Berner Sennenhund

Ein großer und gutmütiger Familienhund

Berner Sennenhund in Bergen

Alles im Überblick

Der Berner Sennenhund erfreut sich dank seines freundlichen und gelassenen Wesens weltweit großer Beliebtheit, nicht nur bei Familien. Auch als Arbeits- und Rettungshund wird der große Vierbeiner gerne eingesetzt. Was den gutmütigen Familienhund noch alles ausmacht, erfährst du im Folgenden.

Geschichte und Herkunft des Berner Sennenhund

Man nimmt an, dass der Berner Sennenhund von den Molosser und Mastiffs abstammt, die zu Zeiten der Römer mit Soldaten über die Alpen kamen. Er wurde heimisch im Schweizer Kanton Bern und Umgebung, worauf sein Name schon verweist. Dort diente der große Vierbeiner vorwiegend Bauern als Arbeitshund, der zuverlässig Haus und Hof bewachte, das Vieh auf den Almen hütete und zusammentrieb sowie schwere Karren zu ziehen vermochte. Einen sehr alten, weiteren Namen ″Dürrbächler″ trägt der große Vierbeiner, weil er damals vermehrt im Berner Örtchen Dürrenbach gehalten wurde. Auf Initiative eines Dürrenbächler Gastwirtes wurde der Bauernhund 1902 auf einer Hundeschau präsentiert. Daraufhin entwickelte sich bald eine rasche Bekanntheit und Nachfrage nach dem Dürrenbächler, sodass 1907 der ″Schweizer Dürrbach Club″ mit dem Ziel der Reinzucht ins Leben gerufen wurde. 1908 benannte man den ursprünglichen Hund der Sennen, was übersetzt Hirtenhund bedeutet, auf Vorschlag des Schweizer Kynologen und Geologen Prof. Dr. Albert Heim um in ″Berner Sennenhund″. Als Sennenhund gehört er zu seinen kurzhaarigen Verwandten, den Entlebucher Sennenhunden, den Großen Schweizer Sennenhunden und Appenzeller Sennenhunden. Der Kynologe Prof. Dr. Heim trug auch maßgeblich zur Erstellung des ersten Standards der Berner Sennenhund-Rasse bei. Nach der erfolgreichen Zucht in der Schweiz erfolgte 1919 die erste Zucht des Berner Sennenhundes in Deutschland. Daraufhin gründete sich 1923 der ″Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland″, der auch heute noch das Zuchtbuch führt. Anerkannt wurde der Berner Sennenhund als Schweizer Hunderasse von der FCI im Jahre 1955. Er trägt die FCI-Standardnummer 45, gehört zur FCI-Gruppe 2 „Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde „, Sektion 3 ″Schweizer Sennenhunde″.

Steckbrief Berner Sennenhund

Herkunft: Schweiz, Kanton Bern
Lebenserwartung: 7 bis 10 Jahre
Größe: Widerristhöhe-Rüden: 64 bis 70 cm, -Hündinnen: 58 bis 66 cm
Gewicht: Rüden: ideal bis 55 kg, Hündinnen: ideal bis 45 kg
Farbe und Fell: dreifarbiges (Schwarz mit braunroten und weißen Abzeichen), langhaariges Fell Charakter: selbstsicher, gutmütig, freundlich, anhänglich, wachsam, mittleres Temperament Funktion: Arbeitshund, Hütehund, Familienhund, Rettungshund

 

Erscheinungsbild Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund gehört mit seiner großen Statur, seinem massigen Körperbau und kräftigem Kopf zu den großen Hunderassen. Tiefes Schwarz ist die Hauptfarbe seines glatten, langen, leicht gewellten Fellkleids, das mit dichter Unterwolle versehen ist. Weiß ziert seine Kehle, Brust, den Kopf als symmetrische Blesse von Stirn bis zu seiner Schnauze, die Pfoten und oft seine Rutenspitze. Braunrote Abzeichen zieren seine Backen, Teile seiner Brust und Pfoten und bilden ″Augenbrauen″ über seinen dunklen, mandelförmigen Augen. Die ″Augenbrauen″ verliehen ihm den Namen ″Vieräugler″ und die Abzeichen an den Backen den Namen ″Gelbbäckler″. Seine lange, buschige, schwarze Rute trägt der schöne, imposante Hund beim Gehen aufrecht und in Ruheposition hängend. Ebenso hängen seine hochangesetzten, behaarten, mittelgroßen Ohren.

