Die Arthrose der Katze ist ein leidiges Altersphänomen. Ăœber die Dauer des Lebens baut sich das Knorpelgewebe in den Gelenken stĂ¼ckchenweise ab. Dieser GelenkverschleiĂŸ löst starke Schmerzen aus und fĂ¼hrt dazu, dass die betroffenen Katzen ihre Lebenslust verlieren.
Der folgende Beitrag zeigt Möglichkeiten auf, wie der Halter seiner arthrotischen Katze im Alltag helfen kann.
Einige Katzen zeigen gar keine Schmerzen, andere kĂ¼ndigen die beginnende Arthrose durch folgende Veränderungen an:
Die Katze ist nicht mehr so aktiv. Sie vermeidet vor allem solche Bewegungen, die schnell oder körperlich herausfordernd sind (vor allem das Treppensteigen, das Klettern und Springen).
Freigängerkatzen gehen nur noch selten raus.
Einige Katzen fressen weniger und verlieren dadurch an Gewicht. Andere nehmen durch den Bewegungsmangel zu.
Katzen mit Arthrose entwickeln häufig eine Immunschwäche und sind aufgrund dessen öfter krank.
Einige betroffene Katzen werden unsauber und lehnen herkömmliche Katzentoiletten ab (Grund: Die Katze kann das Katzenklo nicht schnell genug erreichen oder der erhöhte Einstieg ist zu schwer).
Weil sich die Katzen mit Voranschreiten der Krankheit nicht mehr so gut bewegen können, vernachlässigen sie die Pflege von Krallen und Fell.
Die Beeinträchtigungen fallen nach einer längeren Ruhepause am deutlichsten auf (u. a. durch Koordinationsschwierigkeiten, Humpeln und Morgensteifigkeit).
Die Gelenke können gerötet und geschwollen sein.
Manche Katzen reagieren mit BerĂ¼hrungs- oder Belastungsschmerz.
Plötzliche Aggressionen oder eine andauernde Teilnahmslosigkeit können ein Indikator fĂ¼r eine Gelenkerkranung sein.
Die Katze verlautet ihren Schmerz (sie faucht, knurrt, winselt oder schreit).
Manchmal ist beim Bewegen der betroffenen Gelenke Reibung zu spĂ¼ren oder ein knirschendes Geräusch zu hören.
Einige Katzen, die unter Arthrose leiden, lecken die schmerzenden Stellen immer wieder ab.
Arthrose, also der Gelenk- und KnorpelverschleiĂŸ, ist eine Krankheit, die man mit dem Lebensalter der Katze in Verbindung bringt. Tatsächlich kann das Alter der Katze ursächlich sein (zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr treten die Arthroseschäden bei nahezu allen Katzen – rund 90 % – erstmalig auf). Allerdings können die Gelenkprobleme auch aus anderem Grund entstehen:
Ăœbergewicht
Vorangegangene Traumata (beispielsweise BrĂ¼che oder Prellungen)
Wachstumsschäden
Fehlbelastung/Ăœberlastung
Rassespezifische Fehlbildungen
Alle diese Faktoren wirken sich nachteilig auf die Abnutzung der Gelenke aus.
Da die Arthrose zu den chronischen Krankheiten zählt, könnt ihr nur in einem starren Rahmen etwas fĂ¼r das Wohlbefinden eurer Katze tun.
Diese Aspekte können eurer Katze den Alltag erleichtern oder gesundheitsfördernd sein:
Sorgt dafĂ¼r, dass die Katze ihre RĂ¼ckzugs- und Ausblicksorte auf einfachem Wege erreichen kann (bringt dazu beispielsweise zusätzliche Leitern an). Die Ruhezone der Katze sollte kuschelig warm und weich gepolstert sein, weil Wärme einen positiven Effekt auf die Schmerzen hat.
Das Katzenklo sollte arthrosefreundlich, also mit einem abgesenkten Eingang ausgestattet oder ebenerdig sein. AuĂŸerdem ist es in einer weitläufigen Wohnung hilfreich, wenn es an verschiedenen Orten eine Katzentoilette gibt.
