Sie sind klein und handlich, es gibt sie in verschiedenen Farben – und ihre einzige Funktion besteht darin, ein mehr oder weniger lautes, klickendes Geräusch zu machen. Was seltsam und vor allem unnĂ¼tz klingt, wird (nicht nur) in der Hundeerziehung immer beliebter: Clicker markieren positives Verhalten und helfen dem Hund, genau zu erkennen, welche Dinge sein Besitzer von ihm wĂ¼nscht – und welche nicht.
Beim Clickertraining geht es vor allem darum, erwĂ¼nschtes Verhalten zu markieren und mit dem – vorher positiv konditionierten – Klickgeräusch zu belohnen.
Zunächst wird das Klicken positiv besetzt: Zum Beginn des Trainings mit dem noch fremden Gerät muss das Geräusch fĂ¼r den Hund mit etwas angenehmen verknĂ¼pft werden, damit es später als Belohnung empfunden wird. Daher benötigt man fĂ¼r die ersten Trainingseinheiten lediglich den Clicker, ein paar Snacks oder TrockenfutterstĂ¼cke oder das Lieblingsspielzeug des Tieres und einen munteren, aufmerksamen Hund.
Nach jedem Klicken bekommt der Hund sofort ein Leckerli oder sein Spielzeug – so empfindet er das Hören des Geräusches nach einer Weile als genauso befriedigend wie eine “echte” Belohnung. Welche Belohnung fĂ¼r das positive Besetzen des Geräuschs eingesetzt wird, hängt dabei ganz vom Hund ab – jeder Vierbeiner empfindet etwas anderes als ultimatives Highlight, fĂ¼r das es sich zu arbeiten lohnt.
Um den Hund nicht zu Ă¼berreizen, reichen fĂ¼nf Wiederholungen pro Trainingseinheit. DafĂ¼r kann gern öfter am Tag geĂ¼bt werden: Umso schneller wird der Hund sich das Prinzip merken und es kann mit dem “echten” Training begonnen werden.
Wird der Clicker vom Hund zuverlässig und stetig als Belohnung empfunden, kann man dazu Ă¼bergehen, das gewĂ¼nschte Verhalten zu clickern – also anstelle eines Leckerlis korrekt ausgefĂ¼hrte Befehle mit dem Klickgeräusch zu markieren. Um das positive GefĂ¼hl beim Hören des Klicks zu erhalten, sollte nach dem Geräusch jedoch immer ein Leckerli gegeben oder eine kurze Spieleinheit eingelegt werden.
Fortgeschrittene Hundebesitzer können KunststĂ¼cke mithilfe des Clickers aufbauen, den Vierbeiner zum Suchen bestimmter Gegenstände wie SchlĂ¼ssel, Feuerzeug oder ähnlichem animieren, Begegnungen mit fremden Artgenossen Ă¼ben, angemessenes Verhalten beim Einkaufen, in Restaurants oder Parks trainieren – mit ein wenig Kreativität sind die Einsatzmöglichkeiten des Clickers nahezu unendlich! Ist das Gerät einmal als positive Belohnung konditioniert, ist der Rest kinderleicht – nur Geduld braucht man und die Bereitschaft, sich intensiv mit der Pelznase zu beschäftigen, da genaues Beobachten und richtiges Timing das A und O beim Clickertraining sind.
Clickertraining ist nicht nur bei Hunden sehr beliebt, sondern wird inzwischen weltweit bei fast allen Tierarten eingesetzt. Selbst bekannte Tiertrainer, die die verschiedensten Tierarten fĂ¼r Zirkusse, Filme und andere VorfĂ¼hrungen vorbereiten, nutzen diese Technik sehr gern – selbst eher schwer erziehbare Tiere wie Katzen lassen sich mit dem Clicker zu KunststĂ¼cken bewegen.
Das Training mit dem kleinen, einknöpfigen Gerät hat dabei gleich mehrere Vorteile:
Wie das Gerät aussieht, ist im Prinzip reine Geschmackssache, da alle Clicker gleich funktionieren. Optimal sind natĂ¼rlich kleinere Geräte, da man diese bequem einstecken oder mit einem Ring am SchlĂ¼sselbund befestigen kann und den Clicker auf diese Weise stets griffbereit bei sich hat.
