Basenji

edler Sturkopf mit besonderem Charakter

entspannter Basenji

Alles im Überblick

Der Basenji ist ein edler, afrikanischer Hund, der zeitlebens sehr selbstständig war und es auch heute noch ist. Hierzulande kennt man ihn als sportlichen Familienhund, der zwar einen Starrsinn hat, aber trotzdem sehr menschenbezogen ist.

Geschichte und Herkunft des Basenji

Über die genaue Entstehungsgeschichte des Basenji ist nicht allzu viel bekannt. Allerdings gibt es Gemälde, die vermuten lassen, dass es den Basenji in seiner ursprünglichen Form schon einige tausend Jahre gibt.
Sein geografischer Ursprung liegt in Zentralafrika. Er scheint ein Nachfolger des ägyptischen Tesem zu sein.
Der Basenji ging zwar einen lockeren Verbund mit den Menschen ein, er wurde aber nicht gezielt gezüchtet und war auch nicht domestiziert. Trotzdem gab es eine Art der Kooperation, indem der Basenji beim Jagen oder dem Bewachen der Ländereien half. Im Gegenzug dafür hatte er ein vergleichsweise unbeschwertes Leben und konnte sich von den Schlachtabfällen ernähren.
Als der Basenji im 19. Jahrhundert nach Europa kam, löste sich seine Ursprungsfunktion als Jäger langsam auf. Im FCI (die Anerkennung erfolgte 1964) wird er nicht als reiner Jagd-, sondern auch als freundlicher Gesellschaftshund geführt.
Nachdem der Zuchtschwerpunkt 1935 noch in Großbritannien lag, gelangte der Hund in den 1970ern zu uns und lebt mittlerweile in der ganzen Welt.

Steckbrief Basenji

Herkunft:
Zentralafrikanische Republik
Größe:
Bis zu 43 cm
Gewicht:
Bis zu 11 kg
Charakter:
Gesellig, sportlich, eigenwillig und intelligent
Bewegungsdrang:
4 von 5
Funktion:
Jagd-, Familien- und Begleithund

Erscheinungsbild Basenji

Der Basenji ist ein edles Tier mit einer feingliedrigen Körperstatur. Auf den ersten Blick fällt vor allem seine Ringelrute auf, die an ihrem tiefsten Punkt den Rücken berührt. Am Hals treten Falten auf, die auch den Stirnbereich des Hundes zieren. Die Augen des Basenji sind mandelförmig, dunkel und wirken aufgeweckt. Der Kopf wird stolz getragen und endet in den großen, aufgestellten Ohren.
Der Basenji-Rüde wird etwa 43 und das Weibchen 40 cm groß. Das Maximalgewicht der Rüden liegt bei etwa 11 kg. Basenji-Weibchen werden laut Rassestandard etwa 9,5 kg schwer.
Das Fell glänzt, ist kurz und schmiegt sich eng an die Körperkonturen des Hundes an.
Laut FCI kommt er in folgenden Farben vor:

  • Rein schwarz und weiβ
  • Rot und weiβ
  • Schwarz, lohfarben
  • Schwarz
  • Lohfarben und weiβ
  • Gestromt

Wesensmerkmale Basenji

Der Basenji ist auf eigene Faust unterwegs und braucht niemanden, der ihm dabei in die Quere kommt oder die Richtung dirigiert. Er folgt den Anweisungen seines Halters zwar, aber nur, wenn er gut erzogen ist und einen Sinn darin erkennt.
Trotz seiner Starrsinnigkeit ist der Basenji ein ausgeglichener Familienhund, der es liebt, mit seinem Halter zu kuscheln oder auf sonstige Weise mit ihm zu interagieren. Am besten gefallen ihm eine Kombination aus Denkaufgaben und gemeinsamen Sport.
Bei Spaziergängen ist aber zu beachten, dass der Basenji bei Sichtreizen schnell in den Jagdmodus fällt. Im Jagdrausch ist er verbal nicht zu kontrollieren, weshalb er zu seinem eigenen Schutz eine Leine braucht.
Die Leine hilft auch bei Hundebegegnungen. Gut sozialisierte Basenjis reagieren auf die Anwesenheit eines fremden Hundes recht entspannt. Zwischen Rüden kann es aber zu Konflikten kommen. Fremden Menschen begegnet der Basenji meistens reserviert.
Die Sozialtauglichkeit steckt dem Basenji in den Genen, denn er ist eigentlich ein geselliges Rudeltier. Allerdings braucht er strukturiertes Training, mithilfe dessen er seine soziale Ader entdecken kann. Dann ist auch der Kontakt zu Katzen kein Problem.

