräuschs eingesetzt wird, hängt dabei ganz vom Hund ab – jeder Vierbeiner empfindet etwas anderes als ultimatives Highlight, für das es sich zu arbeiten lohnt.

Wie oft am Tag Clickern?

Um den Hund nicht zu überreizen, reichen fünf Wiederholungen pro Trainingseinheit. Dafür kann gern öfter am Tag geübt werden: Umso schneller wird der Hund sich das Prinzip merken und es kann mit dem „echten“ Training begonnen werden.

Wird der Clicker vom Hund zuverlässig und stetig als Belohnung empfunden, kann man dazu übergehen, das gewünschte Verhalten zu clickern – also anstelle eines Leckerlis korrekt ausgeführte Befehle mit dem Klickgeräusch zu markieren. Um das positive Gefühl beim Hören des Klicks zu erhalten, sollte nach dem Geräusch jedoch immer ein Leckerli gegeben oder eine kurze Spieleinheit eingelegt werden.

Was bringt ein Clicker bei Hunden?

Fortgeschrittene Hundebesitzer können Kunststücke mithilfe des Clickers aufbauen, den Vierbeiner zum Suchen bestimmter Gegenstände wie Schlüssel, Feuerzeug oder ähnlichem animieren, Begegnungen mit fremden Artgenossen üben, angemessenes Verhalten beim Einkaufen, in Restaurants oder Parks trainieren – mit ein wenig Kreativität sind die Einsatzmöglichkeiten des Clickers nahezu unendlich! Ist das Gerät einmal als positive Belohnung konditioniert, ist der Rest kinderleicht – nur Geduld braucht man und die Bereitschaft, sich intensiv mit der Pelznase zu beschäftigen, da genaues Beobachten und richtiges Timing das A und O beim Clickertraining sind.

Wie sinnvoll ist Clickertraining?

Clickertraining ist nicht nur bei Hunden sehr beliebt, sondern wird inzwischen weltweit bei fast allen Tierarten eingesetzt. Selbst bekannte Tiertrainer, die die verschiedensten Tierarten für Zirkusse, Filme und andere Vorführungen vorbereiten, nutzen diese Technik sehr gern – selbst eher schwer erziehbare Tiere wie Katzen lassen sich mit dem Clicker zu Kunststücken bewegen.

Das Training mit dem kleinen, einknöpfigen Gerät hat dabei gleich mehrere Vorteile:

  • die Belohnung erfolgt sehr zeitnah;
  • fürs Training benötigt man nach dem Aufbau nur sich selbst, den Hund und den Clicker und Leckerlis oder ein beliebtes Spielzeug;
  • es ist eine sehr einfache Methode, um mit dem Hund zu trainieren;
  • durch das rasche Belohnen lernt der Vierbeiner sehr schnell;
  • Clickertraining ist perfekt für die geistige Auslastung;
  • der Hund wird zu eigenständigem Denken angeregt;
  • mit dem Clicker stehen Hund und Halter nahezu unbegrenzte Optionen offen, von Grunderziehung über das Lernen von Kunststücken bis hin zu Suchspielen ist alles möglich.
    Zudem benötigst du keine kostenintensive oder platzfressende Ausrüstung.

Welcher Clicker für Hunde?

Wie das Gerät aussieht, ist im Prinzip reine Geschmackssache, da alle Clicker gleich funktionieren. Optimal sind natürlich kleinere Geräte, da man diese bequem einstecken oder mit einem Ring am Schlüsselbund befestigen kann und den Clicker auf diese Weise stets griffbereit bei sich hat.

Wann mit Clickertraining anfangen?

Wie bei vielen Trainingsmethoden, Sportarten für den Hund und anderen Aktivitäten stellt sich der Besitzer des Hundes auch hier die Frage: Wann mit dem Clickertraining beginnen? Mit dem Training kann bereits beim Welpen begonnen werden. Wie bei fast allem, gilt auch hier: Je früher begonnen wird und je jünger der Hund ist, desto schneller verinnerlicht der Vierbeiner das Prinzip und desto gefestigter ist es schließlich.

Allerdings muss gerade bei sehr jungen Hunden darauf geachtet werden, sie nicht zu überfordern: Das Clickertraining ist hier zeitlich sehr kurzzuhalten. Zu Beginn müssen es auch nicht unbedingt die schwersten Kunststücke sein, die trainiert werden. Stubenreinheit – also Clickern, wenn der Welpe sich draußen löst – und Grundkommandos wie Sitz und Platz reichen für den Beginn völlig aus. Bei Welpen muss zudem darauf geachtet werden, dass der Knochenbau noch weich und nicht ausgereift ist – schwierige Kunststücke wie Rolle, Männchen und ähnliches können dem Bewegungsapparat des Welpen dauerhaft schaden und zu Folgeschäden im fortschreitenden Alter führen. Weniger ist also mehr – und für die ganz raffinierten Tricks hat der Hundebesitzer schließlich ein ganzes langes Hundeleben Zeit!

Nachteile des Clickertrainings bei Hunden

Clickertraining Übungen mit Hund - Wie kann ich meinen Hund trainieren?

Welche Kunststücke eignen sich für den Anfang?
Nach dem Konditionieren auf das Click-Geräusch kann mit bereits bekannten Kommandos gearbeitet werden, um dem Hund das Prinzip des Trainings noch einmal näherzubringen. Setzt sich der Hund, nachdem der Halter den Befehl gegeben hat, erfolgt sofort ein „Klick“ und der Vierbeiner erhält seine Belohnung.

Kunststücke können stufenweise aufgebaut werden. Als kleines Beispiel: Das Tragen einer Zeitung wird aufgebaut, indem der Gegenstand dem Hund zunächst gezeigt wird. Schnuppert er daran – Click. Schnell wird der Vierbeiner begreifen, dass er mit der Zeitung etwas tun soll; nicht gewünschte Dinge wie daran kratzen etc. werden ignoriert – bei Aktivitäten mit der Schnauze hingegen wird sofort geclickert und es gibt ein Leckerli oder eine andere Belohnung. Irgendwann wird der Hund die Zeitung mit der Schnauze aufnehmen, auch dann muss sofort geclickert werden. So kann nahezu jedes beliebige Kunststück nach und nach gelernt werden – das fordert dem Hund Mitdenken und Kreativität ab, was gut für die geistige Auslastung und das Wohlbefinden des Vierbeiners ist. Es erfordert aber auch viel Geduld, „Thinking outside the Box“ und eine genaue Beobachtungsgabe des Halters; auch ein rasches Timing für das Clickern im exakt richtigen Moment ist wichtig.

Für das Clickertraining mit dem Hund gibt es Anleitungen als PDF oder online, auch Videos bei Youtube und auf anderen Internetportalen zeigen, wie es geht – so können Anfänger sich inspirieren lassen, und auch eher unkreative oder unsichere Hundebesitzer können lernen, wie das Clickern mit dem Hund
funktioniert.
Achtung: Beim Clickertrainig wird nur mit positiven Effekten gearbeitet! Nur so hat der Hund das bestmögliche Erfolgserlebnis und arbeitet gern und optimal mit. Wird ein Kommando nicht ausgeführt wie gewünscht, wird der Vierbeiner nicht bestraft – es erfolgt nur eben kein Klick, es gibt keine Belohnung. Stattdessen verlangt der Hundeführer ein einfaches Kommando, das der Hund auf jeden Fall ausführen kann – hier eignet sich ein bereits sitzendes, gefestigtes Grundkommando wie Sitz oder Platz.

Ähnliche Artikel

×