Boston Terrier

Liebenswerter und pflegeleichter Hund für jedermann

Boston Terrier auf Heuhaufen

Alles im Überblick

Während der Boston Terrier in den USA ein beliebtes Haustier ist, ist er in den europäischen Ländern noch weitestgehend unbekannt. Dabei ist der Boston Terrier ein toller Gesellschafts- und Familienhund. Er strahlt eine lebensbejahende, vergnügte Aura aus, die einen positiven Einfluss auf die eigenen Emotionen haben kann.

Steckbriefe boston terrier

Geschichte und Herkunft des „Boston Terrier“

Die Entstehungsgeschichte des Boston Terriers begann vor etwa 150 Jahren. In dieser Zeit versuchten die Amerikaner durch die Verpaarung englischer Bulldoggen und englischer Terrier einen guten Kampfhund zu kreieren.
1878 nahm der Boston Terrier (der damals noch American Bullterrier bzw. Boston Bulldog hieß) das erste Mal an einer Ausstellung teil. Rückwirkend betrachtet sollte dieses Event der Startschuss für seine wachsende Bekanntheit sein.
Wenig später gab es den ersten Rasseclub.
Mit der Anerkennung durch den American Kennel Club 1893 und dem FCI gelang dem Boston Terrier ein neuer Meilenstein.
Den Namen “Boston Terrier” bekam er übrigens vom FCI. Dieser stuft die Rasse, entgegen der Bezeichnung, allerdings als “doggenartig” ein.
Je bekannter der Boston Terrier wurde, desto lauter wurde die Forderung nach einem gesellschaftstauglichen Familienhund. Deshalb kreuzte man die Französische Bulldogge ein. Auf dieser genetischen Grundlage kam der Boston Terrier vor rund 100 Jahren schließlich auch zu uns.

Boston Terrier liegt auf Rasen

Wesensmerkmale Boston Terrier

Obwohl der Boston Terrier ursprünglich ein Kämpfer werden sollte, ist er ein Vorzeige-Familienhund.
Seine frohsinnige Art verleiht ihm ein besonders Charisma, mit dessen Hilfe er sein Gegenüber in sekundenschnelle für sich gewinnen kann.
Sein Frohmut äußert sich unter anderem an seiner Leidenschaft für Spiel und Spaß. Boston Terrier bleiben oft bis in hohe Alter verspielt und quietschfidel.
Trotz seiner temperamentvollen Seite ist der Boston Terrier ein ausgeglichenes Tier, das sowohl ruhen, als auch ausgelassen toben kann.
Zu Jagdverhalten tendiert er nicht.
Auch wenn die Boston Terrier keine aggressiven Pöbler sind, können sie beschützerisch und wachsam sein. Der Wach- und Schutztrieb macht sich darin bemerkbar, dass die Hunde hin und wieder bellen. Das bedeutet aber keinesfalls, dass sie sich mit Fremden nicht verstehen!

Wie halte ich einen Boston Terrier?

Der Boston Terrier ist ein flexibler Hund, der sich sowohl mit einer Etagenwohnung als auch mit der Unterbringung in einem Einfamilienhaus arrangieren kann. Hauptsache, er kommt mehrmals täglich raus.
Genauso anpassungsfähig, wie er sich bezüglich der Wohnsituation verhält, ist er auch hinsichtlich der Bezugspersonen. Ob rüstiger Rentner, lebhafte Großfamilie oder aufstrebender Student – der Boston Terrier fühlt sich in all diesen Konstellationen gleichermaßen wohl.
Beachte jedoch, dass er lebhaft ist und gerne spielt. Solche Momente können turbulent und ruppig sein. Aus diesem Grunde sollten Hund und Kinder nie ohne Aufsicht beisammen sein.
Da der Boston Terrier emotional sehr stark an seine Lieblingsperson gebunden ist, verkraftet er dessen Abwesenheit nur schwer. Daher ist es wichtig, dass du ihn in kleinen Schritten an das alleine Sein gewöhnst.