Wesensmerkmale Berner Sennenhund

Der Gelbäugler ist ein durch und durch friedlicher, gutmütiger Hund, den nichts und niemand so schnell aus der Ruhe bringt. Daher ist er auch der ideale Hund für Familien mit Kindern. Der anhängliche Vierbeiner liebt es, zu schmusen und zu spielen. Er bewacht sein Heim zwar zuverlässig, empfängt Einbrecher aber dennoch eher schwanzwedelnd. Denn der Berner Sennenhund freut sich immer über Gesellschaft und Aggressivität ist für ihn ein Fremdwort. Wegen seiner Gutmütigkeit lässt er sich auch gut erziehen. Die große Fellnase ist stets ein treuer Begleiter, der sich leicht mit liebevoller Konsequenz führen lässt. Da der Dürrbächler von alters her selbstständiges Arbeiten in der Natur gewohnt ist, zeichnen den Berner Sennenhund Charakter Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein aus. Diese Eigenständigkeit verwechseln unwissende Hundehalter leicht mit Dickköpfigkeit. Denn wenn der Berner Sennenhund einen Befehl in Frage stellt, wird er ihn deshalb nicht ausführen. Seine Vorliebe für den Aufenthalt in der freien Natur ist ihm bis heute geblieben, vor allem im Schnee im Winter.

Wegen seiner Gutmütigkeit, Ausgeglichenheit und Eigenständigkeit eignet sich der sanfte Riese hervorragend als Rettungs-, Therapie- oder Fährtensuchhund. Du kannst deinen Berner Sennenhund im Wald auch beruhigt ohne Leine laufen lassen, bei vorangegangenem Training versteht sich. Der Anblick von Wild oder anderen Hunden interessiert den gechillten Sennenhund in der Regel recht wenig. Eventuell kann es beim Aufeinandertreffen von Rüden zu Raufereien kommen, die du aber mit einem gut sozialisierten und erzogenen Berner Sennen durchaus meistern kannst.

Wie halte ich einen Berner Sennenhund?

Da der Berner Sennenhund wegen seiner Größe viel Platz beansprucht, solltest du mit ihm am besten in einem Haus nahe der Natur wohnen. Sollte sein Heim Treppenstufen haben, sollte er möglichst keine Treppen laufen. Denn wegen seines Gewichtes ist dies nicht gut für seine Gelenke. Der Vierbeiner freut sich auch über einen eigenen Garten, in dem er mal ″kleine Gassirunden″ drehen kann. Lange Spaziergänge bei jedem Wetter in Wald und Flur, vor allem im Winter, sind ihm aber am liebsten. Im Sommer solltest du mit ihm allerdings nur im Schatten frühmorgens oder spätabends an die frische Luft gehen. Denn sein dichtes Fellkleid macht ihm bei Hitze sehr zu schaffen.

Aktiver Berner Sennenhund

Aktivitätslevel des Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund verfügt über ein mittleres Aktivitätslevel. Der Riese mag zwar Ruhe ausstrahlen und etwas behäbig erscheinen, was aber nicht heißt, dass er nicht beschäftigt werden will. Er braucht viel (gemütliche), regelmäßige Bewegung in der Natur und liebt Intelligenzspielchen. Joggen oder Fahrradfahren solltest du nicht mit dem Schweizer, da dies seine Gelenke zu sehr belasten würde. Auch Hundesport wie Agility ist für ihn nicht geeignet. Dafür mag er aber Zughundesport, Fährtensuche oder du lässt den gelehrigen Vierbeiner zum Rettungs- oder Therapiehund ausbilden. Der gut erzogene Schweizer begleitet dich auch gerne bei deinen Unternehmungen. Wenn er mit dir in die Hundeferien darf, solltet ihr mit dem Auto in einen Aktiv-Urlaub fahren. Aber unbedingt nicht im Hochsommer. Ideal ist ein Winterurlaub, indem ihr ausgedehnte Schneewanderungen machen könnt.

Gesundheit und Pflege des Berner Sennenhund

Viele Berner Sennenhunde sind aufgrund falscher Fütterung und mangelnder Bewegung krankmachend übergewichtig. Sie leiden unter schmerzhaften Gelenkproblemen wie Hüftgelenk- und Ellbogendysplasie, Nierenerkrankungen und Krebs. Die Berner Sennenhund Lebenserwartung liegt etwa bei 7 bis 10 Jahren. Mit ausreichend Auslauf und einer guten, ausgewogenen Ernährung trägst du dazu bei, dass dein Berner Sennen möglichst lange fit und gesund bleibt. Du kannst ihm Trocken- oder Nassfutter geben oder du barfst. Wichtig ist, dass du ein qualitativ hochwertiges Futter ohne Geschmacksverstärker, Zucker, allergieförderndes Getreide und chemische Zusätze gibst. Das Futter des Schweizer Riesen sollte einen hohen Fleischanteil, genügend Vitamine und Mineralien haben. Achte darauf, dass du Futterart und -menge an seine jeweilige Lebensphase und Aktivität anpasst. Welpen benötigen zum Beispiel ein anderes Futter als erwachsene Hunde. Und vielleicht nicht mehr so aktive Hundesenioren brauchen weniger Futter als agilere Junghunde. Am besten wiegst du deinen dreifarbigen Riesen regelmäßig beim Tierarzt, damit er nicht zu dick wird.

