Der Spaziergang gehört zu den Highlights im Hundeleben. Das gilt auch fĂ¼r Welpen. Doch fĂ¼r lange Abenteuerspaziergänge ist der kleine Hund noch nicht geeignet. Ein Welpe will auf seinem Spaziergang die Umgebung kennenlernen und möglichst viel Neues sehen. Vielen Welpen musst du Spazieren gehen erst beibringen. Um den kleinen Hund nicht zu Ă¼berfordern, solltest du die Gassi Runde nicht zu lange ausdehnen.
Dein Welpe zeigt dir wahrscheinlich nicht, wenn er mĂ¼de ist. Er möchte immer weiter laufen und dabei viele Informationen erhalten. Wie dir sicher schon aufgefallen ist, zeigt dein Welpe auch beim Spielen nicht, dass er mĂ¼de ist. Er fällt einfach um und schläft sofort ein. Dabei kann er natĂ¼rlich die lustigsten Positionen einnehmen.
Damit dein Welpe auf dem Spaziergang nicht Ă¼berfordert wird, solltest du die Strecke vorher genau planen. Ausreichend ist fĂ¼r den Welpen ein Spaziergang, der in Minuten so lange dauert, wie es seinem Lebensalter in Wochen entspricht. Das Ă„uĂŸerste ist eine Ausdehnung der Zeit auf das Doppelte.
ZurĂ¼ck in der Wohnung wirst du bemerken, wie mĂ¼de der Welpe durch den Spaziergang ist. Er wird sofort einschlafen. Jetzt kann im Schlaf sein Gehirn die neuen EindrĂ¼cke verarbeiten und neue VerknĂ¼pfungen zwischen den einzelnen Nervenzellen bilden.
Bis sich dein Welpe an sein neues Zuhause und seine Familie gewöhnt hat, genĂ¼gt es, wenn du nur kurz hinausgehst. Du kannst zum Beispiel bis zur nächsten Ecke gehen. Wichtig ist, dass du deinem Welpen sehr viel Zeit lässt, seine Umgebung zu erkunden. Er muss nicht körperlich ausgelastet werden, sondern braucht vor allem Reize, um zu lernen. Wahrscheinlich ist der kleine Hund auch noch nicht stubenrein. Das bedeutet, dass du ihn alle zwei Stunden kurz vor die TĂ¼re bringst, damit er lernt, sich drauĂŸen zu erleichtern. Das gilt natĂ¼rlich auch fĂ¼r die Nachtstunden.
Ist der Welpe bereits stubenrein, genĂ¼gt es, wenn du fĂ¼nf bis sechs kurze Spaziergänge Ă¼ber den Tag verteilt mit ihm unternimmst.
Während des Spaziergangs kannst du deinen Welpen mit der Welt bekannt machen. FĂ¼r den kleinen Hund ist alles aufregend und spannend. Dabei brauchst du aber sehr viel Geduld. Versuche, alle Situationen fĂ¼r den Welpen so angenehm wie möglich zu gestalten. Dein Welpe besitzt eine natĂ¼rliche Neugierde. Zeig ihm viele interessante Dinge, damit er an den gemeinsamen Spaziergängen SpaĂŸ hat. Jeder Ausgang sollte an einen neuen, unbekannten Ort fĂ¼hren. Da dein Welpe noch nicht in der Lage ist, weite Strecken auf seinen Beinchen zurĂ¼ckzulegen, kannst du ihn auch mit dem Auto zu dem Ziel transportieren.
Dieses Verhalten ist fĂ¼r einen Welpen völlig normal. Du ersetzt ihm seine Mutter. Vermittle dem Welpen auf den Spaziergang Sicherheit. Dann kann er auch alle neuen Dinge durch SchnĂ¼ffeln und Lecken untersuchen. Du bist ja in seiner Nähe und beschĂ¼tzt ihn vor Gefahren.
Der Hund weigert sich, die Wohnung zu verlassen und einige Schritte zu laufen. Versuche, ihn mit Leckerchen langsam zu locken. Mit viel Geduld setzt er eine Pfote vor die andere und schon ist das Eis gebrochen. Er ist fasziniert von der bunten Welt, die er erobern kann. Zwing deinen Welpen nicht, einen Spaziergang zu unternehmen. Jeder Zwang hat hier nur einen negativen Effekt. Der Welpe wird sich immer stärker weigern, hinauszugehen. Leine ihn schon in der Wohnung an und locke ihn mit Leckerchen, an deiner Seite die Wohnung zu verlassen.
Auf keinen Fall solltest du den Welpen ständig auf dem Arm tragen. Er muss seine eigenen Erfahrungen machen.
Dein Welpe konzentriert sich auf dem Spaziergang völlig darauf, die neuen EindrĂ¼cke aufzunehmen und Erfahrungen zu sammeln. Er weiĂŸ, dass du in seiner Nähe bist, ist aber zu abgelenkt, um sich auf dich zu konzentrieren. Wenn du jetzt ein Rufkommando aussprichst, wird dein Welpe nicht darauf hören. Er ist einfach zu sehr mit sich selbst und dem Abenteuer beschäftigt. Das Rufkommando mehrmals auszusprechen, bringt gar nichts. Das einzige, was der Welpe in so einer Situation lernt, ist, dass er dich einfach ignorieren kann. Eine fatale Erfahrung. Möchtest du ein Rufkommando trainieren, solltest du das nur in einem Moment tun, in dem der Welpe dich ansieht und dir seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt. Vergiss nicht, ihn mit einem Leckerchen zu belohnen.