Wie halte ich einen Basenji

In seiner Heimat wird der Basenji als Jagdhund eingesetzt. Obgleich er hierzulande als Familienhund fungiert, kommen seine Jagdinstinkte immer wieder durch, weshalb er nur an ausgewählten Orten ohne Leine laufen kann.
Aufgrund seiner Charakterstärke und seiner Jagdleidenschaft ist der Hund nicht als Anfängerhund zu empfehlen. Viele Züchter achten darauf, dass der Kaufinteressent erfahren ist und lehnen das Geschäft mit Einsteigern ab.
Obgleich der Basenji körperlich beschäftigt werden will, kann er sich auch mit der Wohnungshaltung arrangieren. Wichtig ist nur, dass es am Ende des Tages ausreichende Außenaktivitäten gab (Richtwert: Zwei Stunden täglich).
Der Basenji ist ein Rudeltier und kann nicht gut alleine sein. Am liebsten lebt er in Familien mit mindestens einem zweiten Hund. Wenn er allein gehalten wird, sollte zumindest die menschliche Zuneigung gegeben sein. Einige Züchter geben ihr Hunde aber nicht zur Einzelhaltung ab.

Aktiver Basenji

Aktivitätslevel des Basenji

Der Basenji ist ein bewegungsfreudiger Hund, dem die klassische Gassirunde nicht reicht. Wenn du einen Basenji aufnehmen willst, solltest du die zeitlichen Kapazitäten haben, um ihn für mindestens zwei Stunden täglich beschäftigen zu können. Grundvoraussetzung ist das Interesse an der gemeinsamen Aktion.
Der Basenji eignet sich für alle Beschäftigungsmodelle, die er an der Leine ausführen kann und die ihm sinnvoll erscheinen (Beispiel: Rad- und Laufsport). Tätigkeiten, die Gehorsam oder einen Kooperationswillen erfordern und stupide sind, kommen eher nicht in Betracht (Beispiel: Dogdancing, Apportieren). Außerdem ist der Basenji kein großer Wasserfan, weshalb er bei schlechtem Wetter lieber im Trockenen ist. Natürlich kann es Ausnahmen geben, gerade dann, wenn du deinen Hund schon früh trainierst oder die Eltern selbst sehr hörig waren.

Gesundheit und Pflege des Basenji

Basenjis haben den Ruf, robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten zu sein. Allerdings haben sie eine genetische Anfälligkeit für
• Leistenbrüche
• Augenprobleme
• und Stoffwechselstörungen
Da er aus einem Land kommt, in dem ganzjährig warme Temperaturen herrschen, hat der Basenji zusätzlich ein Kälteproblem. Er braucht im Winter deshalb einen Witterungsschutz (Beispiel: Hundemantel). Alternativ dazu kannst du die täglichen Spaziergänge in angemessener Weise kürzen, damit der Hund nicht unterkühlt.
Grundsätzlich gibt es in der Fütterung der Basenjis keine Besonderheit. Allerdings verwerten sie das Futter gut und nehmen deshalb schnell auf ungesunde Weise zu. Sobald du eine Gewichtszunahme feststellen kannst, solltest du die Fütterung mit hochkalorischen Snacks etwas reduzieren.
Die Pflege des Basenjis erfordert keine besondere Aufmerksamkeit. Die Fellpflege übernimmt der reinliche Hund nämlich selbst. Generell ist der Basenji ein sauberes Tier, das sich nicht gerne schmutzig macht und auch nicht hundetypisch riecht.