Manche Katzen reagieren gut auf Akupunktur, Massagen, auf alternative Behandlungsformen mit Wärme/Kälte und auf Physiotherapie. Ihr könnt auch homöopathische Arzneien ausprobieren. Um alle alternativmedizinischen Möglichkeiten bewerten zu können, solltet ihr euch bei einem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker darĂ¼ber informieren. Allerdings lässt nicht jede Katze alle infrage kommenden Behandlungsmöglichkeiten zu.
ahrungsergänzungsmittel sind eine einfache Möglichkeit, das Alltagsfutter der Katze zu optimieren. Häufig kommen die Futterzusätze als Pulver oder in Tablettenform und werden entweder direkt oral verabreicht oder unter das Futter gemischt.
Nahrungsergänzungsmittel zielen immer auf die Verbesserung des gesundheitlichen Wohlbefindens ab. Die Produkte zum Schutz der Gelenke bauen häufig auf der GrĂ¼nlippmuschel auf, da sie die folgenden nĂ¼tzlichen Inhaltsstoffe enthält:
Glycosaminglykan
Omega-3-Fettsäuren
Antioxidantien
Obgleich ihr die Nahrungsergänzungsmittel rezeptfrei erwerben könnt, ist die RĂ¼cksprache mit dem Tierarzt sehr zu empfehlen.
Arthrose ist eine unheilbare Krankheit und lässt sich dementsprechend nur bedingt therapieren.
Das Behandlungsziel ist also nicht, dass sich die Katze auskuriert, sondern dass sich die körperlichen Symptome minimieren. EntzĂ¼ndungshemmer und Schmerzmedikamente fĂ¼hren oft zu einer schnellen Linderung. Falls ihr euch fĂ¼r eine medikamentöse Behandlung entscheidet, wird sie fĂ¼r das restliche Katzenleben nötig sein.
Ihr könnt eure Katze schon in jungen Jahren vorbeugend unterstĂ¼tzen, damit die Arthrose gar nicht erst entsteht.
Die Präventionsarbeit setzt sich hauptsächlich aus zwei Komponenten zusammen:
Bewegung: Ein hohes Körpergewicht wirkt sich negativ auf den Zustand der Gelenke aus. Deshalb ist es wichtig, dass sich das Gewicht der Katze im Normbereich bewegt. Bewegung hält die Katze fit und sorgt dafĂ¼r, dass sie ihr Idealgewicht besser halten kann. AuĂŸerdem nimmt die Muskulatur den Gelenken einen Teil ihrer Arbeit ab und erhöht die gesamte Körperstabilität.
Ernährung: Da Arthrose auch durch Wachstumsschäden entstehen kann, sollte die Katze immer Futter zu fressen bekommen, das zu ihrer jeweiligen Entwicklungsstufe passt (junior, adult, senior). AuĂŸerdem könnt ihr eine Futtersorte wählen, die bereits Nährstoffe zur UnterstĂ¼tzung der Gelenkfunktion enthält. DarĂ¼ber hinaus sollte die Katze nur Leckerlies bekommen, wenn sie die zusätzlichen Kalorien im Wege der körperlichen Betätigung sogleich wieder verbrennt.
In Ergänzung dazu solltet ihr mit eurer Katze, vor allem dann, wenn sie bereits im Seniorenalter angekommen ist, regelmĂ¤ĂŸig zum Tierarzt gehen (zweimal jährlich sind das empfohlene MindestmaĂŸ). Das erhöht die Chance darauf, dass der Tierarzt den GelenkverschleiĂŸ bereits im Anfangsstadium erkennen und frĂ¼hzeitig behandeln kann.
Bei vielen Katzen, die im Laufe ihres Lebens Arthrose entwickeln, treten bis zum zwölften Lebensjahr keinerlei Symptome auf (von Natur aus zeigen Katzen die Schmerzen häufig erst in einem späten Stadium). Da die Arthrose keine tödliche Krankheit ist, steht sie einem langen Katzenleben grundsätzlich auch nicht im Weg. Das gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass das Leben der Katze mit der richtigen Therapie ihre Qualität zurĂ¼ckgewinnen kann.
Je nachdem, welchen Einfluss die Arthrose auf den Gesundheitszustand der Katze hat, kann es im Einzelfall helfen, sie von ihren chronischen Schmerzen zu befreien. Andere Katzen können aber auch gut mit der Krankheit leben. Die Lebenserwartung dieser Tiere verkĂ¼rzt sich also nicht.