Aktivitätslevel des Boston Terrier

Der Boston Terrier ist ein lebhafter Hund, der beschäftigt werden will. Hundesport, wie Dog Dancing und Agility, bieten ihm einen Rahmen, in dem er sein Bewegungsbedürfnis ausleben kann.
Wer seinen Boston Terrier auf professioneller Ebene fördern will, kann mit ihm die Ausbildung zum Therapiehund anvisieren.
Wichtig ist immer, dass er sich nicht nur physisch austoben kann, sondern auch kognitive Aufgaben zu erfüllen hat. Da der Boston Terrier sehr intelligent ist, hat er Spaß daran, Intelligenzspielzeuge zu verwenden und kleine Kunststücke zu erlernen.
Wenn der kleine Wirbelwind mal keine sportlichen Ambitionen zeigt, kann es einfach sein, dass er eine Pause braucht, schließlich haben einige Individuen ein Atem- und damit ein Belastbarkeitsproblem.

Aktiver Boston Terrier

Gesundheit und Pflege des Boston Terrier

Der Boston Terrier ist im Prinzip sehr pflegeleicht:

  • Dadurch, dass der Boston Terrier kurzhaarig ist und keine Unterwolle hat, beschränkt sich die Fellpflege auf das gelegentliche Entfernen loser Haare und grober Verunreinigungen.
  • Die Krallen sollten nicht zu lang, die Augen klar und die Ohren stets sauber sein.
  • Indem du deinem Hund Kauartikel zur Verfügung stellst, trägst du zu dessen Zahngesundheit bei.
  • Die Ernährung sollte frei von Getreide und fleischlastig sein.

Da der Boston Terrier kurzschnäuzig ist, kommen bei ihm diesbezügliche Beschwerden vor. Außerdem ist das Risiko von Augen- und Knieproblemen erhöht.
Die Übertragung von Erbkrankheiten lässt sich durch die Wahl eines verantwortungsbewussten Züchters aber effizient umgehen.
Doch auch bei einem gesunden Hund kann es hilfreich sein, dass du ihn auf folgende Weise unterstützt:

  • Schone ihn bei sommerlichen Temperaturen und setze ihn nicht der direkten Sonne aus.
  • Da die Augen des Boston Terriers anfällig für Entzündungen sind, solltest du ferner darauf achten, dass kein Zug entsteht.
  • Der Boston Terrier hat keine Unterwolle, weshalb er im Winter schneller friert. Ein Hundemantel ist in der Eiseskälte sicher angenehm.

Wichtig beim Kauf eines Boston Terrier

Falls du dich für einen Boston Terrier entschieden hast, folgt nun die Suche nach einem geeigneten Züchter und abschließend der eigentliche Kauf. Auf der Internetseite des VDH sind im deutschen Bundesgebiet derzeit 59 Züchter hinterlegt.
Daneben hast du – mit etwas Glück – die Möglichkeit, einen Boston Terrier aus dem Tierschutz zu adoptieren. Da diese Hunderasse in Deutschland nicht sehr populär ist, kommt es jedoch nur selten vor, dass Not-Vermittlungen und Tierheime reinrassiege Exemplare führen. Womöglich findest du dort aber einen tollen Mischlingshund, der deine optischen und verhaltensbedingten Kriterien erfüllen kann.
Wenn du dir einen Hund zulegst, bist du die Person, die die Verantwortung für sein Wohlbefinden übernimmt. Diese allumfassende Aufgabe fängt bereits bei der Auswahl eines seriösen Züchters an.
Der Boston Terrier ist ein kurzköpfiger Hund, der aufgrund dessen der Gruppe der Qualzuchthunde angehört. Das bedeutet, dass es aufgrund der platten Nase zu gesundheitlichen Einschränkungen bezüglich der Wärmeregulierung, der Atmung und zu Schlafstörungen kommen kann. Ein gewissenhafter Züchter schließt extrem kurzköpfige Tiere deshalb aus dem Zuchtgeschehen aus.
Außerdem erkennst du einen vertrauenswürdigen Züchter daran, dass