Wie bei vielen Trainingsmethoden, Sportarten fĂ¼r den Hund und anderen Aktivitäten stellt sich der Besitzer des Hundes auch hier die Frage: Wann mit dem Clickertraining beginnen? Mit dem Training kann bereits beim Welpen begonnen werden. Wie bei fast allem, gilt auch hier: Je frĂ¼her begonnen wird und je jĂ¼nger der Hund ist, desto schneller verinnerlicht der Vierbeiner das Prinzip und desto gefestigter ist es schlieĂŸlich.
Allerdings muss gerade bei sehr jungen Hunden darauf geachtet werden, sie nicht zu Ă¼berfordern: Das Clickertraining ist hier zeitlich sehr kurzzuhalten. Zu Beginn mĂ¼ssen es auch nicht unbedingt die schwersten KunststĂ¼cke sein, die trainiert werden. Stubenreinheit – also Clickern, wenn der Welpe sich drauĂŸen löst – und Grundkommandos wie Sitz und Platz reichen fĂ¼r den Beginn völlig aus. Bei Welpen muss zudem darauf geachtet werden, dass der Knochenbau noch weich und nicht ausgereift ist – schwierige KunststĂ¼cke wie Rolle, Männchen und ähnliches können dem Bewegungsapparat des Welpen dauerhaft schaden und zu Folgeschäden im fortschreitenden Alter fĂ¼hren. Weniger ist also mehr – und fĂ¼r die ganz raffinierten Tricks hat der Hundebesitzer schlieĂŸlich ein ganzes langes Hundeleben Zeit!
Welche KunststĂ¼cke eignen sich fĂ¼r den Anfang?
Nach dem Konditionieren auf das Click-Geräusch kann mit bereits bekannten Kommandos gearbeitet werden, um dem Hund das Prinzip des Trainings noch einmal näherzubringen. Setzt sich der Hund, nachdem der Halter den Befehl gegeben hat, erfolgt sofort ein “Klick” und der Vierbeiner erhält seine Belohnung.
KunststĂ¼cke können stufenweise aufgebaut werden. Als kleines Beispiel: Das Tragen einer Zeitung wird aufgebaut, indem der Gegenstand dem Hund zunächst gezeigt wird. Schnuppert er daran – Click. Schnell wird der Vierbeiner begreifen, dass er mit der Zeitung etwas tun soll; nicht gewĂ¼nschte Dinge wie daran kratzen etc. werden ignoriert – bei Aktivitäten mit der Schnauze hingegen wird sofort geclickert und es gibt ein Leckerli oder eine andere Belohnung. Irgendwann wird der Hund die Zeitung mit der Schnauze aufnehmen, auch dann muss sofort geclickert werden. So kann nahezu jedes beliebige KunststĂ¼ck nach und nach gelernt werden – das fordert dem Hund Mitdenken und Kreativität ab, was gut fĂ¼r die geistige Auslastung und das Wohlbefinden des Vierbeiners ist. Es erfordert aber auch viel Geduld, “Thinking outside the Box” und eine genaue Beobachtungsgabe des Halters; auch ein rasches Timing fĂ¼r das Clickern im exakt richtigen Moment ist wichtig.
FĂ¼r das Clickertraining mit dem Hund gibt es Anleitungen als PDF oder online, auch Videos bei Youtube und auf anderen Internetportalen zeigen, wie es geht – so können Anfänger sich inspirieren lassen, und auch eher unkreative oder unsichere Hundebesitzer können lernen, wie das Clickern mit dem Hund
funktioniert.
Achtung: Beim Clickertrainig wird nur mit positiven Effekten gearbeitet! Nur so hat der Hund das bestmögliche Erfolgserlebnis und arbeitet gern und optimal mit. Wird ein Kommando nicht ausgefĂ¼hrt wie gewĂ¼nscht, wird der Vierbeiner nicht bestraft – es erfolgt nur eben kein Klick, es gibt keine Belohnung. Stattdessen verlangt der HundefĂ¼hrer ein einfaches Kommando, das der Hund auf jeden Fall ausfĂ¼hren kann – hier eignet sich ein bereits sitzendes, gefestigtes Grundkommando wie Sitz oder Platz.