Die Fellpflege ist bei dem langhaarigen Berner Sennenhund schon etwas aufwendiger. Der Vierbeiner verliert das ganze Jahr über Haare, weshalb du ihn mehrmals in der Woche bürsten solltest, vor allem nach einem Waldspaziergang. Denn in seinem langen Haarkleid bleiben leicht Laub, Kletten und Dreck hängen. Auch nach Ungeziefer wie Zecken solltest du die Fellnase absuchen, damit sich diese nicht im Haus verteilen. Ein gut gepflegter Berner Sennenhund bekommt auch mehrmals pro Woche die Zähne geputzt und wird regelmäßig auf zu lange Krallen, saubere Ohren und Augen kontrolliert.

Berner Sennenhund Welpe

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Die Berner Sennenhund Erziehung gestaltet sich dank seiner Gutmütigkeit und Gelehrigkeit recht einfach. Du solltest den Berner Sennen Welpen liebevoll mit Konsequenz und Geduld erziehen.″ Bestechungsleckerlis″ haben dabei so manchem Hundehalter den erwünschten Erfolg gebracht. Du solltest mit dem Welpen auch die Hundeschule besuchen, damit er sich gut zu sozialisieren lernt. Es wird dem kleinen Racker sicherlich gefallen, mit anderen Fellnasen dort zu spielen und zu balgen. Dem kleinen Berner Sennen solltest du von klein auf Gehorsam und den Rückruf beibringen, ihn ans Autofahren, an andere Haustiere, Fellpflege sowie den Tierarzt gewöhnen. Dann klappt es auch beim erwachsenen Berner Sennen.

Ist der Berner Sennenhund für mich geeignet?

Der Berner Sennenhund eignet sich für aktive Menschen, die gerne mit ihm in der Natur spazieren gehen und ihm eine große Wohnung bieten können. Du solltest über genügend Zeit verfügen und ihn nicht den ganzen Tag alleine zuhause lassen. Wenn du Hundeanfänger bist und dich mit etwas Hundelektüre fit machst, ist der Berner Sennenhund auch für dich geeignet, egal ob als Single-Begleiter oder Familienhund. Selbst wenn der Berner Sennenhund nicht so alt wird, sind 7 bis 10 Jahre schon eine lange Zeit, in der du dich bindest. Überleg dir vor einem Kauf bitte genau, ob du bereit bist, in dieser Zeit dein Leben völlig umzukrempeln, in der du dafür aber auch lange Jahre ganz viel Hundeliebe zurück bekommst.

Berner Sennenhund im Profil

Wichtig beim Kauf eines Berner Sennenhund

Die Berner Sennenhund Kosten sind nicht unerheblich. Der reine Kaufpreis liegt bei seriösen Züchtern allein schon bei 1000 bis 1800 Euro. Hinzu kommen die recht hohen Futterkosten, da das Schwergewicht schon einiges verspeisen kann, sowie die Kosten für Tierarzt, Hunde-Equipment, -steuer und Tierhalterhaftpflichtversicherung. Du solltest deinen Berner Sennenhund Welpen nur bei einem seriösen Züchter, der in einem Zuchtverein eingetragen ist, kaufen. Denn diese Züchter unterliegen einer regelmäßigen Kontrolle. Die Berner Sennen Welpen hat ein guter Züchter vor dem Verkauf impfen, chippen und mehrfach entwurmen lassen. Mach dir auf jeden Fall ein Bild darüber, ob dein künftiges Familienmitglied aus einem guten Hause stammt. Auf keinen Fall solltest du Welpen kaufen, die billig angeboten werden, schlimmstenfalls noch aus dem Kofferraum am Autobahnparkplatz.

Interessantes und Wissenswertes über den Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund wird von vielen geschätzt. Prominente wie die Sängerin Andrea Berg oder die Schauspielerin Kate Hudson haben zum Beispiel einen Berner als vierbeiniges Familienmitglied. Dass ein Berner Sennenhund auch schauspielerisches Talent haben kann, stellt der Vierbeiner ″Keks″ in der beliebten Kindersendung ″Löwenzahn″ unter Beweis.

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