  • Er die Abstammungsnachweise der Welpen hat.
  • Er einem Hundeverein angehört.
  • Du ihm Fragen stellen darfst.
  • Du ihn besuchen kannst.
  • Er dir die Mutterhündin zeigt.
  • Er sich für deine Wohnsitution interessiert.
  • Er die Welpen mit verschiedenen Außenreizen konfrontiert.
  • Er seinen Zuchtieren die empfohlenen Zuchtpausen gewährt.
  • Er die Welpen altersentsprechend impfen und entwurmen lässt.
Boston Terrier in Natur

Erscheinungsbild Boston Terrier

Der Boston Terrier ist kompakt und wohlproportioniert.
Auffallend sind vor allem die platte Nase und die Schraubenrute oder der Stummelschwanz. Außerdem hat der Boston Terrier fledermausartig aufgestellte Ohren.
Insgesamt hat er einen kastenförmigen, kurzen Kopf.
Das kurze Fell ist glänzend und fein. Die vom FCI anerkannten Farben sind Gestromt, Schwarz und Seal. Wichtig ist, dass es bei all Färbungen weiße Flächen gibt.
Über Unterwolle verfügt der Boston Terrier nicht. Deshalb durchlebt er keinen saisonalen Fellwechsel, sondern verliert die einzelnen Haare konstant im ganzen Jahr.
Der Boston Terrier kommt in drei Gewichtsklassen vor:

  1. leicht: unter 6,8 kg
  2. mittel: 6,8 kg bis unter 9 kg
  3. schwer: 9 kg bis max. 11,3 kg

Dementsprechend kann die Widerristhöhe sehr unterschiedlich sein. 43 cm sind das dokumentierte Maximum.

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Der Boston Terrier ist schlau und will nichts mehr, als seinem Menschen zu gefallen. Die Kombination aus Intelligenz und Kooperationsbereitschaft ist ein starkes Fundament, auf dessen Grundlage er gut erzogen werden kann.
Doch auch die beste Erziehung kann phasenweise schleppend gehen. Das ist beispielsweise während der Pubertät und in der Läufigkeit der Fall. Doch keine Sorge, das renitente Verhalten ist hormonbedingt und kommt nicht nur beim Boston Terrier, sondern bei allen Hunden vor.
Obwohl es in der Erziehung also auch schwierige Zeiten geben kann, solltest du mit deinem Haustier empathisch und respektvoll sein. Strafen zerstören die Vertrauensbasis und sind nach biologischen Erkenntnissen nicht besonders effektiv. Deine Erziehungstechnik sollte auf der einen Seite zwar konsequent und klar, auf der anderen Seite aber auch mitfühlend und geduldig sein.
Damit dein Hund ein gut verträglicher Begleiter wird, solltest du ihn früh sozialisieren. Da es in der Hundeschule zahlreiche Artgenossen und fachkundige Trainer gibt, ist sie für diesen Zweck ein toller Ort.

Ist der Boston Terrier für mich geeignet?

Wenn ein Großteil der nachfolgenden Aussagen auf dich und dein Leben zutreffen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es zwischen dir und dem Boston Terrier passt:

  1. Du bist gern an der frischen Luft.
  2. Du bist kein Spitzensportler und auch keine Couchkartoffel, sondern durchschnittlich aktiv.
  3. Du hast Kinder oder andere Haustiere und suchst ein verträgliches Rassetier.
  4. Du hast keine Hundehaarallergie.
  5. Du hast ein finanzielles Not-Depot.
  6. Dein Vermieter stimmt der Hundehaltung zu.
  7. Deine Lebenssituation ist so stabil, dass du deinen Hund auch in 10 bis 15 Jahren noch halten kannst.
  8. Du suchst nach einem Hund, der auch für Anfänger geeignet ist.
Boston Terrier Welpe

Interessantes und Wissenswertes über den Boston Terrier

Jeder Boston Terrier ist einzigartig und auf seine Weise toll. In den folgenden zwei Beispielen, soll es aber um zwei besonders heldenhafte Hunde gehen:

  1. Sergeant Stubby arbeitete für das amerikanische Militär. Dafür, dass er sein Team vor Gefahren warnte und bei der Suche nach verletzten Soldaten half, wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt.
  2. Chopper the Biker Dog besucht amerikanische Krankenhäuser und wird als Therapiehund eingesetzt. Seine Aufgabe: Den Kummer lindern und Glück verteilen!

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