Auf dem Spaziergang wird dein Welpe fremden Personen begegnen. Jogger, Radfahrer, Spaziergänger, viele nutzen den Park. Verhindere mit der Leine, dass dein Welpe auf fremde Personen zustĂ¼rmt und an ihnen hochspringt. Der Hund wird sonst auch als Erwachsener aufdringlich auf Begegnungen reagieren. Ermögliche es deinem Welpen, die unbekannten Personen zuerst aus sicherer Entfernung zu beobachten. Dann kannst du ihn mit Leckerchen mit unbekannten Dingen, wie Fahrrädern, Skateboards, Kinderwägen oder Joggern bekannt machen.
NatĂ¼rlich musst du deinen Welpen mit einer Leine sichern. Da die Rufkommandos noch nicht funktionieren, ist die Leine eine wichtige Verbindung. Zieh nie an der Leine und zwing deinen Welpen eine bestimmte Richtung einzuschlagen. Die Leine ist nur dazu da, deinen Hund vor Gefahren zu bewahren.
Dein Welpe will nicht an der Leine laufen. Er setzt sich immer wieder hin. Das ist fĂ¼r einen jungen Hund ein völlig normales Verhalten. Er ist durch die vielen Geräusche und SinneseindrĂ¼cke Ă¼berfordert. Sich gleichzeitig auf das Laufen zu konzentrieren, ist nicht möglich. Also setzt er sich und dreht den Kopf in alle Richtungen, um die Reize einordnen zu können.
Hunde sind bestechlich. Diesen Umstand kannst du fĂ¼r das Training mit der Leine ausnutzen. NatĂ¼rlich benötigst du dafĂ¼r viel Zeit und Geduld. Setzt sich dein Hund, leg eine StraĂŸe aus Leckerchen vor ihm. Er muss aufstehen und sich an der Leine fortbewegen, um die Belohnungen zu erreichen. Mit Ăœbung und viel Bestechung wird das Laufen an der Leine fĂ¼r deinen Welpen bald ganz normal sein. Hunde, die nicht auf Leckerchen reagieren, kannst du auch mit ihrem Lieblingsspielzeug locken.
Während des Wachstums dĂ¼rfen die Gelenke und Knochen nicht zu stark beansprucht werden. Bei einer Treppe mit hohen Stufen muss der Welpe sein Gewicht ständig nach oben wuchten. Gar keine so leichte Aufgabe fĂ¼r den kleinen Kerl. Das Hinunterlaufen ist mit den kurzen Beinchen noch schwieriger. Dein Hund könnte stĂ¼rzen und sich dabei verletzen. In den ersten Tagen solltest du deinen Welpen Ă¼ber die Stufen tragen.
NatĂ¼rlich muss dein Hund lernen, Stufen zu bewältigen. FĂ¼r den Anfang wählst du am besten ein bis zwei flache Stufen aus. FĂ¼rchtet sich der Welpe vor dem Monster Treppe, kannst du Leckerchen auslegen.
Ist dein Welpe schon älter, kann er auch höhere Stufen bewältigen. Wie hoch die Treppenstufen sein dĂ¼rfen, hängt von der GrĂ¶ĂŸe und Rasse deines Hundes ab. Hohe Treppen solltest du generell immer mit einem Absperrgitter sichern, damit sich dein Hund nicht verletzen kann.
GroĂŸe Hunde, die einen tapsigen Gang haben und die Koordination der Bewegungen noch nicht beherrschen, sollten unbedingt mehrere Wochen Ă¼ber die Treppen getragen werden. Besonders problematisch sind Stufen fĂ¼r Hunderassen mit einem langen RĂ¼cken, wie Dackel oder der Basset Hound. Beide Hunderassen sind fĂ¼r Bergtouren Ă¼ber längere Treppen nicht geeignet. Ihre Bandscheiben werden zu sehr belastet. MĂ¼ssen diese Hunderassen, auch im erwachsenen Alter, häufig mehrere Treppen steigen, wird schnell ein Bandscheibenvorfall auftreten.
Auf keinen Fall solltest du den Welpen in den ersten Wochen isolieren. Er braucht Begegnungen mit anderen Hunden, um sein Sozialverhalten zu entwickeln. Die Kontakte sollten aber von dir gut ausgesucht werden. Da der Welpe noch nicht alle Impfungen erhalten hat, sollte der andere Hund gesund sein. Gut geeignet als Spielpartner sind kleinere Hunde, die sich Welpen gegenĂ¼ber freundlich verhalten. Ein groĂŸer Hund mit einem Körpergewicht von 40 Kilogramm und mehr kann noch so freundlich sein. Wird das Spiel zu wild, kann es zu unbeabsichtigten Verletzungen kommen.
Melde deinen Welpen doch in einer Welpenspielstunde an. Hier kann er ausgelassen mit anderen Welpen seines Alters spielen und toben. Gleichzeitig Ă¼bt er sein Sozialverhalten und lernt durch den Hundetrainer erste nĂ¼tzliche Signale.
Ein fremder Hund kommt vorbei. Damit dein Welpe keinen direkten Kontakt hat, nimmst du ihn auf den Arm. Das ist keine gute Reaktion. FĂ¼r deinen Welpen ist die Situation sehr unangenehm. Er möchte auf den Artgenossen zugehen und plötzlich baumeln die Beinchen in der Luft. Eine Hundesprache ist in dieser Stellung nicht möglich. FĂ¼r den fremden Hund wird der Welpe durch das Hochheben noch interessanter. Er wartet darauf, dass du den Hund wieder absetzt und stĂ¼rmt dann auf ihn zu. Kein angenehmes Kennenlernen, das nächste Treffen ist belastet.