Basenji Welpe

Das musst du bei der Welpenerziehung beachten

Der Basenji ist kein Musterschüler und kann aufgrund seiner Eigenwilligkeit sehr herausfordernd sein. Mit frühem Training, Vertrauensarbeit, Konsequenz und dem beidseitigem Arbeitswillen könnt ihr dennoch Fortschritte erzielen. Trotzdem solltest du dich darauf einstellen, dass der Abruf möglicherweise niemals zuverlässig funktioniert. Das bedeutet, dass der Freilauf nur in einem gesicherten Rahmen, beispielsweise in einem umzäunten Gelände, möglich ist.
Der Basenji ist ein sensibler Hund, der in einer negativ aufgeladenen Umgebung oder unter Strafen nicht gut lernen kann. Er braucht zwar eine konsequente Hand, dennoch solltest du stets empathisch sein und ihn im Wege der positiven Verstärkung (= Lernen durch Belohnungen) zum Training motivieren.
Der Basenji ist generell ein soziales Tier, das gerne im Rudel mit mehreren Hunden lebt. Allerdings kann er gegenüber fremden Tieren (gerade in der Konstellation Rüde/Rüde) sehr abweisend sein. Beginne deshalb schon in den ersten Lebensmonaten damit, deinen Welpen zu sozialisieren.

Ist der Basenji für mich geeignet?

Du und der Basenji passen gut zusammen, wenn du bereits Hundeerfahren bist und einen intelligenten Wegbegleiter suchst. Der Basenji lässt sich zwar erziehen, er ist aber auch ein kleiner Querulant, der sich nicht in die Karten blicken lässt.
Der Basenji trifft eigene Entscheidungen, weshalb es hilfreich ist, wenn du seine Unabhängigkeit zu schätzen weißt.
Grundsätzlich fügt sich der afrikanische Rassehund in unterschiedliche Wohnkonzepte ein. Auch eine Stadtwohnung kann also eine geeignete Wohnumgebung sein, sofern es einen körperlichen Ausgleich gibt. Plane deshalb genügend Zeit für gemeinsame Unternehmungen in deiner Freizeit ein. Eine Gartenwohnung wäre für den sportlichen Hund natürlich ideal, der Garten muss dann aber ausbruchssicher sein. Außerdem sollte der Garten nicht dazu verleiten, weniger mit dem Hund spazieren zu gehen.
Der Basenji ist ein geselliger Hund, der Anschluss zur Familie oder einem Hunderudel braucht. Er sollte aber nie unbeobachtet in der Nähe kleiner Kinder sein, was jedoch keine rassespezifische Empfehlung ist, sondern generell für alle Hunderassen gilt.

Glücklicher Basenji

Wichtig beim Kauf eines Basenji

Der Basenji „trendet“ nicht und ist auch kein Modehund. Deshalb kann die Suche nach einem geeigneten Tier Geduld erfordern und zeitaufwändig sein.
Falls du an einem reinrassigen Tier interessiert bist, kannst du über den 1. Basenji Klub Deutschland den nächstgelegenen Züchter kontaktieren. Dort kannst du alle Fragen stellen, die dir wichtig sind (Beispiel: Charakter der Eltern, Haltungsbedingungen, Gesundheit, Sozialtauglichkeit).
Ein Züchter wird für seinen Welpen mindestens 1.000 Euro verlangen. Mischlinge und Tierschutzhunde können günstiger sein, allerdings sind die Basenjis keine Hunde, die häufig in Tierheimen oder Tierschutzorganisationen anzutreffen sind.

Interessantes und Wissenswertes über den Basenji

Fun Facts rund um den Basenji – unsere Top 3:

  1. Das Bellen des Basenjis klingt, als wenn er jault, jodelt oder lacht.
  2. Basenjis werden aufgrund ihrer Reinlichkeit und ihres Charakters mit Katzen assoziiert.
  3. Während die meisten Hunderassen zweimal pro Jahr läufig werden, durchleben die Basenji-Weibchen in der gleichen Zeit nur eine Läufigkeit.

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