Der Chow Chow ist eine alte chinesische Hunderasse. Teilweise ist er unter der Bezeichnung „Löwenhund“ bekannt. Dieser Rassehund wurde von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt. Er ist unter der Standard-Nr. 205, Gruppe 5 – Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 5 – asiatische Spitze und verwandte Rassen, beim FCI registriert.
Der Chow Chow ist ein Vertreter der alten Hunderassen. China wird als sein Herkunftsland bezeichnet. Während der Han-Dynastie (206 bis 220 v. Chr.) entstanden Figuren und bildliche Darstellungen über diesen Hundetyp. Diese Abbildungen zeigen eindeutig den Chow Chow. Solche Nachweise lassen die Vermutung zu, dass diese Hunderasse vom chinesischen Kaiser bevorzugt wurde.
Trotz dieser geschichtlichen Hinweise ist die Herkunft nicht 100 %ig geklärt. Aufgrund seines dichten Pelzes und seiner Jagdleidenschaft wäre als Herkunftsland ebenfalls die Mandschurei möglich. Erst Handelsbeziehungen brachten den Chow Chow nach China. Diese Theorie ist nicht bewiesen.
Sicher ist auf jeden Fall, dass der europäische Chow Chow von Exemplaren aus dem chinesischen Kanton abstammt. Dieser „Kanton-Hund“ kam im 19. Jahrhundert nach Europa. Zuerst nach England und anschließend auf den europäischen Kontinent. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts erreichte er Deutschland.
Grundsätzlich ist der Chow Chow Charakter ruhig, gelassen und entspannt. Du darfst seine Eigenwilligkeit und Sturheit nicht unterschätzen. Er ist nicht als Familienhund geeignet. Er stellt sich auf eine Person ein und dieser ist er treu ergeben. Aber auf keinen Fall unterwürfig. Mit Kindern kann er nichts anfangen. Er ist der typische Einmannhund. Er hat einen starken Jagdtrieb und kommt mit anderen vierbeinigen Hausgenossen (Hund, Katze) nicht gut zurecht. Gegenüber Fremden ist er zurückhaltend und teilweise abweisend. Zusammen mit seinem territorialen Verhalten ergibt das einen guten Wachhund. Dieser stolze und unabhängige Vierbeiner ist reinlich.
Den Chow Chow Hund kannst du problemlos in einer Wohnung halten. Es sollten genügend Grünflächen in der Umgebung vorhanden sein. Sein Hobby ist ausgiebiges Schnüffeln. Perfekt wäre ein Haus mit Garten. Der Zaun sollte ausbruchssicher sein. Zusätzlich solltest du dir Gedanken für die Urlaubszeit machen. Ein Chow Chow ist hitzeempfindlich. Ein gemeinsamer Urlaub im südlichen Europa ist wenig geeignet.
Du solltest beim Kauf eines Chow Chow unbedingt auf seriöse Züchter achten. Der persönliche Kontakt ist wichtig. In solchen Gesprächen werden alle wichtigen Einzelheiten für die Haltung und Aufzucht besprochen. In einer seriösen Kinderstube werden die Welpen sozialisiert, geimpft und gechippt. Der Abstammungsnachweis ist selbstverständlich. Der Chow Chow Preis liegt zwischen € 1.500 bis € 2.000. Ein anerkannter Züchter ist kein „Vermehrer“ und ist ein Mitglied in einem anerkannten Zuchtverband.
Die Chow Chow Größe bei einem erwachsenen Hund liegt zwischen 46 und 56 cm. Es ist abhängig vom Geschlecht. Der kompakte Körper ist kräftig. Seine Beine sind ebenfalls kräftig und die Hinterhand ohne Abwinkelung. Typisch für spitzartige Hunde ist die eingerollte und nach oben getragene (über den Rücken) Rute. Die Pfoten sind klein. Am Kopf sitzen kleine spitze Ohren. Die Augen sind mandelförmig und dunkel. Auffällig ist das Fell. Der ausgeprägte Kragen gaben dem Chow Chow den Namen „Löwenhund“. Das Fell ist entweder lang oder kurz. Die Unterwolle ist stark ausgeprägt. Bei den kurzhaarigen Hunden wird es als flaumig bezeichnet.
Dieses „Bärchen“ auf vier Pfoten hat als Welpe seinen eigenen Kopf. Ein kleiner Chow Chow ist eine Persönlichkeit. Du solltest auf konsequente Erziehung achten. Den Spagat zwischen konsequente und liebevolle Erziehung (ohne Härte) kannst du mithilfe einer Welpenschule meistern. Wichtig ist, dass die zukünftigen Hundetrainer Erfahrungen mit dem besonderen Charakter eines Löwenhundes haben. Das „normale“ Programm eines Welpenkurses ist für den „ernsthaften“ Chow Chow Welpen ungeeignet. Ein Chow Chow ist kein Anfängerhund. Du benötigst einen gewissen „Hundeverstand“ und Erfahrung, um diesen stolzen und misstrauischen Hund „alltagstauglich“ zu machen. Die Sozialisierung ist bei dieser Rasse enorm wichtig. Er wird dir nie kompromisslos gehorchen. Du musst ihm bereits im Welpenalter begreiflich machen, dass deine Entscheidung bindend ist.
Der Chow Chow zählt zu den gemütlichen Hunden. Für Hundesport ist er nicht zu begeistern. Ebenso gehören Joggen und Radfahren nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Er liebt das Spazierengehen und die Umgebung ausgiebig zu erschnüffeln. Manche Exemplare können für Fährte oder Suchspiele begeistert werden. Dabei solltest du auf den ausgeprägten Jagdtrieb und seinen Dickschädel achten. Beides könnten solche Beschäftigungen infrage stellen.
Die Fellpflege eines Chow Chow ist sehr aufwendig. Du solltest das Fell täglich bürsten. Besonders der Mähne musst du Beachtung schenken. Vergiss nicht das Fell hinter den Ohren. Grundsätzlich neigt die üppige Haarpracht zur Verfilzung. Das Fell des Chow Chow Kurzhaar ist nicht so pflegeintensiv. Bei beiden Hundetypen solltest du, die Augen, die Ohren und die Hautfalten immer kontrollieren und säubern. Selbstverständlich gehört die regelmäßige Krallenkontrolle zum wöchentlichen Pflegeritual. Ein Chow Chow ist nicht übermäßig bewegungsfreudig und die Abnutzung leidet darunter.
Anfällig ist der Chow Chow für Haut- und Augenkrankheiten. In diesen Bereich gehört das Entropium (Rolllid). Die Hüftgelenksdysplasie (HD) kann häufiger auftreten. Hautreizungen oder allergische Reaktionen können sich während der Sommermonate bei Hitze entwickeln. Der Kontaktbereich der gerollten Rute mit dem Rücken kann die Haut zusätzlich reizen.
Der eigenwillige Charakter eines Chow Chow ist vor allem für einen Single-Haushalt geeignet. Außerdem hat er keine sportlichen Ambitionen. Kannst du diesem besonderen Hund für die nächsten 10 Jahre ein artgerechtes Zuhause bieten? Vergiss bitte nicht, der Hund Chow Chow ist kein Familienhund. Wie schaut deine Zukunftsplanung aus? Wenn du dich irrst, bleibt häufig nur die Alternative Tierheim oder Hilfsorganisation. Das richtige „Gespann“ (Mensch-Hund) hat viele glückliche gemeinsame Jahre vor sich.